Die Neuemissionen an den Anleihenmärkten brechen ein, die
Haushaltsvermögen der Amerikaner reduzieren sich dramatisch, in manchen
Ländern finden Ausverkäufe mitten in der Weihnachtssaison statt,
Hedge-Fonds wird das Geld entzogen, Banken reduzieren ihre Bilanzen,
Zinssenkungen der Zentralbanken verpuffen; kurzum die Deflation hat das
Zepter definitiv übernommen. Ohne aussergewöhnliche Mittel - wie immer
die auch aussehen mögen - ist die Rezession nur ein Zwischenspiel auf
dem Weg nach unten.
Die Schuldenspirale, welche die Wirtschaft jahrelang in Schwung hielt,
fordert nun ihren Tribut. Nachdem sie bei den Suprime-Hypotheken ihre
extremste Ausdehnung erfahren hatte, hat sich die Richtung gewendet -
eine Zeitenwende.
Das Volumen der Neuemissionen rund um den
Globus ist im dritten Quartal laut der Bank für internationalen
Zahlungsausgleich eingebrochen. Die Emissionen von Anleihen und Notes
durch Unternehmen, Finanzinstitutionen und Staaten fiel auf 247 Mrd $
verglichen zu 1086 Mrd $ im zweiten Quartal. Der Einbruch ist weit
entfernt von normalen saisonalen Mustern, schreibt die BIZ. Es war das
tiefste Niveau seit dem dritten Quartal 2005.
Das
amerikanische Haushaltsvermögen hat den stärksten Rückgang seit 1952
erfahren, dem Jahr, als diese Daten erstmals erfasst wurden. Das
Nettovermögen fiel um 2810 Mrd $, ausgelöst durch sinkende Immobilien-
und Aktienpreise und übertrifft damit das Ausmass von 2001, als die
Technologieblase platzte. Die Wertverminderung bei den Liegenschaften
betrug 646,9 Mrd $, das Dreifache des vorangegangenen Quartals.
Kombiniert
mit dem Verlust von 1,9 Mio Arbeitsplätzen bis jetzt in diesem Jahr in
den USA und der reduzierten Kreditgewährung durch die Banken, ergibt
sich ein düsterer Ausblick für das Konsumverhalten, schreibt Bloomberg.
Schätzungen gehen von einem Konsumrückgang von 1 Prozent im nächsten
Jahr aus. Das wäre die stärkste Einbusse seit 1942.
Auch die
Hedge-Fonds-Industrie spiegelt diesen Trend. Noch im Juni dieses Jahres
erreichten die verwalteten Vermögen einen neuen Rekord von 1900 Mrd $.
Wegen Verlusten und Rücknahmen der Investoren dürfte diese Summe bis
Ende Jahr um 45 Prozent zurück gehen, schätzen die Analysten von Morgan
Stanley.
Auf die Frage, wie lange diese Rezession dauern wird,
antwortete ein Marktbeobachter, das hängt davon ab, wann die Depression
beginnt. Was zynisch klingt, dürfte schwer aufzuhalten sein. Zumindest
einen realistischen Versuch, gegen die Krise vorzugehen, habe ich bis
jetzt noch nicht gesehen. Die Wucht dieser Zeitenwende ist viel zu
stark, als dass die bereits gesprochenen Konjunkturmassnahmen auch nur
den Funken einer Chance haben dürften, den Aufprall spürbar abzudämpfen.
Household Net Worth in U.S. Declines Most on Record Hedge Funds Shrink by $64 Billion, Eurekahedge Says Humpty Dumpty On Inflation (Trackback)
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Geschrieben von: DECoien , am 12-12-2008 12:16 Jetzt wäre es doch interessant das Depressionsszenario weiterzuspielen. Wie könnte das konkret aussehen und was kommt man da zumindest nach Lehrbuch heraus? Habe mich selbst noch nicht so intensiv damit befasst. Aber ich denke, so langsam wird es Zeit, wo doch alle Maßnahmen verpuffen. Was passiert, wenn man die Ökonomie jetzt sich selbst überlässt und der Staat nur versucht, die Scherben aufzufegen? Wäre er dann dazu überhaupt noch finanziell in der Lage? Könnte mir auch vorstellen, dass wir nach Island in den nächsten Monaten auch noch prominentere Staaten mit Kreditproblemen sehen werden. In diesem Sinne schönes Wochenende Geschrieben von: Andillo, am 12-12-2008 13:50 An "DECoien" - Depressionsszenario Es gibt einige gute (plausible) Szenarien. Allerdings gehen die meisten (meiner meinung nach realistischen) in die Folgende Richtung: 1. Finanzkrise, verursacht durch überschuldung, dies hingegen verursacht durch das Zinseszins-System. Dieser Teil läuft schon seit rund 2 Jahren. 2. Wirtschafts-Krise... beginnt jetzt. Der Zusammenbruch der Realwirtschaft, explodierende Arbeitslosigkeit, Wertverluste von Aktien, Immobilien, Luxusgütern (weltweit). Globales Deleveraging. Dauer 1-2 Jahre 3. Währungskrise... die Währungen fangen an zu schwanken. Viele verlieren (wie isländische Krone schon jetzt). Staat versucht, das aufzuhalten, verlängert aber nur dadurch die Agonie. Dauer 1 Jahr? 4. Währungskollaps. Die Wähungen werden abverkauft, sobald die Masse erkennt, dass nichts dahinter steht. Dann gibt es die Flucht in Sachwerte jeder Art. Dazu braucht es keine Hyper-Inflation, wie die meisten behaupten, sondern es genügt, dass durch eine Schuldendeflation das Vertrauen in die Banken und den Staat bricht, dann sind die Währungen verloren. Je nach Land wird es wohl da auch Staatskrisen geben. Im Rahmen des Währungskollapses gehen alle Papierversprechen, welche ohnehin niemals eine Deckung mit Realgütern hatten, verloren. Die Geldmenge wuchs in den letzten 30 Jahren einfach zu extrem. Alle Ersparnisse, Renten, Pensionen, Lebensversicherungen werden damit verschwinden. Die gab es aber in Wirklichkeit auch nie, das war eine Illusion. Was bleibt sind die Realwerte wie Edelmetalle, Immobilen (abbezahlt, sonst nimmt sie die Bank), Realgüter.. Mit neuen Währungen fängt das Ganze dann von Vorne an (vorausgesetzt es kommt zu keinem grossen Krieg), allerdings wird der Scheinreichtum des Westens, den wir in den letzten 50 Jahren angesammelt haben, dadurch verdampfen... Gruss Andillo Geschrieben von: Zyniker, am 12-12-2008 21:02 Liebe Depros.... Falls Ihr es noch nicht gemerkt habt, Gold kann man nicht essen....kauft euch eine Kuh und ein Haus mit Garten:-) Schönes Wochenende  Geschrieben von: HRR, am 12-12-2008 23:20 Depros? Wieso denn, auch eine Schrumpfung hat seinen Charme  Geschrieben von: Mandy , am 14-12-2008 14:57 Irgendwann rächen sich die jahrelangen Schuldanhäufungen immer. Wo soll das geld denn auch sonst herkommen? Artikel kommentieren
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