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Die Kreditkrise und der Oelpreisanstieg PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 26. August 2008
Manche Beobachter wundern sich immer noch, weshalb Oel über den Preisen vor einem Jahr notiert, obwohl die Weltwirtschaft schwächelt. Die Logik erschliesst sich auf den ersten Blick nicht, auf den zweiten aber sehr wohl. Meine These, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Kreditkrise und Oelpreisanstieg gibt wird nun durch eine Bekanntmachung der amerikanischen Regulierungsbehörde SEC bestätigt.

Die NZZ schreibt in ihren Wall Street-Notizen, dass jeder Fonds, der mehr als 5 % eines Unternehmens hält, dieses Engagement durch die Regulierungsbehörde SEC veröffentlichen muss. Aufgefallen sei dabei, wie viele Hedge-Funds sich mittlerweile im Rohwarenbereich engagieren. Die typische Strategie dabei ist, dass man die Aktien von Rohwaren-Unternehmen kauft und gleichzeitig die Aktien von Finanzunternehmen leer verkauft.

Man brauchte diese Bestätigung aber nicht erst abzuwarten um zu wissen, wie der Hase läuft. Allein der Umstand, dass die Hedge Funds den grössten Einfluss auf Bewegungen an den Finanzmärkten haben, bringen den Beobachter auf die richtige Spur. Mehr dazu im vor einem Jahr veröffentlichten Bericht, der an Aktualität nichts eingebüsst hat: Bitte schön!

Wenden wir uns also den Hedge Fonds zu. Weshalb haben sie in Rohstoffe investiert? Der Grund schien mir so einfach wie banal. Es fehlten die Alternativen nach dem Zusammenbruch des riesigen Marktes verbriefter Forderungen und einer drohenden Rezession rund um den Globus. Sie haben sich somit den Anlagen zugewendet, welche immer benötigt werden, Nahrungsmittel und Energie.

Dass die Hedge Funds mit ihren Leerverkäufen die Bemühungen der Zentralbanken die Kreditkrise abzudämpfen ins Leere laufen lassen, hat etwas Kurioses an sich, denn die Regulierungsbehörden hatten sich in der Vergangenheit immer gegen eine Kontrolle und höhere Transparenz bei den Hedge Funds gewehrt.

Bericht dazu: Hedge Fonds kontrollieren sich selber

Dass Politiker den Hedge Fonds keine Zügel anlegen wollen liegt an ihrer eigenen Karriereplanung. Als Berater für Hedge Fonds hat schon mancher Politiker seine Geldbörse aufgepeppt.

So schliesst sich also der Kreis. Die zügellose Geldpolitik der Zentralbanken hat zu einem Kreditboom geführt. Deren Platzen soll nun mit Staatshilfe und politischen Massnahmen verhindert werden. Durch das künstliche Hinauszögern des Platzens der Kreditblase ergeben sich lukrative Short-Möglichkeiten. Die Hedge Fonds nutzen diese und legen das freigewordene Geld in Rohstoffe an und treiben diese in die Höhe. Die Politik versucht nun mit Staatshilfen den Hungernden zu helfen und verbietet das Naked Short Selling usw, usf.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob der Trend short Banken/long Rohstoffe und vice versa weiter anhält. Angesichts mangelnder Alternativen würde mich das nicht überraschen. Zur Sicherheit ziehe ich aber den Publikumsjoker... bin gespannt auf die Antworten!

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RSS Kommentare Kommentare (2)

Geschrieben von: egghat website, am 26-08-2008 13:13
Wir bekommen das, was man bekommt, wenn zu viel geld da ist: Eine Blase nach der anderen. Erst Internet/Hightech, dann Immobilien, jetzt Rohstoffe. Manche dieser Inflationen sind gut (wie die Aktien und Immobilien, weil sich alle unglaublich soliden und vernünfitgen Anleger reicher fühlen und konsumieren, bis es dann alles platzt). Manche Inflationen sind auch vom ersten Tag an schlecht, wie Rohstoffinflationen. Also sind das pöse Spekulanten. So einfach ist das.

Für mich ist es noch einfacher: Zu viel Geld ist schlecht.

Geschrieben von: martin r, am 26-08-2008 15:23
Der Versuch, die riesigen Mengen der Finanztitel in Geld zu verwandeln, indem man immer neue Papiere kreierte, ist gescheitert.
Schon lange ist die Wirtschaft nicht mehr in der Lage, die dafür notwendigen Gewinne zu erzielen.
Ergo maschiert das angehäufte Scheinkapital in die Märkte, um es aus dem Tiefschlaf der spekulativen Papiere zu holen und Werthaltigkeit zu gewinnen.
Ein Sack voll Finanztitel geht, aber ganze Lastwagenladungen davon sind unverkäuflich. Deshalb zieht man soviel wie möglich heraus um in den Wirtschaftsmärkten an das Geld der Massen zu kommen.
Für die Banken wird am Ende nicht viel übrigbleiben, es sei denn, sie machen es genauso. Für die Geldwertstabilität wird es ein Inferno, für die Banken ist es das schon und für die Hedge-Funds
gilt, daß sie sich zu Tode fressen durch Mega-Inflationierung.
Und die Politik schaut zu ohne zu begreifen.
Geschichtsunterricht live ist da gerade zu erleben.


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