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Die Hyperinflation muss warten PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 26. März 2009
Wegen den astronomisch hohen Rettungsmassnahmen hat sich bei vielen Investoren die Meinung durchgesetzt, dass wir schon in Bälde vor einer Hyperinflation stehen. So plausibel der Gedanke auf den ersten Blick ist, bislang kann ich ihm wenig abgewinnen.

Je mehr Geld die Regierungen in die Wirtschaft pusten, desto mehr müssen die Preise steigen, so der Kanon. Tja, wenn es so einfach wäre. Tatsächlich haben bis jetzt fast alle Finanzspritzen dazu gedient, Banken und Unternehmen zu refinanzieren. Doch netto sind keine neuen Schulden geschaffen worden. Ueberall werden nach Möglichkeit die Investitionen gestoppt, Konsumenten bleiben Zuhause und das Autoleasing-Geschäft hat auch schon bessere Zeiten erlebt.

Am Beispiel des neuen Geithner-Plans, bei dem mit einer Billion Dollar den Banken der Giftmüll abgekauft werden soll, lässt sich erkennen, dass diese Massnahmen nicht preistreibend sind - von Bankaktien einmal abgesehen. Geithner will den Finanzinstituten die Schulden abnehmen. Was also bei den Banken wegfällt, kommt beim Staat neu dazu. Unter dem Strich ist das ein Nullsummenspiel in Sachen Inflation.

Und das gilt auch anderswo. So sind zum Beispiel zahlreiche Unternehmen gezwungen ihre Bankkredite zu erhöhen. Das liegt aber nicht daran, dass sie aus Euphorie für die unmittelbare Zukunft neue Investitionen tätigen, sondern ist aus der Not geboren. Die Refinanzierung über die Finanzmärkte ist viel schwieriger geworden und deshalb müssen sie nun auf Bankkredite zurück greifen. Auch hier gilt somit: Unter dem Strich steigen die Schulden nicht mehr so flott an wie zu den Boomzeiten und ohne zusätzliche Neuschulden kommt auch keine Inflation ins Laufen.

Die Deflation scheint mir nachwievor die grössere Gefahr zu sein, wie zum Beispiel im Hotel Dolder. Dort gibt es zum 1-jährigen Jubiläum 2 Nächte zum Preis von einer - ein Rabatt, aus der Not geboren .

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RSS Kommentare Kommentare (5)

Geschrieben von: Will Kredit website, am 26-03-2009 18:36
Auch ich sehe deutlich höhere Deflationsrisiken. Gerade Länder mit einer niedrigen Inflationsrate (z.B. Deutschland) könnten davon eventuell betroffen sein.

Geschrieben von: beobachter, am 26-03-2009 21:22
Wenn die Staaten die Ausgaben erhöhen, dann steigt
die Infaltionsgefahr, wenn die Einnahmen stagnieren.
Ob Hugo Normalverbraucher dabei ein Deflationistenerlebnis hat wegen sinkender Einkommen - das ist finanztheoretischer Eiertanz.

Staat geben Gelder aus ? Ei. Mann.Dass iss voll krass.
Kapischko?

Nö -- :grin

Geschrieben von: ZeroCool, am 27-03-2009 08:07
Zunächst: Vielen Dank, dass Sie Sie sich wieder entschlossen haben der Welt Informationen zu liefern, auch kostenfrei und für die damit verbundenen Mphen.

Eine etwas differenziertere Betrachtungsweise des Problems wäre angebracht. Was aktuell passiert ist das Aufkaufen von Verbindlichkeiten. Diese werden zwar den Banken aus den Bilanzen genommen, die FED bzw. das Treasury hat diese nullwertigen Verbindlichkeiten allerdings noch auf Halde. Was passiert nun, wenn der Markt etwas anzieht?
Nun das Treasury/die FED werden diese Verbindlichkeiten wohl nicht selbst eintreiben, sondern diese zu einem niedrigeren Preis als den Einkaufspreis an Investoren abtreten (Aktuell laufen ja bereits Gespräche mit Investoren um eine "abgesicherte" Übernahme der Schuldpapiere zu ermöglichen).

Die Investoren (vermutlich auch Banken und Fonds) treiben nun bei leichten Anzeichen einer Erholung diese Schulden weiter ein. Der Nennwert der Schulden ist gleich geblieben, aber gekauft wurden die Schulden zu einem niedrigen Betrag. Und genau da steckt nun die Inflation - insbesondere bei diesen gigantischen Mengen die hier aufgekauft werden.
Diese Differenzen plus die ohnehin anfallenden Zinsen aus den Schuldtiteln werden nun durch das gottgegebene Recht der Banken zur giralen Geldschöpfung... Sie wissen es selbst.

Wie lange dieser Prozess dauert? Keine Ahnung. Allerdings gibt es parallele Reflationen mit Konjunkturprogrammen. Ich tippe also auf eine langsam ansteigende Kurve mit sehr starkem Ausschlag am Ende. Nicht auf eine sofort nach oben gerichtete Kurve.

Geschrieben von: HRR, am 27-03-2009 10:35
Hallo ZeroCool

Da die Papiere noch längst nicht auf Marktpreise abgeschrieben sind, habe ich grosse Zweifel, dass Geithners Plan ins Laufen kommt. Irgendwann kommt dann schon die Inflation - in Ländern mit schwachen Währungen sogar schon sehr bald, aber das grosse Thema in Europa und auch in den USA wird es so schnell nicht werden.

Geschrieben von: McShorty, am 27-03-2009 10:56
Hallo Chiron,

erstmal auch hier, besten Dank dass Du wieder auf Sendung bist.
Ja Infla-Defla-Hyper ist wohl das heisseste Game z.Zt. on earth. Wird wohl das Russisch Roulett der Neuzeit werden, allerding mit 99 Bullets bei 100 Kammern - denn soviel Leute - prozentual - wirds böse erwischen.
Damit auch "wir" nicht darunter sein werden, müssen wir höllisch aufpassen und ständig beobachten, analysieren, abwägen - was höchst stressig ist. Denn zu früheren Hyperzeiten haben wir heute eins nicht wenns richtig losgeht:
ZEIT
Und da die Macht diesmal auch nicht doof danaben stehen wird und zuschaut wie ihr diese entgleitet, müssen wir an mehreren Fronten kämpfen. Wird nicht leicht, muss aber bei guter Vorbereitung machbar sein - schon um unserer Nachkommen willen.
Eine Bitte noch, verlinke doch deine neuen Artikel hier wie früher im DGF.
Danke und Gruß McShorty


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