Wegen den astronomisch hohen Rettungsmassnahmen hat sich bei vielen
Investoren die Meinung durchgesetzt, dass wir schon in Bälde vor einer
Hyperinflation stehen. So plausibel der Gedanke auf den ersten Blick
ist, bislang kann ich ihm wenig abgewinnen.
Je mehr Geld die Regierungen in die Wirtschaft pusten, desto mehr
müssen die Preise steigen, so der Kanon. Tja, wenn es so einfach wäre.
Tatsächlich haben bis jetzt fast alle Finanzspritzen dazu gedient,
Banken und Unternehmen zu refinanzieren. Doch netto sind keine neuen
Schulden geschaffen worden. Ueberall werden nach Möglichkeit die
Investitionen gestoppt, Konsumenten bleiben Zuhause und das
Autoleasing-Geschäft hat auch schon bessere Zeiten erlebt.
Am
Beispiel des neuen Geithner-Plans, bei dem mit einer Billion Dollar den
Banken der Giftmüll abgekauft werden soll, lässt sich erkennen, dass
diese Massnahmen nicht preistreibend sind - von Bankaktien einmal
abgesehen. Geithner will den Finanzinstituten die Schulden abnehmen.
Was also bei den Banken wegfällt, kommt beim Staat neu dazu. Unter dem
Strich ist das ein Nullsummenspiel in Sachen Inflation.
Und das
gilt auch anderswo. So sind zum Beispiel zahlreiche Unternehmen
gezwungen ihre Bankkredite zu erhöhen. Das liegt aber nicht daran, dass
sie aus Euphorie für die unmittelbare Zukunft neue Investitionen
tätigen, sondern ist aus der Not geboren. Die Refinanzierung über die
Finanzmärkte ist viel schwieriger geworden und deshalb müssen sie nun
auf Bankkredite zurück greifen. Auch hier gilt somit: Unter dem Strich
steigen die Schulden nicht mehr so flott an wie zu den Boomzeiten und
ohne zusätzliche Neuschulden kommt auch keine Inflation ins Laufen.
Die
Deflation scheint mir nachwievor die grössere Gefahr zu sein, wie zum
Beispiel im Hotel Dolder. Dort gibt es zum 1-jährigen Jubiläum 2 Nächte
zum Preis von einer - ein Rabatt, aus der Not geboren . (Trackback)
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Geschrieben von: Will Kredit , am 26-03-2009 19:36 Auch ich sehe deutlich höhere Deflationsrisiken. Gerade Länder mit einer niedrigen Inflationsrate (z.B. Deutschland) könnten davon eventuell betroffen sein. Geschrieben von: beobachter, am 26-03-2009 22:22 Wenn die Staaten die Ausgaben erhöhen, dann steigt die Infaltionsgefahr, wenn die Einnahmen stagnieren. Ob Hugo Normalverbraucher dabei ein Deflationistenerlebnis hat wegen sinkender Einkommen - das ist finanztheoretischer Eiertanz. Staat geben Gelder aus ? Ei. Mann.Dass iss voll krass. Kapischko? Nö --  Geschrieben von: ZeroCool, am 27-03-2009 09:07 Zunächst: Vielen Dank, dass Sie Sie sich wieder entschlossen haben der Welt Informationen zu liefern, auch kostenfrei und für die damit verbundenen Mphen. Eine etwas differenziertere Betrachtungsweise des Problems wäre angebracht. Was aktuell passiert ist das Aufkaufen von Verbindlichkeiten. Diese werden zwar den Banken aus den Bilanzen genommen, die FED bzw. das Treasury hat diese nullwertigen Verbindlichkeiten allerdings noch auf Halde. Was passiert nun, wenn der Markt etwas anzieht? Nun das Treasury/die FED werden diese Verbindlichkeiten wohl nicht selbst eintreiben, sondern diese zu einem niedrigeren Preis als den Einkaufspreis an Investoren abtreten (Aktuell laufen ja bereits Gespräche mit Investoren um eine "abgesicherte" Übernahme der Schuldpapiere zu ermöglichen). Die Investoren (vermutlich auch Banken und Fonds) treiben nun bei leichten Anzeichen einer Erholung diese Schulden weiter ein. Der Nennwert der Schulden ist gleich geblieben, aber gekauft wurden die Schulden zu einem niedrigen Betrag. Und genau da steckt nun die Inflation - insbesondere bei diesen gigantischen Mengen die hier aufgekauft werden. Diese Differenzen plus die ohnehin anfallenden Zinsen aus den Schuldtiteln werden nun durch das gottgegebene Recht der Banken zur giralen Geldschöpfung... Sie wissen es selbst. Wie lange dieser Prozess dauert? Keine Ahnung. Allerdings gibt es parallele Reflationen mit Konjunkturprogrammen. Ich tippe also auf eine langsam ansteigende Kurve mit sehr starkem Ausschlag am Ende. Nicht auf eine sofort nach oben gerichtete Kurve. Geschrieben von: HRR, am 27-03-2009 11:35 Hallo ZeroCool Da die Papiere noch längst nicht auf Marktpreise abgeschrieben sind, habe ich grosse Zweifel, dass Geithners Plan ins Laufen kommt. Irgendwann kommt dann schon die Inflation - in Ländern mit schwachen Währungen sogar schon sehr bald, aber das grosse Thema in Europa und auch in den USA wird es so schnell nicht werden. Geschrieben von: McShorty, am 27-03-2009 11:56 Hallo Chiron, erstmal auch hier, besten Dank dass Du wieder auf Sendung bist. Ja Infla-Defla-Hyper ist wohl das heisseste Game z.Zt. on earth. Wird wohl das Russisch Roulett der Neuzeit werden, allerding mit 99 Bullets bei 100 Kammern - denn soviel Leute - prozentual - wirds böse erwischen. Damit auch "wir" nicht darunter sein werden, müssen wir höllisch aufpassen und ständig beobachten, analysieren, abwägen - was höchst stressig ist. Denn zu früheren Hyperzeiten haben wir heute eins nicht wenns richtig losgeht: ZEIT Und da die Macht diesmal auch nicht doof danaben stehen wird und zuschaut wie ihr diese entgleitet, müssen wir an mehreren Fronten kämpfen. Wird nicht leicht, muss aber bei guter Vorbereitung machbar sein - schon um unserer Nachkommen willen. Eine Bitte noch, verlinke doch deine neuen Artikel hier wie früher im DGF. Danke und Gruß McShorty Artikel kommentieren
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