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Die heissen Tage bei Bear Stearns |
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Sonntag, 10. August 2008 |
Als Jimmy Cayne 1993 zum CEO der Investmentbank Bear Stearns ernannt wurde kostete eine Aktie der Firma $ 16.61 und erreichte im Januar 2007 - 14 Jahre später - den Rekordwert von $ 172.69. Von da an ging es nur noch bergab bis zum Zeitpunkt als die FED einschreiten musste, um den Bankrott zu vermeiden und Bear Stearns für ein Butterbrot von J.P. Morgan einverleibt wurde.
Jimmy Cayne gab Fortune Magazine nun erstmals seit dem Zusammenbruch ein Interview.
Der alles entscheidende Zeitpunkt war im Sommer 2007. Cayne ahnte erstmals, dass etwas schrecklich schief lief bei Bear Stearns in den Wochen bevor die Firma ankündigte, am 22. Juni 2007, dass sie bereit sei $ 3.2 Milliarden zu investieren um einen ihrer zwei mit hohem Fremdkapital finanzierten hypothekenlastigen Hedge Fonds zu retten. Diese Hedge Fonds wurden von Ralph Cioffi gemanaged, welcher an Warren Spector reportete - der Star in der Geschäftsleitung von Bear Stearns und begnadeter Bridge-Spieler wie Jimmy Cayne.
Im Winter 2003 startete Cioffi - damals 22-jährig - mit 10 Millionen $ von Bear Stearns einen Hedge Fonds. Obwohl Cioffi nie zuvor Geld verwaltet hatte lief die Sache rund. Im Oktober wurde ein weiterer Hedge Fonds gegründet. 40 Monate lang lieferten die Fonds positive Resultate. Aber im Jahr 2006 begannen die Gewinne zu fallen und einige Kunden forderten ihr Geld zurück. Im August 2006 wurde der zweite Hedge Fonds neu ausgerichtet um höhere Risiken und noch höhere Hebel nützen zu können. Zahlreiche Investoren wechselten nun zum neuen Hedge Fonds aufgrund Cioffi's Empfehlung. Beide Hedge Fonds, welche mit 1.6 Milliarden Dollar seitens der Investoren gefüttert waren, gehörten zum Bear Stearns Asset Management, welches Spector unterstand.
Im Juni 2007 - die Performance ging bereits für ein paar Monate zurück, wurden die Geldgeber, darunter Merrill Lynch und J.P. Morgan nervös. Sie verlangten von Cioffi mehr Sicherheiten oder noch besser, das Geld zurück zu zahlen. Für Cioffi wurde es nun ernst und er engagierte die Blackstone Gruppe ihm zu helfen, wie man die Geldgeber und Investoren an Board halten könnte. Sie empfahlen Cioffi und seinen Vorgesetzen eine Serie von Meetings mit den Kreditoren abzuhalten und diese zu bitten, sich zurück zu halten und Cioffi die Möglichkeit zu geben die Vermögenswerte in aller Ruhe zu liquidieren. Doch dies war wie der Ruf "es brennt!" in einem Theater.
Merrill rannte zum Ausgang. In den vorangegangenen Wochen hatte die Firma wiederholt von Cioffi mehr Sicherheiten verlangt, aber Cioffi lehnte ab. Dann, am 15. Juni, der Tag nach einem Meeting mit Kreditoren, zog sich Merrill mit Sicherheiten von 850 Millionen $ zurück. Die Strategie mit der Bitte für mehr Zeit war gescheitert. (Ein Jahr später wurde Cioffi angeklagt wegen Konspiration, Wertschriftenbetrug und Falschaussagen gegenüber Investoren über den Zustand der Fonds.)
Zurück zu Jimmy Cayne, den CEO von Bear Stearns. Vom 18. zum 29. Juli 2007 nahm er an den nordamerikanischen Bridgemeisterschaften in Nashville teil. Auch Spector - der Vorgesetzte von Cioffi - erschien dort im Rahmen seiner Ferien. Doch die Präsenz von Spector nervte Cayne wegen den Problemen mit den Hedge Fonds. Am 30. Juli kam dann Cayne zurück zur Firma. Er sah zwei Optionen, die Probleme in den Griff zu bekommen: entweder die Fonds zu schliessen und die Geldgeber und Investoren zu brüskieren oder selber zum Geldgeber zu werden und das Risiko weiterer Wertberichtigungen zu übernehmen. Er zog ersteres vor - nach eigenen Angaben, weil es besser wäre den guten Ruf zu verspielen als das Eigenkapital grösseren Risiken auszusetzen.
Am Ende entschied sich Bear Stearns dagegen und lieh 1.6 Milliarden $ um die Geldgeber auszuzahlen. Es war wie Cayne befürchtet hatte die falsche Strategie.
9 Monate später wurde Bear Stearns zu 10$ pro Aktie an J.P. Morgan verkauft. Jimmy Cayne allein soll 1 Milliarde $ verloren haben. Immerhin 600 Millionen $ soll heute sein Vermögen betragen.
Der viel ausführlichere Bericht in Englisch über Aufstieg und Fall von Jimmy Cayne bei Fortune.
Eine Zusammenfassung auf deutsch: Die Enthüllungen des James Cayne
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Erhalten von: Die USA kauft sich bei den Banken des eigenen Landes ein » Beitrag » Kredit und Finanzen , am 14-10-2008 18:07 (PB) [...] soll, ist auch JPMorgan Chase, das Finanzinstitut, dass noch vor wenigen Monaten durch einen Kauf die Investmentbank Bear Stearns vor der endgültigen Pleite gerettet hatte. Und auch die WaMu, die Washington Mutual, war durch JPMorgan Chase aufgekauft geworden, nach [...] |