Die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Rating-Ausblick für
Großbritannien von stabil auf negativ gesenkt und Kalifornien muss um
Staatshilfe betteln, damit sie ihren Angestellten den Lohn bezahlen
kann. So einfach wird es also nicht werden, sich mit
Konjunkturprogrammen aus dem wirtschaftlichen Wellental empor zu
hangeln.
Das Surferparadies Kalifornien steckt im Wellental. Der grösste Gliedstaat
hat kaum mehr Zugang zu Bankkrediten, um einen Liquiditätsengpass zu
überbrücken. Jetzt wird Bundeshilfe angefordert.
Während ein
Grossteil der Ausgaben Kaliforniens im ersten Halbjahr anfällt, treffen
die Einnahmen schwerpunktmässig erst im zweiten Semester ein.
Dieses Problem kennt jeder Staat und ist nun wirklich nicht neu.
Kaliforniens
Treasurer Lockyer schreibt, dass ohne diese Überbrückungsfinanzierung
die Entlassung vieler Polizisten und Feuerwehrleute droht und die
Überweisungen an die Schuldistrikte stark gekürzt werden müssten.
Der
Gliedstaat an der Pazifikküste leidet unter stark gesunkenen
Steuereinnahmen und folglich unter einem riesigen Loch im Haushalt, das
je nach Berechnungsweise bis 40 Mrd. $ beträgt. Das hat unter anderem
damit zu tun, dass Kalifornien unter der Immobilienkrise besonders
stark zu leiden hat (der Boom war dort zuvor auch besonders
ausgeprägt); die Arbeitslosigkeit liegt mit 11% deutlich über dem
Landesdurchschnitt.
Mehr dazu: Kalifornien vor einem Liquiditätsengpass
Auch Grossbritannien kommt an die Grenzen der Schuldenfinanzierung .
Der
Schuldenstand Großbritanniens könnte auf bis zu 100 Prozent der
Bruttoinlandsproduktes (BIP) klettern und mittelfristig auf diesem
Niveau bleiben, begründete S&P seine Entscheidung. Bei dieser
Einschätzung seien zusätzliche Sparmaßnahmen schon berücksichtigt. Eine
Verschuldung in dieser Größenordnung sei mit einem "AAA"-Rating für
Langfristanleihen nicht vereinbar. Falls es tatsächlich zu einer
Absenkung des Ratings kommt, dann dürften die Kosten für den britischen
Schuldendienst merklich steigen.
Vorderhand ist das nicht viel
mehr als eine Warnung, aber sie zeigt, dass die Schuldentürme nicht
weiter unbesehen in den Himmel wachsen können. Die Politik wird es
damit schwer haben, weitere Konjunkturprogramme anzuschieben. Somit
stehen wir schon bald Sparmassnahmen im öffentlichen und sozialen
Sektor gegenüber. Wie das dem Volk nach den Milliardenprogrammen
zugunsten der Finanzindustrie beigebracht werden soll, entzieht sich
meiner Vorstellungskraft.
Etwas einfacher ist es hingegen sich vorzustellen, dass unter diesen Voraussetzungen weiterhin die Deflation das Hauptproblem bleiben wird.
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Geschrieben von: Mindtrap, am 25-05-2009 14:41 Nach dem Betteln kommt das Klauen. Sollten sich die Staaten nicht mehr auf dem Kapitalmarkt borgen können, was sie ohnehin nicht zu tilgen gedenken, dann werden sie aktiv aquirieren, sprich: Steuern rauf, Abgaben mit Nachdruck eintreiben, neue Abgabenarten und Zwangsbesteuerungen einführen. Dann ist G.O. in Sichtweite... Zu Deinem "Wie das dem Volk nach den Milliardenprogrammen zugunsten der Finanzindustrie beigebracht werden soll, entzieht sich meiner Vorstellungskraft." - Falls es Dich tröstet, daß weiß noch keiner...  Artikel kommentieren
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Erhalten von: Kalifornien und Kanzas sind pleite - Erfahrungsberichte, Tipps und Tricks, Probleme , am 26-05-2009 11:04 (TB) Kalifornien und Kanzas sind pleite
Nun hat sich Kalifornien doch bis Mai durchgewurstelt. Es wird aber enger, wie Zeitenwende.ch Erhalten von: Die Blicke in die Wirtschaft am 26. Mai 2009 « Blick Log , am 25-01-2010 09:33 (PB) [...] ZW: Die Grenzen der Konjunkturmassnahmen [...] |