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Die Finanzkrise war nur der Anfang PDF Drucken E-Mail
Montag, 5. Januar 2009
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Die Finanzkrise war nur der Anfang
Seite 2
Die Welt ist in einer Krise, schreibt die Washington Post. Doch das eigentliche Problem sei nicht der Finanzcrash, die Rezession oder Massenvernichtungswaffen, sondern die Demographie. Wenn die Baby Boomers in Pension gehen, dann drohe das Renten- und Gesundheitssystem zu kollabieren. Ist das wirklich so?

Die Diskussion, die in den USA geführt wird, ist den Europäern schon lange bekannt. Wegen dem Geburtenrückgang müssen immer weniger arbeitende Menschen für immer mehr Rentner aufkommen. Ein System, das nicht funktionieren kann. Soweit die oekonomische Realität. Doch dieser Blickwinkel widerspricht völlig der folgenden Logik:

Je weniger Menschen sich den Platz teilen müssen, desto mehr Platz hat es für jeden einzelnen. Das gilt für Landwirtschaftsflächen genau so wie für Plätze am Strand der Côte d'Azur. Selbst unter der Berücksichtigung, dass die arbeitende Bevölkerung abnimmt, dürfte die Versorgung durch Lebensmittel und Gesundheit für die Rentner kein Problem darstellen, denn die Produktivität ist in fast allen Bereichen schneller gestiegen, als die Demographie dagegen arbeitet.

Wir müssten also dankbar sein, wenn die Menschheit schrumpft. Doch das ist mitnichten so.

ImageDer Grund für das Demographieproblem, das von der Washingtonpost skizziert wird, tritt erst zutage, wenn man das Geld in die Gleichung einbezieht. Unter dieser Voraussetzung funktioniert es nicht - aber warum eigentlich?

Hätte sich der Produktivitätsgewinn bei der arbeitenden Bevölkerung gleichmässig niedergeschlagen, dann wäre es problemlos möglich, die immer stärker wachsende Rentnergruppe zu finanzieren. Doch der Produktivitätsgewinn durch Globalisierung und Industrialisierung kam nur bei einer geringen Bevölkerungsschicht an. Die Lohnschere ging immer weiter auseinander und die grossen Vermögen können in zahlreichen Ländern mehr oder weniger steuerfrei weiter gegeben werden.

Da die meisten Einkommen auch dementsprechend versteuert werden müssen - Ausnahmen wie Hedge-Fonds-Manager lasse ich der Einfachheit halber mal aussen vor - liegt das Problem nicht in erster Linie bei der auseinander klaffenden Einkommensschere der letzten Jahre, sondern bei den Vermögen selbst. In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurden gewaltige Reichtümer angehäuft - die notabene jetzt durch Staatshilfen vor dem Zusammenbruch gerettet werden.



 
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