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Die Droge Geld PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 20. September 2011
Beim Versuch zahlreicher Länder, die Vermögenden für den Schuldenabbau zur Kasse zu bitten, gehen die Wogen hoch. Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter verglich das Eintreten für eine Reichensteuer mit der Judenverfolgung. Zeit also, sich ein paar grundsätzliche Gedanken zu diesem Thema zu machen.

Die Akropolis diente einst als Schatzkammer zur Verwahrung der Steuereinnahmen. Heute ist ihr verlotterter Zustand ein Sinnbild für die griechischen Staatsfinanzen. Doch so schlimm ist es gar nicht, wenn man jenen Experten glauben will, die behaupten, dass man die Schulden innert zehn Jahren abtragen könnte, wenn es gelänge, die Steuerhinterziehung einzudämmen. Es müssten also nur bestehende Gesetze angewandt werden, um das Problem in den Griff zu bekommen. Doch stattdessen werden Sparprogramme verabschiedet, die die Wirtschaft abwürgen und unter dem Strich nicht viel bringen.
 
Steuern müssen im Verhältnis zu den finanziellen Möglichkeiten erhoben werden.
  

Der Satz stammt von dem bei den Neoliberalen nicht ganz unbeliebten Adam Smith. Davon sieht man heute nur noch wenig. Neben der Steuerhinterziehung haben auch ganz legale Vorgänge zu einer Umverteilung des Reichtums gesorgt. Vermögens- und Erbschaftssteuern wurden weltweit reduziert oder gar abgeschafft. Einkommenssteuern sanken in zahlreichen Ländern, während die indirekten Steuern durchwegs heraufgesetzt wurden. Doch inzwischen führt jede weitere Erhöhung von indirekten Steuern zu einer direkten Verminderung des Wirtschaftswachstums. Mit zusätzlichen Mehrwertssteuereinnahmen und dergleichen lässt sich definitiv keinen Staat mehr machen. Das Einführen oder Erhöhen von Vermögenssteuern scheint also die logische Folge zu sein. Dennoch dominiert die Moralfrage das Thema der Reichensteuer. 

Beim Treffen der Euro-Gruppe im polnischen Wroclaw sagte die österreichische Finanzministerin: "Wir bauen gerade enorme Feindbilder in Europa gegen die Banken und die Reichen, die Vermögenden auf. So was hatten wir schon einmal, damals verbrämt gegen die Juden, aber damals waren ähnliche Gruppierungen gemeint. Es hat das zweimal in einem Krieg geendet. Wir müssen uns wirklich alle anstrengen, damit so ein Szenario mit Sicherheit nicht kommt“.

Damit macht sie die Reichen zu Opfer, dabei ist Reichtum eine Folge der Verschuldung, weil es ohne Verschuldung gar keinen Reichtum gäbe. siehe hier.

Moralisch kann somit weder der Vermögende noch der Verschuldete "besser" sein, da sie sich gegenseitig bedingen. Man könnte also das Problem viel sachlicher angehen, wenn da nicht der Glaube wäre, dass Reichtum glücklich macht. Und der muss weit verbreitet sein, sonst würde nicht hüben wie drüben  moralisch über Reichtumssteuern diskutiert werden. Dabei ist das Streben nach Geld gemäss Arthur Schopenhauer nicht ein Streben nach Glück, sondern eine Sucht:  "Das Geld gleicht dem Seewasser. Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man." Kein Wunder können bei diesem Thema so wenig nüchtern bleiben.

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