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Die Briten sind aus dem Häuschen |
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Mittwoch, 22. April 2009 |
Die unbekannte Sängerin Susan Boyle tauchte bei der Castingshow
Britain’s Got Talent genau so unerwartet aus dem Nichts auf wie das
Platzen der britischen Immobilienblase. Und beide haben eines
gemeinsam: Sie bringen die Briten aus dem Häuschen. Wie nachhaltig das
sein wird, überlasse ich im Falle Susans den Feuilletonisten, im Falle
der britischen Wirtschaft melde ich mich selber zu Wort.
Grossbritanniens Staatsdefizit betrug allein im 1. Quartal 2009 90
Milliarden Pfund, das ist der grösste Anstieg seit dem zweiten
Weltkrieg. Parallel dazu stieg die Arbeitslosigkeit auf den höchsten
Stand seit 12 Jahren. Damit fehlt der Regierung nun ausgerechnet im
dümmsten Moment das Geld für Konjunkturpakete.
Bereits heute
mittag soll nun der Finanzminister das Budget für das laufende Jahr
bekannt geben. Erwartet wird ein Defizit von 160 Milliarden Pfund oder
11 Prozent des Bruttosozialprodukts. Noch im vergangenen November wurde
mit "nur" 8 Prozent gerechnet.
Die Britische
Industrievereinigung geht davon aus, dass die Wirtschaft dieses Jahr um
3.9 Prozent schrumpft, was die Arbeitslosigkeit weiter steigen und die
Steuereinnahmen weiter schrumpfen lässt. Doch das ist noch nicht genug.
Geht
man davon aus, dass einem Schrumpfen der Wirtschaft von 3.9 Prozent
auch Kreditausfälle bei den Banken von 3.9 Prozent folgen werden - eine
sehr vorsichtige Schätzung - dann sind die britischen Banken schon
wieder insolvent. Weitere Staatshilfen werden somit nicht zu verhindern
sein und die negative Spirale dreht sich weiter.
Wahrlich
schlechte Aussichten für Grossbritannien. Es ist zu hoffen, dass Susan
Boyle und andere Kandidaten auch in Zukunft die Misstöne aus der
Wirtschaft überstimmen werden. Zumindest für ein paar Tage ist es ihr
gelungen. Das muss Talent sein. Susan, sing weiter!

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Geschrieben von: McShorty, am 22-04-2009 12:51 Hallo HRR, nicht nur auf ihrer eigenen Insel sind die aus dem Häuschen. Habe von der größten Kanareninsel die Info, dass die Tommies auch dort immer mehr den Schlüssel abgeben. Tja, 30 % GBP Verfall, Verluste bei Pensionsfonds usw. bleiben nicht ohne Folgen. Also back to the roots oder besser back to fog and rain. Sieht wahrhaft düster für die Jungs dort drüben aus, mal sehen was King und das QE so machen. Es bleibt spannend. Gruß McShorty Artikel kommentieren
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