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Die Börse traut dem Braten nicht |
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Dienstag, 16. September 2008 |
Weshalb kaufte die Bank of America die Investmentbank Merrill Lynch? Diese Frage ging gestern in der Hektik völlig unter, aber sie wird garantiert noch lange gestellt werden, denn es macht einfach keinen Sinn. Die Börse reagierte dementsprechend und die Merrill Aktien schlossen unter dem in der Uebernahme ausgehandelten Umtauschverhältnis.
Wurde der Boss der Bank of America von der Fed unter Druck gesetzt, war er besoffen oder wollte er mit dieser Uebernahme seinem Ego ein Denkmal setzten? Suchen Sie es sich aus, eine dieser Erklärungen wird zutreffen. Die offizielle Erklärung hingegen, dass es eine einmalige Chance war, wird sich schon bald als Mega-Flop herausstellen.
Dieser Meinung ist auch die Börse. Die Aktien von Bank of America tauchten gestern um 21 Prozent auf $ 26.55, die Merrill-Aktien schloss bei $ 17.06. Bei einem Umtauschverhältnis von 0.8595 hätte Merrill bei $ 22.81 schliessen müssen. Entweder sind also die BoA-Aktien zu hoch, die Merrill-Aktien zu tief oder die Uebernahme noch nicht in trockenen Tüchern. Genau dies scheint auch der Markt zu denken, ansonsten gäbe es Arbitragmöglichkeiten.
Not amused über die Uebernahme sind auch die Ratingagenturen. S&P und Moody's sehen die Zukunft von BoA skeptisch und erklärten am Montagabend, dass eine Abstufung der BoA-Ratings wahrscheinlich sei.
Inzwischen hat eine New Yorker Rechtsanwaltskanzlei im Namen eines Aktionärs angekündigt, gegen beide Institute vor dem Obersten Gericht des Staates New York einen Anlegerprozess anstrengen zu wollen. Grund dafür seien die unfairen Bedingungen der Transaktion gegenüber den Aktionären.
Verlierer dieser Uebernahme, sofern sie auch tatsächlich wie angekündigt über die Bühne gehen wird, sind mit grosser Wahrscheinlichkeit die Angestellten von Merrill Lynch und sicher die Aktionäre von Bank of America. Glücklich schätzen dürfen sich hingegen die Aktionäre von Merrill Lynch. Ohne die Uebernahme wären die Aktien gestern sicher nicht so gut durch den Tag gekommen.
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