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Montag, 20. Oktober 2008 |
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Seite 1 von 2 Sorry, aber ich muss die Banker jetzt einmal in Schutz nehmen, mir tun
die grossen Jungs in feschen Nadelstreifenanzügen richtig leid. Wie
sollen sie denn die Welt noch verstehen? Jahrelang wurde ihnen von der
Politik die Füsse geküsst und die schreibende Zunft beschränkte sich in
Hofberichtserstattung und plötzlich soll alles falsch sein?
Jeder Vorschlag von den Geldhäusern wurde in den Regierungspalästen
abgenickt in der Hoffnung, selbst einmal ein Ruheplätzchen in einem
wohldotierten Verwaltungsrat zu ergattern oder mit einem Beratervertrag
ein zünftiges Zubrot zu verdienen. Für die kleineren Fische gab es mal
ein Ticket für die VIP-Lounge eines Champions-League-Spiels oder eine
Einladung an ein Tennisturnier mit anschliessendem 5-Gang-Menue und
schon waren sie glücklich und zufrieden.
Die Boni wurden unter
Neiddebatte abgehandelt, selbstverständlich auch dann, wenn der
Aktienkurs Schlagseite hatte oder das Unternehmen Verluste schrieb.
Gestört hatte das keinen. Und jetzt sind sie alle empört - du liebe
Zeit. Wo waren sie denn all die Jahre? Wer hatte es möglich gemacht,
dass die Banken Zweckgesellschaften ausserhalb der Bilanz gründen
konnte, so dass es jedem Aktionär verunmöglicht wurde, sich selbst ein
Bild der Lage zu machen? Wer stimmt zu, dass man mit der Bilanz gar
keine Bilanz mehr ziehen konnte? Wer schlug vor Begeisterung die Hände
über dem Kopf zusammen, als es galt, Verbriefungsgeschäfte
publikumsfähig zu machen?
Wer war es, der Hedge-Fonds-Manager
mit Steuererlässen geködert hatte, die unter den Ansätzen einer
Putzfrau lagen? Egal wohin man auch schaute, in allen Ländern wurde
alles für die Götter des Mammons gemacht und jetzt sind sie empört. Und
dann die Medien...
...ich kann mich an keinen einzigen Artikel
erinnern, der sich über die Aktienrückzahlungen bei gleichzeitiger
Bilanzaufblähung einmal die Frage gestellt hätte, ob das alles noch mit
rechten Dingen zuging. Bis heute wollen uns die Medien weismachen, dass
man mit einem Aktienkapital von 2-3 Prozent eine Bank durch stürmische
Zeiten führen könne. Hallo, ist da noch jemand Zuhause?
Wer wie
der Kleinunternehmer aus Schaffhausen, Thomas Minder, die
Gehaltspolitik der Grossunternehmen kritisierte und eine Initiative
gegen die Abzockerei auf die Beine stellte, wurde weit und breit
belächelt - von den Medien und der Politik gleichermassen. Inzwischen
gehen ihre Forderungen weit über die Initiative hinaus. Heuchelei im
Quadrat...
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