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Deutschland soll raus PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 31. Mai 2012
In der Debatte, ob Griechenland aus dem Euro austreten soll, melden sich jetzt zwei Oekonomen mit einer überraschenden Idee zu Wort. "Deutschland soll aus der Gemeinschaftswährung austreten", meinen Clyde Prestowitz und John Prout.

Deutschland sieht sich gerne in der Opferrolle. Weil die anderen sich sehenden Auges in den Ruin gestürzt haben, soll Deutschland jetzt die Rechnung bezahlen. Das geht nicht, das geht gar nicht. Deshalb müssen sie sparen, die Sünderstaaten. Zuerst Griechenland, dann Irland, Spanien und auch Italien. Auch Frankreich wird inzwischen an ihre Budgetvorgaben erinnert und weitere Staaten werden folgen. Dass das zu nichts führt, zeigen die Arbeitslosenzahlen, die die eingesparten Sozialausgaben gleich wieder zunichte machen. Am Ende steht Zusammenbruch und Revolution, die niemand haben will.

Doch vielleicht brechen jetzt der ehemalige Finanzchef der Crédit Commercial de France, John Prout, und der Präsident des Economic Strategy Institute, Clyde Prestowitz die Fronten auf. Ihre Idee ist bestechend: Entlässt Deutschland aus der Opferrolle. Sie sollen wieder die D-Mark haben und damit tun und lassen können, was sie wollen.

Ich gebe zu, mir gefällt der Ansatz. Nicht etwa, weil er irgend welche Probleme lösen würde, sondern weil er die Perspektive verändert und das ist dringend notwendig. Machen wir also die Probe aufs Exempel. Was würde passieren, wenn sich die Deutschen aus dem Währungsverbund verabschieden würden?

Ohne Zweifel würde die D-Mark gegenüber dem Euro durchstarten. Die Exporte würden sich massiv verteuern. Arbeitsplätze müssten abgebaut werden usw. Oder die Deutschen gingen den Weg der Schweiz. Sie binden die eigene Währung an den Euro an und um diesen Wechselkurs zu verteidigen, müssten sie Euros in ungeahnten Grössenordnungen zusammen kaufen, was letztlich dem Status Quo gleich käme.

Was endlich klar würde ist folgendes: Deutschland verteidigt den Euro nicht aus Nächstenliebe sondern aus ureigenen Interessen. Das ist auch völlig in Ordnung so, aber man sollte sich das auch endlich einmal eingestehen. Wenn Deutschland aus dem Euro raus möchte, dann sollte man Deutschland diesen gefallen tun, besser heute als morgen, wobei ich überzeugt bin, dass schon das unvoreingenommene Nachdenken über diesen Schritt dazu führen würde, dass man ihn gar nicht erst machen würde, weil er ökonomisch keinen Sinn macht.

Ob Deutschland nun vom billigen Euro profitiert, dafür aber anderen helfen muss, oder ob es den Euro verlässt und dafür der eigenen Wirtschaft unter die Arme greift oder den Euro mit D-Mark-Verkäufen stützt, kommt am Ende aufs Gleiche raus.

Aendern würde sich bei diesem Nachdenken über einen Euro-Austritt aber bestimmt die Perspektive und zwar so, dass Deutschland nicht ein Opfer der Umstände ist, wie es sich gerne sieht, sondern auch ein Teilnehmer, der seine eigenen Interessen verfolgt.

«Nicht Griechenland, sondern Deutschland muss austreten»
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RSS Kommentare Kommentare (17)

Geschrieben von: Blog - start-trading.de website, am 31-05-2012 13:30
Die Deustchen sind einfach clever. Sie haben den Euro und die damit eingehenden Vorteile optimal ausgenutzt. Kaum Handelsbeschränkungen in Europa, eine Einheitswährung bei der die anderen Staaten an Konkurrenzfähigkeit verlieren. Was will das Konjunkturherz mehr?

Die Deustchen haben es übertrieben, mit den vielen Forderungen, mit ihren Drohungen und dem runiösen Sparzwang. Jetzt stehen sie isoliert da: Deutschland isoliert sich in Europa

Die Möglichkeit wieder an die D-Mark zu kommen, ist wirklich nicht anwägig. Der Vorwand eine starke Währung würde die Absatzfähigkeit der produzierten Güter schmälern ist nicht haltbar.

Die Deutschen hatten lange Zeit eine starke D-Mark und waren trotzdem Exportweltmeister.

Geschrieben von: AmiGoHome, am 31-05-2012 14:43
Revolution die niemand haben möchte? Ich hätte nichts dagegen, wenn diese Finanzdiktatur vom Volk gestürzt wird.

Geschrieben von: lupe website, am 31-05-2012 15:52
Die Idee, D. sollte aus dem Euro austreten, ist weder überraschend noch neu. Ich hatte sie schon vor zwei Jahren entdecktlOZ-Blog.
Hier das Original:
http://www.fr-online.de/schuldenkrise/leitartikel-zur-waehrungsunion-dann-geht-doch-raus-,1471908,2778608.htm

Geschrieben von: denkdochmalmit, am 31-05-2012 16:02
Das ist eine sehr gute Idee, die aber leider bei uns in D nicht gedacht wird.
Die Mehrheit der Bevölkerung wäre auch dafür, zumal das Märchen von der starken Mark und den teuren Exporten nicht ziehen wird weil dadurch die Rohstoffe billiger werden.
Nur man zu , raus aus dem EURO, am besten Morgen...

Geschrieben von: EuroTanic website, am 31-05-2012 18:29
An alle die hier übr "die Deutschen" reden. Die meisten Deutschen habn vom Euro nicht profitiert. Im Gegenteil. Seit Jahrzehnten Reallohnverlust, Realrentenkürzungen, Kinderarmut angestiegen, Altersarmut angestiegen, Arbeitslosigkeit real angestiegen usw. Die angeblichen Exportgewinne gehen ausschliesslich an globale Unternehmen. Diese verklappen die Gewinne auf die Kaiman Inseln. Also hören sie bitte auf von "den Deutschen" Gewinnlern zu rden. Die gibt es nicht.

Geschrieben von: HRR, am 31-05-2012 20:29
@EuroTanic

Völlig einverstanden. Schau mal hier:

Die Exportfalle

Geschrieben von: O.T., am 31-05-2012 21:35
Ich hoffe dieser Vorschlag setzt sich durch!

Jeder Sparer, und sei's nur wenn er 10000 EUR (oder eine Pensionsversichrung, Lebenversicherung etc.) auf der Bank liegen hat, verliert jährlich durch die steigende Inflation immer mehr ...

Ich verstehe wirklich nicht, warum sich die Deutschen das gefallen lassen - als Nation der Sparer!

Ich finde das eine bestechende Idee - die wahrscheinlich eine 90 %ige Mehrheit in der Bevölkerung hat!

Der klare Nachteil ist natürlich der: Alle Leute der Euro-Länder würden ihr ganzes Kapital sofort nach Deutschland schaffen um dem Wertverlust des Euros nach der Umstellung zu entgehen. Daher - werden es die anderen Länder NICHT zulassen!

Geschrieben von: Harald website, am 01-06-2012 03:24
Egal, wie jetzt die Entscheidung fallen wird, ob Deutschland aus dem Euro austritt oder Griechenland. Es wird für alle Länder schmerzhaft und es treten auf Jahre hinaus Wohlstandsverluste auf.

Geschrieben von: Edwin Glaser, am 01-06-2012 10:56
Wieso gehen alle davon aus, die Euro-Guthaben würden auf neue DM umgestellt? Solange der Euro existiert, können die bestehenden Riester-Verträge auch in Euro ausgezahlt werden.

Wieso müssen die Arbeitsverträge sofort umgestellt werden? Ein Unternehmen, das 50% exportiert, bezahlt halt 50% der Löhne in Euro. Fähige Leute suchen sich einen Job, der in DM bezahlt wird. Wer keinen DM Job findet, kann weiterhin für Dumpinglöhne exportieren.

Dazu dann gerade so viel Harz4 Aufstockung in DM, dass sich die Straßenschlachten in akzeptablen Grenzen halten.

Geschrieben von: Sven, am 01-06-2012 15:26
Der Gedanke, dass Deutschland den an die Wand gedrückten anderen Euro-Teilnehmern finanziell unter die Arme greifen soll, hat auch einen Pferdefuss, der i.d.R. unterbelichtet bleibt. Ich vergleiche das gerne mit den Raparationen in Folge des WK1. D wird damit zur Erzielung hoher Außenhandelsüberschüsse gezwungen.

Deutschland muss die Inflation über Lohnerhöhungen etwas anheizen (2-3%) und DAMIT seine, auch finanzielle Leistungsfähigkeit, auf ein gesundes Maß ausdünnen. Das Geld, welches für die Stützung der Südschiene bspw. dennoch generiert werden muss, hat daher imho aus den Vermögen der Unternehmen und Rentiers zu kommen (Steuern, Anleihen für einen Marshallplan für die Südschiene etc). Jedenfalls nicht durch neue Staatschulen, welche den deutschen Exportwahn zementieren.

Geschrieben von: O.T., am 01-06-2012 19:58
Was ist das, ein Exportwahn?

Werden Unternehmen gezwungen, Produkte zu entwickeln die AUCH oder BESONDERS im Ausland gefragt sind?

Ich warte darauf, das einer sagt, die Juden hätten einen Profilierungswahn, soviele Nobelpreisträger sie stellen, einen Wahn bahnbrechende Forschung zu betreiben.

Das Problem ist doch, das alle anderen fauler oder dümmer sind als die Deutschen und die Juden.

Geschrieben von: Sven, am 02-06-2012 09:33
@ O.T.
Exportwahn = Erzielung von Außenhandelsüberschüssen, welche andere Staaten langfristig in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Das Regulativ sind hier nicht die einzelnen Unternehmen, sondern die Staat bzw. internationale Institutionen, wenn sie ihre Aufgabe denn wahrnehmen. Und dumm ist der deutsche Steuerzahler, welcher deutschen Unternehmen erst den Verkauf vorfinanziert und dann auch noch den Kredit tilgt, ohne die Gewinner an der Tilgung zu beteiligen.

Zur Auslandsnachfrage ein Tipp: gleich ganz verschenken würde im Ausland noch mehr Nachfrage erzeugen. Zum Einstieg. - Und warum Juden fast zwangsläufig unter den Nobelpreisträgern häufiger zu finden sind, zeigt ein Unterschied zwischen der christlichen und jüdischen Religion, welcher in vorliberaler Zeit zum Tragen kam. Juden sind aus ihren Gebetsstunden den Diskurs gewöhnt, die Tora wird stets ausgelegt. Die Bibel wird vorgebetet und nachgesungen. Wenn man das als Kind so gewöhnt ist, führt man sein Studium ganz anders.

Geschrieben von: kosh, am 21-06-2012 17:59
Sali HRR

Nur damit auch das wieder einmal gesagt wurde: Als ob der BRDDR 2.0 eine Wahl gelassen würde.

aus http://www.spiegel.de/politik/ausland/merkel-britisches-maga zin-zeichnet-kanzlerin-als-terminator-a-840238.html
Quote:


- In einer Fotomontage gleicht Merkel dem Terminator aus den gleichnamigen Hollywood-Filmen.
… Diese sei sogar gefährlicher als Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad oder Kim Jong Un in Nordkorea - und ohnehin gefährlichster Machthaber in Deutschland seit Adolf Hitler.



Die Amis auf Kurs
Grüsse
kosh

Geschrieben von: HRR, am 22-06-2012 07:57
Ach kosh, klappern ist gut fürs Mediengeschäft. Darauf fällst du doch nicht etwa herein. Die gehen auch mit ihren Fussballern nicht anders um

Abgesehen davon würde ich an Merkels Stelle eher die Briten rauswerfen statt selbst rauszugehen.

Gruss HRR

Geschrieben von: kosh, am 24-06-2012 16:36
An Merkelas Stelle, ist das überhaupt von Belang, wer was an ihrer Stelle tun würde, wenn mit jedem Tag ihrer Amtsführung klarer und klarer wird resp. werden sollte, dass Merkela noch nie etwas getan hat, das der Planung schadet. Hier also der Plan, der bis jetzt jedenfalls blendend funktioniert: Alle wollen unter den Rettungsschirm, sogar die BRDDR 2.0
-> http://www.spiegel.de/politik/ausland/euro-krise-schaeuble-p rophezeit-baldiges-europa-referendum-a-840549.html

Wer genau liest, denn solche Ankündigungen werden i.d.R. in der HofberichtBEstattung gemacht.: Schäuble stellt eine Europa-Regierung in Aussicht, nicht etwa ein EU-Regierung.

Des Weiteren konfrontiert er sein Volk mit der Forderung nach einem neuen Grundgesetz, nicht etwa nach einer Verfassung.

Zwar sieht er eine Gefahr für ein Auseinanderbrechen des Euro, er geht aber nicht davon aus, dass diese Gefahr Realität wird. Auch das keine Überraschung.

Und last but not least: "Die Welt rückt immer enger zusammen, und in Europa würde jedes Land wieder seine eigenen Wege gehen? Das kann, darf und wird nicht sein!"

"Wird nicht sein" !!!!!!!!

Soviele klare Ansagen mit Sprengkraft mitten ins Delirium der Viertelfinals. Tja, wer trotzdem liest, der ist klar im Vorteil. Die sind allesamt schon vor Jahren in die Knie gegangen und warten seither auf die Anweisungen der Choreografie, wann, wo und wie sie über vollendeten Tatsachen frohlocken dürfen.

Parallel dazu laufen militärische Aktionen, die allesamt nur von den anstehenden Umwälzung künden, trotzdem oder gerade deshalb, um dem Ziel zu dienen wenn auch meistens unfreiwillig komisch, werfen sich Experten über Experten in die PRopagandaschlacht um die Rettung der europäischen Idee. Die Merkela, was gibt's darüber eigentlich noch zu sagen, die hat die Alternativen längst klipp und klar eingeschränkt, mit einem einzigen Wort: Alternativlos.

Die Amis auf Kurs
Grüsse
kosh

Geschrieben von: HRR, am 24-06-2012 18:06
An den Vereinigten Staaten von Europa führt kein Weg vorbei

Geschrieben von: kosh, am 24-06-2012 18:53
Eben, nur dass wir's inzwischen schriftlicher als schriftlich haben. Als Mittel zum Zweck der nicht sein kann weil er nicht sein darf. Der Masse sei Dank!

Grüsse
kosh


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