... ist mit guten Absichten gepflastert. Die US-Regierung möchte den Managern, welche von Staatshilfen
profitiert haben, die Boni bis um 90 Prozent kürzen. Aehnlich verfährt
jetzt auch Grossbritannien mit den Pleitefirmen Royal Bank of Scotland
und Lloyds. Doch was nach einem Befreiungsschlag aussieht, wird nach näherer Betrachtung zu einem Schuss in den Ofen.
Auf Druck des britischen Finanzministers Alistair Darling dürfen die beiden
teilstaatlichen Banken Lloyds und RBS in diesem Jahr nur jenen Mitarbeitern Boni in
Bargeld auszahlen, die weniger als 39 000 Pfund pro Jahr verdienen.
Alle anderen werden, wenn überhaupt, nur Aktien als Boni erhalten. Die
Vorstands- und Verwaltungsratsmitglieder müssen ihre Bonuszahlungen
komplett auf das Jahr 2012 verschieben. Damit will der Finanzminister
sicherstellen, dass die Banker sich an langfristigen Zielen orientieren
und nicht zu riskanten, kurzfristigen Geschäften verführt werden.
Mit
der gleichen Absicht will nun auch die US-Regierung den Topmanagern von
Firmen, welche in den Genuss von Staatshilfe kamen, die Gehälter und
Boni kürzen. Die
Vergütung der 25 bestbezahlten Manager soll durchschnittlich um 90
Prozent gekappt werden. Die
Vorsitzende des Bankenrettungsschirms, Elizabeth Warren, bestätigte im
Fernsehen Berichte über das geplante Durchgreifen.
Wer die
Karre in den Dreck gefahren hat, soll also nun dafür bluten müssen. Das
hört sich gut an, ist aber nicht zu Ende gedacht. Bestraft werden jetzt
die Manager, welche die Banken wieder auf Kurs bringen sollen und nicht
etwa jene, welche das Debakel verursachten. Wer heute bei einer dieser
Banken anheuert, bezahlt nun den Preis für vergangene Fehler, während
die Fehlerhaften sich mit den Boni von ihrem Arbeitgeber verabschieden
können, um eine Stelle bei den Gewinnern der Krise zu suchen.
Nach
marktwirtschaftlicher Logik gehen nun die Talente der Branche zu den
Gewinnern der Krise, weil dort die Boni munter weiter sprudeln, während
bei den Pleitefirmen nur jene arbeiten werden, die bei Goldman Sache
& Co. keinen Platz finden können. Das Problem an den nun bekannt
gewordenen Lösungsvorschlägen liegt somit darin, dass nicht die
Verursacher die Zeche bezahlen, sonden diejenigen, welche die Firmen
aus der Krise führen sollen. Das kann nicht im Interesse der
Steuerzahler sein.
Doch das ist noch nicht alles. Bei der
Betrachtung, welche Firmen bestraft werden sollen, gilt das Kriterium
"Staatshilfe". All jene Banken hingegen, welche bis heute am Rockzipfel
der Zentralbanken hängen, müssen keine Konsequenzen gewärtigen. Dabei
ist es ein offenes Geheihmnis, dass alle Investmentbanken ohne die
Rettungsprogramme von FED, EZB & Co die Krise nicht überlebt
hätten. Inzwischen lagert Müll in unbekannter Höhe in den Bilanzen der
Zentralbanken, Müll, der sicher eines Tages vom Steuerzahler entsorgt
werden muss.
Wer von diesen Hilfen bis heute profitiert, ist
unbekannt, da die Zentralbanken die Hilfen nicht öffentlich machen.
Kurzum: die getroffenen Massnahmen führen zu einer weiteren
Konzentration der Banken. Eine kleine Gruppe kommt in den Genuss aller
Freiheiten und hat gleichzeitig Zugang zu den Zentralbanken. Damit
werden sie noch grösser als sie bereits waren, bis sie eines Tag zu
gross sein werden, um sich noch retten zu können ... und das könnte früher sein, als manche vermuten, vermutet Nouriel Roubini: Mother of all carry trades faces an inevitable bust
Briten stützen Banken mit neuem Milliarden-Paket Regierung will Topmanagern Gehälter und Boni streichen
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Geschrieben von: kosh, am 04-11-2009 15:30 Die "Freie Planwirtschaft" Besonders gut gefällt mir an diesen Lösungsansätzen, dass sie nicht dem Markt überlassen wurden, sondern einem Plan entstammt, der sich als Freier Markt ausgibt: Quote:
Nach marktwirtschaftlicher Logik gehen nun die Talente der Branche zu den Gewinnern der Krise, weil dort die Boni munter weiter sprudeln, während bei den Pleitefirmen nur jene arbeiten werden, die bei Goldman Sache & Co. keinen Platz finden können. Genau, das ist der Plan. Und das: Quote:
All jene Banken hingegen, welche bis heute am Rockzipfel der Zentralbanken hängen, müssen keine Konsequenzen gewärtigen. Und das: Quote:
Wer von diesen Hilfen bis heute profitiert, ist unbekannt, ... ... und das weil sich die "Freie Planwirtschaft" ein Schild um den Hals gehängt hat mit der Aufschrift "Freie Marktwirtschaft". Insofern ist eben jeder Markt ein Freier Markt, die Freiheit, die "ich" meine. Ein Blick auf die Praxis ... Quote:
Kurzum: die getroffenen Massnahmen führen zu einer weiteren Konzentration der Banken. Eine kleine Gruppe kommt in den Genuss aller Freiheiten und hat gleichzeitig Zugang zu den Zentralbanken. ... und schon hat's click gemacht. Wie weiland die Blaublütigen entledigt sich der Bankadel seiner Pflichten und verlegt sich auf's Eintreiben der Steuern: Quote:
Das kann nicht im Interesse der Steuerzahler sein. Warum wohl hat dann der Steuerzahler die Einheitspartei in den USA und der Grosse Kanton die Kriegskanzlerin etc. etc. bestätigt? Ergo muss die Fort- seiner Ver- und Vorführung im ureigensten Interesse des Steuerzahler liegen, denn Alternativen hat er wohlweislich ignoriert. Die Amis auf Kurs Grüsse koshGeschrieben von: Bernd , am 06-11-2009 18:16 Dass Eingriffe in die internen Praktiken nicht leicht sind ist damit wieder erwiesen. Hier hat eben eine öffentliche Mainung etwas erzwungen (Reduktion der Boni) was auf den ersten Blick nicht schlecht klingt - aber an den wirklichen Gagebenheitenn völlig vorbeigeht. Das gesamte Bunussystem sollte mal hinterfragt werden. Ist wirklich nur über Boni ein "gutes" Arbeiteb der Manager sicherbar? Geschrieben von: Ray , am 10-11-2009 17:54 Ich denke hier sollte einmal das Wort Effizienzlohntheorie gefallen sein. Es ist eben nicht unbedingt notwendig fette Boni zu bezahlen um seine Mitarbeiter zu motivieren. Auch bei 90% Kürzung der Boni bleiben die Gehälter (insbes. in den USA) immernoch Anreiz genug denke ich. Artikel kommentieren
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Erhalten von: Werden Banker ungerecht behandelt? – WIRTSCHAFTSWENDE , am 09-11-2009 11:00 (PB) [...] findet Zeitenwende.ch, dass Großbritannien und die USA nun etwas härter durchgreifen wollen. Bei der teilstaatlichen [...] |