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Der verhängnisvolle Sparkreislauf |
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Mittwoch, 22. Oktober 2008 |
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Seite 1 von 2 Wenn ein Individuum zu sparen beginnt, mag das eine vernünftige
Entscheidung sein, wenn aber alle Individuen zu sparen beginnen, dann
führt das zwangsläufig in eine Rezession. Genau an diesem Punkt sind
wir angelangt und die Staatshilfen verpuffen nahezu wirkungslos.
Der Aufschwung beginnt im Kopf, heisst einer dieser bekannten Slogans,
um die Menschen zum Konsum zu bewegen. Das stimmt, solange noch Geld da
ist. Für viele Individuuen ist aber schon lange kein Geld mehr da.
Gerade die Kreditvergabe an diese Menschen in Form von Hypotheken,
Autoleasing, Kreditkarten usw. hatte den Boom der vergangenen Jahre
begründet und sie können jetzt nicht mehr bezahlen.
Genau
genommen konnten sie das früher schon nicht. Nur die steigenden
Immobilienpreise und die laufende Aufstockung der Hypotheken
ermöglichte es ihnen, die Rechnungen zu bezahlen. Seit der Immoboom
sich ins Gegenteil verkehrt hat, fallen nun die Dominosteine. Als erste
waren die Banken betroffen, welche die gebündelten Hypotheken gekauft
und ausserhalb der Bilanzen gelagert hatten. Finanziert wurden diese
Käufe mit einem Fremdkapitaleinsatz, der das Aktienkapital bei den
Grossbanken um das 30-60 fache überstieg.
Da traten die Staaten
in Aktion und begannen mit ihren Rettungsmassnahmen. Doch nicht alle
Banken wollen sich wegen den staatlichen Auflagen retten lassen und
ziehen es vor, die Bilanzen zu verkleinern. Die Kreditvergabe geht
somit zurück. Auf dem Rückzug sind auch die Anleger, welche aus einem
jahrelangen Dornröschenschlaf aufgewacht sind und plötzlich mehr
Sicherheit verlangen, doch Sicherheit kann es von Individuuen nicht
geben, welche ihren Konsum mit Kredit finanzierten. Somit müssen die
Zinsen für Konsumkredite steigen, egal was die Zentralbanken auch
machen.
Das hat inzwischen auch Folgen bei der Industrie,
zuallererst natürlich der Autoindustrie, welche von den
Autoleasing-Krediten gelebt hatte. Auch hier wurden von den Regierungen
bereits Rettungspakete geschnürt. Sie werden aber nicht alle Industrien
retten können, welche massiv von Konsumkrediten profitiert haben. Die
Individuen sind somit gezwungen zu sparen, weil sie keine Kredite mehr
bekommen.
Das erzwungene Sparen, welches aus einem Ueberkonsum
der vergangenen Jahre resultiert, führt zu einer Rezession, welche die
Steuereinnahmen der öffentlichen Hand reduziert. Die Staaten dürfen
aber ihre Leistungen nicht einschränken, weil es die Rezession noch
verschärfen würde. Gleichzeitig schultern sie die Rettungspakete,
Garantien usw. - die Staatsschulden steigen und führen zu einem
Vertrauensverlust bei den Investoren. Die ersten stehen bereits beim
IWF auf der Matte und verlangen Stützungsmassnahmen: Türkei, Ukraine,
Island, Ungarn, Pakistan, usw...
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