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Der US-Detailhandel verbreitet Katerstimmung PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 13. November 2008
Die zweitgrößte US-Elektronikkette Circuit City ist pleite, der Präsident des Marktführers Best Buy spricht von den schlimmsten Zeiten, die er in 42 Jahren erlebt hatte und die Nummer 2 unter den amerikanischen Shopping-Center-Betreibern warnte vor einem Bankrott, wenn sich die aktuellen Bedingungen nicht schnell ändern würden. Die Weihnachtssaison hat für den Detailhandel auch schon mal hoffnungsvoller begonnen.

Die Wochen vor Weihnachten gehören traditionell zu den umsatzstärksten im ganzen Jahr. Doch noch bevor die Saison richtig begonnen hat, sorgte die Pleite von Circuit City dafür, dass die Vorfreude bereits im Keim erstickte. Erst letzte Woche hatte der Elektronikhändler die Schließung jeder fünften US-Filiale und einen massiven Stellenabbau angekündigt und beantragt nun Gläubigerschutz.

Der seit fast 50 Jahren bestehenden Kette machte die flaue Nachfrage infolge der Finanzkrise und der scharfe Wettbewerb mit US-Marktführer Best Buy zu schaffen. Das gleiche gilt natürlich auf für den grössten Konkurrenten. Best Buy verstimmte seine Anleger gestern mit einer Gewinn- und Umsatzwarnung und rechnet mit der schlimmsten Weihnachssaison seit mindestens 23 Jahren.

Seit Mitte September habe ein rapider Wechsel im Konsumentenverhalten das schlimmst mögliche Klima geschaffen, das wir je gesehen hatten, sagte CEO Brad Anderson. Diese Aenderung spürt nun auch der zweitgrösste Shopping-Center-Betreiber General Growth Properties. Die in Chicago beheimatete Firma muss per 1. Dezember Kredite von knapp einer Milliarde Dollar erneuern. Im kommenden Jahr werden über 3 Milliarden fällig. Was bis vor ein paar Monaten noch kein Problem gewesen war, bedroht nun das Ueberleben des Konzerns.

"Unsere mögliche Unfähigkeit unsere Schulden in einer zufriedenstellenden Art zu bedienen, lässt uns daran zweifeln, ob wir das Geschäft wie bis anhin weiter  führen können", sagte der Betreiber von 200 Centern in einer Bekanntmachung.

Dass es sich hier nicht um eine zufällige Anhäufung von Einzelfällen handelt, beweist auch ein Artikel in der Finanz & Wirtschaft über die US-Kleiderhändler:

Der Umsatz der Handelsketten ist im Oktober regelrecht eingebrochen. Neiman Marcus verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 28 %, bei Abercombie & Fitch fielen die Verkaufszahlen 20 %, Saks meldete ein Minus von 17 % und Gap wies einen 16 % tieferen Absatz aus. Der Einbruch traf Luxusanbieter, die Designerkleider für 5000 $ im Angebot haben ebenso wie Discountläden, die Unterwäsche im Mulipack für 18 $ feilhalten.

Dass der amerikanische Detailhandel frohe Weihnachten erleben wird, ist in etwa so sicher wie die Sowjetunion im Jahr 1989, da bleibt kein Stein auf dem andern.

Zweitgrößte US-Elektronikkette pleite
Best Buy Drops After Cutting Forecast on Economy
No. 2 mall operator warns of bankruptcy
 

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