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Der "too big to fail"-Börsenaufschwung |
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Dienstag, 19. Mai 2009 |
Die Börse ist dank dem Staat in Partylaune und die Motivation ist
offensichtlich. Gekauft wird alles, was der Staat nicht fallen lassen
kann und was er nicht fallen lassen will, lässt sich an den
Interventionen erkennen. Das Risiko scheint somit klein zu sein und
somit steigt auch die Euphorie. Zumindest für Anleihekäufer von
Risikopapieren dürfte die Rechnung aufgehen. Bei Aktien wäre ich mir
nicht so sicher.
Nachdem die Rettungsmassnahmen immer weitere Kreise ziehen, gibt es für
die Investoren kein Halten mehr, denn das Scheitern wurde ad absurdum
geführt. Es ist völlig egal, ob ein system relevantes Unternehmen die
richtigen Entscheide trifft. Geht es gut, gewinnen die Eigentümer, geht
es schlecht, zahlt der Steuerzahler. Von Risiko kann somit keine Rede
mehr sein.
Statt diesen falschen Anreizen Paroli zu bieten, in
dem man zu grosse Unternehmen per Gesetz zerschlägt, wie das in der
Vergangenheit schon praktiziert wurde, werden jetzt Unternehmen dazu
animiert Fusionen einzugehen. Die Motivation ist klar, je grösser ein
Unternehmen ist, desto sicherer kommt der Staat zu Hilfe.
Doch
Achtung: Schon bei Fannie Mae und Freddie Mac hiess es, dass dort
nichts passieren könne, weil der Staat eingreifen müsse. Tatsächlich
kam der Staat, den Aktionären hatte es aber dennoch nicht geholfen. Der
Grund ist klar. Wenn ein Unternehmen nicht genügend Gewinn generieren
kann, nützen auch Kapitalspritzen von der öffentlichen Hand nichts
mehr. Die Anleihekäufer konnten sich hingegen ruhig auf die Rückzahlung
freuen.
Aus diesem Grund dürften die immer noch mit grossen
Risikoaufschlägen gehandelten Anleihen multinationaler Unternehmen das
sicherste Geschäft sein. Aktien hingegen sind auf eine Aufhellung am
Konjunkturhorizont angewiesen. Doch auf diese Morgenröte werden die
Investoren noch lange warten müssen. Die Taschen der Konsumenten sind
und bleiben leer, das zeigen auch die verfügbaren Zahlen rund um den
Globus.
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Erhalten von: “Die Unternehmensanleihen sind das sicherere Geschäft” • Börsennotizbuch , am 19-05-2009 22:52 (PB) [...] Zeitenwende befasst sich heute auch kurz mit den Anleihen. Der Blickwinkel ist dabei folgender: Die Staaten greifen inbesondere großen Unternehmen eifrig unter die Arme. Keine systemrelevante Firma, scheint es, wird fallen gelassen. Dies macht vor allem die Unternehmensanleihen der großen Gesellschaften attraktiv: Während die Aktien immer noch substanzielle Verluste erleiden können und auf eine Besserung der Konjunktur angewiesen sind, sind die Bonds — solange man sich auf die die staatlichen Hilfen verlassen kann — ziemlich sicher. Das ist auch einer der Gründe, weswegen die Unternehmensanleihen zuletzt gute Gewinne erzielt haben. [...] |