Nach der Ernüchterung breitet sich an den Börsen bereits wieder
Hoffnung aus. Die Europäer haben es vorgemacht, wie der Krise
beizukommen ist und der Umfaller der amerikanischen Politiker wird
bereits als Unfall abgehandelt, der am Donnerstag korrigiert werden
soll. Also wieder alles in Butter? Bei weitem nicht!
Die Kosten, um kurzfristig Geld auszuleihen, sind nach der Ablehnung
des Rettungspakets in die Höhe geschossen und nähren die Befürchtungen,
dass weitere Institutionen bankrott gehen könnten, schreibt Bloomberg.
Der
Libor - London interbank offered rate - stieg um 431 Basispunkte auf
einen historischen Höchstsatz von 6.88 Prozent. Der Euribor - Euro
interbank offered rate - stieg für 1-Monats-Kredite auf 5.05 Prozent.
"Der
Geldmarkt ist komplett zusammen gebrochen, ohne dass jeglicher Handel
stattfindet", sagte Christoph Rieger, Fixed-Income Stratege bei der
Dresdner Kleinwort in Frankfurt. "Die Zentralbanken sind die einzigen
Cash-Lieferanten, kein anderer leiht noch Geld aus."
Die
Differenz zwischen dem Zinssatz, den die US-Regierung bezahlt, um
Kredit aufzunehmen für 3 Monate und dem Zinssatz den Banken bezahlen
müssen für die gleiche Laufzeit - der sogenannte TED-Spread - ist auf
338 Basispunkte gestiegen. Die Differenz betrug noch vor einem Monat
110 Basispunkte.
Im Interbankenhandel geht gar nichts mehr und
alle konzentrieren sich auf die Zentralbanken und Vater Staat. Ob der
Staat damit aber sicherer wird, wenn ihm immer mehr Schulden aufgehalst
werden, ist eine ganz andere Frage. Eine Frage, die sich zunächst aber
nicht stellt. Denn jetzt geht es nur um das JETZT und alle vertrauen
darauf, dass das Vertrauen wieder zurück kommt, wenn STAAT darauf
steht.
Und Investoren bleibt vorderhand auch kaum eine
Alternative, um ihr Geld anzulegen, wenn das Finanzsystem auf dem
Prüfstand steht. Die kurzfristigen Staatsanleihen in Europa haben
dementsprechend eine Rendite von nahezu Null Prozent. Das heisst, dass
Investoren es vorziehen in Staatsanleihen ohne Verzinsung zu
investieren als ihr Geld auf dem Bankkonto zu lassen. Kann es einen
grösseren Vertrauensverlust geben?
Doch für die Gläubiger des
Staates ist deshalb langfristig nichts gerettet, weil der Staat wegen
der aktuellen Schuldenlast seine Schulden nur noch hochbuchen kann. Von
einer Tilgung durch die Steuerzahler wird wohl kaum einer träumen. Die
einzig mögliche Tilgung wäre die durch eine Reichtumssteuer. So würden
die Gläubiger sich via Staat selber retten, in dem sie auf einen Teil
verzichten, denn grosse Zahlen auf dem Vermögensausweis nützen nichts,
wenn deren Einforderung zum Kollaps führen würde.
Libor Surges Most on Record After U.S. Congress Rejects Bailout
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Geschrieben von: martin r, am 30-09-2008 14:47 Starker Artikel ! Die Deflationisten - Politik endet immer in der Hyperinflation, auch wenn es bis zum Schluß bestritten wird. Entweder würgen sie weiter bis in den Sudden Death - oder lassen die Druckerpresse an. Dann öffnen sich die Banktresore wieder, denn wenn die Verluste durch Zurückhalten des Geldes zu heftig werden, schmeißt man es dann doch lieber auf den Markt. Deswegen gibt es bloß noch 2 Wege: schnelles Ende oder Inflationieren. Geschrieben von: Jochen Hoff , am 30-09-2008 15:17 Ein schnelles Ende würde Mut und Handlungskraft erfordern. Keine Chance. Man wir herumdoktern und inflationieren. Bis zum bitteren Ende. Wir haben keine handlungsfähigen Manager und Politiker mehr. Wir haben nur Leute die nie gelernt haben Verantwortung zu übernehmen. Neoliberale eben. Geschrieben von: HRR, am 30-09-2008 15:43 Reichtümer wachsen genauso wenig in den Himmel wie Immobilienpreise. Das zeigt schon die Geschichte. Ob die Milliardäre die Geschichte kennen, das wird sich weisen. Ich würde auf jeden Fall eine konstruktive friedliche Lösung einer destruktiven kriegerischen vorziehen. Die Hoffnung bleibt und mag sie angesichts der letzten Jahre noch so naiv sein  Geschrieben von: egghat , am 30-09-2008 17:14 Zeitlich befristete Staatsgarantie für alle Bankschulden wie in Irland oder direkt Verstaatlichung aller Banken wie schonmal in Norwegen http://egghat.blogspot.com/2008/09/irland-gibt-staatsgaranti e-fr-alle.html Alles andere hilft nicht mehr ... Das Vertrauen ist komplett weg ... Artikel kommentieren
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Erhalten von: Blick Log » Neue Risiken an den Finanzmärkten durch Ansteckungseffekte: Könnte es weitere Ruinen geben? , am 25-10-2008 13:21 (PB) [...] durch die Krise immer mehr Reserven verlieren, dann werden sie irgendwann nicht mehr als “lender of last resort” auftreten können und selbst Probleme bekommen. Island könnte dafür ein Beispiel [...] Erhalten von: Glarean Magazin , am 10-06-2009 18:03 (TB) Polit-Krimi von Thomas Brändle: «Das Geheimnis von Montreux»
. Tödliche Schweizer Politik Walter Eigenmann . Was wäre, wenn damals auf den Schweizer Bundesrat Christoph Blocher, also auf einen der seit Menschengedenken einflussreichsten Politiker Helvetiens, ein tödlicher Mordanschlag verübt worden wäre? - Ho |