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Der Mann mit der Lizenz zum Aufkaufen notleidender Wertschriften |
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Montag, 6. Oktober 2008 |
Der Mann, welcher das 700-Milliarden-Rettungspaket betreut, teilt nicht
nur den Haarschnitt respektive dessen Absenz mit Hank Paulson, sondern
auch den ehemaligen Arbeitgeber: Goldman Sachs. Wie unüblich, spottet
das Wall Street Journal.
Neel Kashkari, so heisst der 35-jährige Wharton-Absolvent, ist Interimschef von
Paulsons Büro für Finanzielle Stabilität. Für eine offizielle Ernennung
hat es nicht gereicht, denn dazu braucht es die Bestätigung des Senats,
auf welche man nicht warten möchte, wegen der verbleibenden kurzen Zeit
bis zum Regierungswechsel. Wie praktisch...
Unter diesen
Voraussetzungen gehört es zur journalistischen Pflicht, einen Blick auf
Goldman Sachs zu werfen. Per letzten Quartalsabschluss hatte GS einen
Bestand an Level-III-Vermögenswerten - diese können aufgrund fehlender
Marktpreise nicht bewertet werden - von 68 Mrd. $. Das Aktienkapital
betrug 45,6 Milliarden $. Das sieht nicht solide aus, aber bis jetzt
hats kaum einer gemerkt.
Wieviel Phantasie und Kreativität
mangels Preisen in die Level 3-Bewertungen geflossen sind, wissen wir
nicht. Interessant wäre es aber schon, vorallem wenn ehemalige
Goldmänner, die immer noch im Besitz von Aktien von GS sein dürften,
den Aufkauf von notleidenden Vermögenswerten zu Lasten der
Steuerzahler überwachen sollen.
Es ist ein klassischer
Interessenskonflikt, um den sich Politiker eigentlich kümmern müssten,
aber die kümmern sich jetzt lieber um ihre Wähler - denn es ist
Wahlkampf - und zeigen sich entrüstet über die Abzocker der Wall Street.
Meet Neel Kashkari: The Man With the $700 Billion Wallet
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