Das 700-Milliarden-$ Rettungspaket zugunsten der notleidenden Wall
Street wurde als der letzte Strohhalm verkauft, den die Märkte vor
einem totalen Einbruch schützen könnte und dieser Strohhalm ist nun
eingeknickt. Die Politiker haben dem Finanzminister Hank Paulson die
Gefolgschaft verweigert und die Aktienmärkte brachen auf breiter Front
ein. Allein in den USA ist die Marktkapitalisierung um 1100 Milliarden
$ eingebrochen.
Das Unerwartete ist Tatsache geworden. Zwei Drittel der Demokraten, die
der Wall Street historisch näher stehen, haben für das Rettungspaket
votiert, hingegen hat sich nur ein Drittel der Republikaner dafür
entschieden. Dieser Ausgang, der selbst die involvierten Politiker
überrascht haben dürfte, ist dem Wahlkampf geschuldet. Das vom
Finanzministerium geschnürte Paket ist im amerikanischen Volk äusserst
unbeliebt und offensichtlich haben sich zuviele der Politiker für ihre
eigenen Wahlchancen entschieden.
Das Repräsentantenhaus votierte mit 228 zu 205 Stimmen gegen den Plan.
In einer leidenschaftlichen Rede erklärte der republikanische
Abgeordnete Paul Ryan vor der Abstimmung: Die meisten Kollegen seien
zwar der Ansicht, das Paket müsse verabschiedet werden - "aber bitte
ohne mich". Und er fügte hinzu: "Wenn es uns nicht gelingt, das
Richtige zu tun, dann hilf uns Gott." Die Ueberraschung war total und Panik auf dem Börsenparkett die Folge.
Der Dow Jones verlor 777 Punkte oder 6.98 %, der S&P 500 sackte um
8.79 % und der Nasdaq um 9.14 % ab. Der S&P 500 Financials Index verlor 16 %. Das ist der grösste Tagesverlust seit seiner Gründung im Jahr 1989. Campell Soup war die einzige Aktie im US-Benchmark-Index, welche im Plus geschlossen hatte. Nachbörslich kam es zu einer
Erholung, nachdem folgende Meldung über den Ticker lief:
Das US-Repräsentantenhaus hat nach dem überraschenden Scheitern des
Rettungspaketes für die Finanzmärkte und dem dadurch verursachten
Schock am Aktienmarkt für Donnerstag eine neue Sitzung einberufen.

Der Kommentar eines Analysten von Unicredit: Was ein Tag der Hoffnung hätte werden sollen, endete in
Hoffnungslosigkeit. Wir stehen einer systematischen Vertrauenskrise in
das globale Finanzsystem gegenüber, welche uns immer mehr in Richtung
eines kompletten Zusammenbruchs bewegt. Ich dachte, der Rettungsplan
der USA würde das Vertrauen ins System stärken und uns auf eine
schwierige Strasse Richtung Erholung zurückbringen. Die heutige
Marktreaktion hingegen war viel schlimmer als ich erwartete und
signalisiert einen kompletten und weitverbreiteten Vertrauensbruch ins
Finanzsystem. Diese Vertrauenskrise ist völlig ausserhalb normaler
Proportionen, gepaart mit schwachen Fundamentaldaten. Nun droht dieser
unheilvolle Mix in einem Chaos zu enden, einem Zusammenbruch globalen
Ausmasses. Zusammenbruch oder DIE Kaufgelegenheit, darüber können nun nur noch Politiker entscheiden. Erinnert sei dabei an einen Spruch von Gorbatschow: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Viel Zeit bleibt Washington definitiv nicht mehr und der kommende Donnerstag scheint noch sehr weit entfernt.
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Geschrieben von: DECoien , am 29-09-2008 22:09 In den USA wird immer noch gerätselt, wie es zu dem Scheitern kommen konnte. Derweil orientieren sich die Börsen weltweit Richtung Süden. http://www.blicklog.com/2008/09/29/borse-im-freien-fall-kurs sturz-am-abend/ Vielleicht kann ja mal jemand das Abstimmungsverhalten im Repräsentantenhaus erklären. Ich habe es nicht verstanden. Geschrieben von: martin r, am 30-09-2008 04:40 Das Abstimmungsverhalten von mehrheitlich Republikanern zeigt, daß diese Abgeordneten es ablehnten, dem Steuerzahler die Wahnsinnsgelder zurVerfügung zu stellen. Obama hat von der Wallstreet unglaubliche Summen zur Verfügung gestellt bekommen und hat es - abseits der Öffentlichkeit - geschafft, 'seine' Abgeordneten hinter sich zu bringen. Hinter Obama steht z.B. Soros, Finanzmagnaten, die mit Hilfe Obamas nach der Wahl das Ruder übernehmen wollen. Im Moment könnte es durch den Zusammenbruch der Finanzmärkte zu einer Wahlverschiebung kommen - die Tatsache, daß McCain seinen Wahlkampf unterbricht, hat damit zu tun. Was in den nächsten Wochen alles passiert, ist vollkommen offen. Jedenfalls hat sich das amerikanische Volk gegen diesen Wahnsinn gestellt - über die Proteste der Bevölkerung dort wird im öffentlichenen TV beharrlich geschwiegen. Geschrieben von: Nanuk^, am 30-09-2008 08:04 Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster aber ich glaube das wars. Wir können wieder Bullen reiten. Zumindest werde ich mich jetzt Bullisch Meditieren. Was kann denn jetzt noch passieren die Welt steht nocht! Es wird jetzt wohl 1-2 Jahre seitwärts gehen.Bis wir was neues gefunden haben zum Zocken. Die nächste Krise wird die der Staatsanleihen sein aber bis dahin dauert es noch was.  Geschrieben von: decoien , am 30-09-2008 08:39 Börsenkrach? Panik sieht für mich irgendwie anders aus.null Im Vergleich zum außerbörslichen Schluss von gestern 22 Uhr hat der DAX bisher über 1,9% zugelegt. Kann vielleicht nur eine technische Gegenreaktion sein. Dafür wäre es jetzt interessant zu wissen, wie die Intradayverläufe von Crashs in der Vergangenheit waren. Hat Zeitenwende da nicht ein paar historische Charts? Geschrieben von: HRR, am 30-09-2008 08:46 Historische Charts nützen da wenig, weil früher die Regierungen und Zentralbanken nicht die Mittel dazu hatten, die ihnen heute zur Verfügung stehen. Nicht vergessen - die freie Marktwirtschaft ist passé. Geschrieben von: tqqmeabl , am 17-09-2009 18:51 quymcyiw itspebhe http://iydfvbyv.com nhrgxulv jtwmpssl jvdaketw Artikel kommentieren
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Erhalten von: Blick Log » Schwarzer Dienstag: Börsenkrach klopft an Türen der Weltbörsen , am 29-09-2008 23:08 (PB) [...] Blog Zeitenwende titelt aktuell mit “Der grösste Aktiencrash seit 1987.” Ich denke, von dort werden wir [...] |