Der EU-Binnenmarktkommissar (was es nicht alles gibt) Charlie McCreevy
hat einen Vorschlag der Europäischen Kommission vorgestellt, der unter
anderem vorsieht, dass sich die Ratingagenturen bei den
Aufsichtsbehörden registrieren und von diesen überwachen lassen müssen.
Eine nette Idee, nur bringen wird sie nix.
Bisher unterliegen die Agenturen keiner Aufsicht, die mit der für Banken, Versicherungen oder Börsen vergleichbar wäre.
Haben denn die Aufsichtsbehörden bei den Banken irgend etwas bewirkt?
Die
Qualität der Ratings will McCreevy dadurch verbessern, dass die
Agenturen Finanzinstrumente künftig nur noch dann bewerten dürfen, wenn
sie genügend „fundierte Informationen“ als Grundlage für die Ratings
nachweisen können.
Schwammiger gehts nicht.
Für mehr
Transparenz soll die Verpflichtung sorgen, dass die Modelle, Methoden
und grundlegenden Annahmen, auf die sich die Ratings stützen, künftig
veröffentlicht werden müssen. Außerdem sollen die Agenturen einen
jährlichen Transparenzbericht veröffentlichen.
Was bringt es, Modelle zu veröffentlichen, die niemand nachvollziehen kann?
Außerdem müssen sie eine interne Kontrollstelle für die Überwachung der Qualität ihrer Ratings schaffen.
Dort werden dann die Mitarbeiter eingesetzt, die man sonst nirgends brauchen kann.
Die Agenturen müssten die Qualität ihrer Ratings verbessern und diese ständig überwachen.
So, so,
Es
ist so klar wie Klosbrühe, dass die Idee der Ratingagenturen nur dann
funktionieren kann, wenn sie von den Investoren finanziert werden, denn nur sie haben ein Interesse an qualitativ hochstehenden Bewertungen. Doch
stattdessen wird jetzt wieder ein bürokratisches Monster geschaffen,
deren Beamte von zusätzlichen Lobbyisten hofiert werden müssen.
Abgesehen davon macht mich sowieso jede Ratingagentur misstrauisch, die den USA noch ein AAA verleiht.
Quelle: EU will Rating-Agenturen streng regulieren (Trackback)
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Geschrieben von: kosh, am 13-11-2008 18:53 To can or not to can Kontrollwahn vs Vollzugselend, darf ich? - Haben denn die Aufsichtsbehörden bei den Banken irgend etwas bewirkt? Und ob, Mehrkontrolle, Mehraufwand, fortgesetztes Wachstum der Reibungsverluste, die sprichwörtliche Kultur der Ineffizienz, der Kampf um einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde als der Welt effizientester Ressourcenfehlallokator, ganz und gar ohne Governator, das stemmen wir alleine. Etwas vereinfacht, aber bei weitem nicht die volle Tragweite erfassend, mehr Vertrauen ist gut, mehr Kontrolle ist besser. - Die Qualität der Ratings will McCreevy dadurch verbessern ... Hier entsteht tatsächlich der Eindruck als würden wir auf hohem Niveau jammern, resp. die ohnehin extrem hohe Qualität um ein weiteres Quäntchen ihren himmlischen Vorgaben zuführen, Amen. - ... Modelle, Methoden und grundlegenden Annahmen ... x = y + z Ah ja, nun wissen wir zwar nicht auf welchen Datensätzen (x + y) die Ratings (x) basieren, dafür kennen wir die Modelle (x = y + z), Methoden (x = y + z) und grundlegenden Annahmen (x = y + z), insbesondere dass hinten x = AAA rauszukommen hat und Modelle, Methoden und Annahmen sowieso plusminus das Gleiche sind, was sich als Hauptsache bei der Kultivierung des systemimmanenten Verhältnisblödsinns erwies. Dabei ist wie bis anhin im Speziellen gänzlich unerheblich, mit welchen Werten die Modellvariablen beladen werden, Hauptsache die Annahmen gelten multimedial als unverrückbar und die Datensätze harren auf irgendeiner Festplatte ihrer erstmaligen Verwendung. An der "grundlegenden Annahme", dass wir den Ratingagenturen verordnet vertrauen dürfen können sollen müssen wird "grundlegend" nicht gerüttelt. - Außerdem müssen sie eine interne Kontrollstelle für die Überwachung der Qualität ihrer Ratings schaffen. Ausserdem - noch immer kein Ende der Fahnenstang - noch mehr Aufwand um des Mehraufwands Willen. Die Achse der Willigen wie sie leibt und wütet, Mister McCreevy, mein Senf, jedem lebensmüden Richter, Staatsanwalt, Untersuchungsbeamten eine persönliche 100-köpfige Leibgarde zum Schutz vor militärisch-industriellen Attentaten und ein verhalten positiver Applaus von Ihrer Bagage zu dadurch endlich ermöglichten Gerichtsurteilen. Dies alles erst noch aufgrund eines längst existierenden Gesetzesgeschwulstes und schon hätten Sie von meiner Seite den allerersten Sympathiegewinn überhaupt. Die Lösung dürfte in etwa gleich teuer kommen, wäre aber vom Preis-Leistungsverhältnis ungemein effektiver. Beschäftigungspolitisch könnten Sie darüber hinaus einen Imagegewinn erzielen, zumal 100 Leibgardisten günstiger zu stehen kämen als 10 Bonusgarantien für verwöhnte Agentur-Bankster. - Außerdem sollen die Agenturen einen jährlichen Transparenzbericht veröffentlichen. Ausserdem, wer geglaubt hat, das war jetzt das Ende der Fahnenstange sieht sich "grundlegend" getäuscht, kredenzt der Meister des Binnenmarkts eines dieser genialen Satzkonstrukte, dessen grenzdebiler / fahrlässiger / vorsätzlicher Verfasser sich selbst einen Orden auf der Geisterbahn nach Europa ans Revers zu nageln gedenkt: "Ich ich ich ich, äh ja, ICH war derjenige der damals geistesgegenwärtig und willig - in the name of Obama - Transparenz - yes we can - lassen Sie uns gemeinsam eine Gedenkminute for This Great Nation abhalten ... wie ICH schon ausführte oder ja oder doch, jedenfalls es geht uns allein um Transparenz so wahr mir Gott helfe ..." etc. etc. - McCreevy sagte, sein Regulierungsvorschlag sei kein aus der akuten Finanzkrise geborener „Schnellschuss“. Er sei schon vor ungefähr zwei Jahren von seiner früheren Überzeugung abgerückt, dass die Agenturen nicht reguliert werden müssten. Schon Ende 2006 habe es die ersten „klaren Anzeichen“ dafür gegeben, dass der Subprime-Markt im Bröckeln begriffen sei. „Dass die Rating-Agenturen damals überhaupt nicht reagiert haben, hat mich doch sehr erstaunt“, sagte der Kommissar. Opportunistischer geht's nun wirklich kaum mehr: aus http://de.wikipedia.org/wiki/Charlie_McCreevy - Charlie McCreevy ... irischer Politiker und seit November 2004 EU-Kommissar für den Binnenmarkt und den Dienstleistungssektor. Iss der nun Ire oder Irre, solchen Blödsinn von sich zu behaupten? Realsatire vom Feinsten, nach 2 geschlagenen Jahren im Amt seiner Zeit posthum voraus und um Informationsfluss systemimmanent stets verlegen. Nach seiner Eingebung brauchte dieser Intelligenzbraten geschlagene weitere 2 Jahre um sich zu outen, oder war das die Latenzzeit vom Gehirn bis zu den Stimmbändern ohne weitere Umwege direkt raus ins Multimedium? McCreevy for Weltpräsident. Die Amis auf Kurs kosh Geschrieben von: HRR, am 13-11-2008 19:32 @kosh Kompliment, du hast meinen Steilpass kunstgerecht verwertet. Hoffentlich wird er auch von der Kamera der Leser eingefangen. Geschrieben von: Pancho, am 14-11-2008 07:16 "Was bringt es, Modelle zu veröffentlichen, die niemand nachvollziehen kann?" ...oder: "Was bringt es, Modelle zu veröffentlichen, die vielleicht im Endeffekt(!) gar nicht stimmen?" Geschrieben von: kosh, am 14-11-2008 09:23 @Pancho - "Was bringt es, Modelle zu veröffentlichen, die vielleicht im Endeffekt(!) gar nicht stimmen?" Modelle ohne entsprechende Transparenz der Datensätze sind aus Erfahrung wertlos und werden in Wissenschaftskreisen deshalb per Definitionem nicht anerkannt, zumal finanzmathematische Modelle nicht durch naturwissenschaftliche Versuchsanordnungen verifiziert werden können. Was McCreevy vorschlägt ist in etwa so transparent wie die berüchtigte Black Box, wobei es eigentlich noch schlimmer ist, auf der einen Seite ein bloss vermuteter Input, auf der anderen Seite ein nicht nachvollziehbarer, dafür in Stein gemeisselter Output, untermauert von seriöser Propaganda, die Black Box-Modelle hätten so und so ausgesehen und zum Dessert die Beschwichtigung, die Datensätze stünden aus Rücksicht auf die Kundenbeziehungen nicht zur Verfügung. Ohne die Datensätze könnten durchaus alle Aspekte des Ratings schlicht erfunden werden, niemand könnte den Beweis des Gegenteils erbringen. Fehlt nur noch, dass sich Science willig in die Bresche wirft um dem Schauspiel ein naturwissenschaftliches Fundament zu verleihen. Man sollte sich nach meiner Meinung ernsthaft vor Augen führen: Die Wissenschaft der Ökonomie in etwa so unscharf wie die brotlose Psychologie, dennoch oder gerade deshalb hat erstere ein ungleich besseres Image. Selbst die Kombipackung "Psychologie des Marktes" u.a. entlarvende Themenparks können die Masse der Ökonomiepilger nicht schrecken, sich lernresistent auf Knien rutschend, die Hände zum ewigen Gebet mit Araldit verklebt auf dem Altar des internationalen Finanzdoms filetieren zu lassen. Unter einem der Globalisierung würdigen Gewölbe geht das Fleisch vor aller Augen an Chief-Executive-Pfaffen und deren leibhaftige Gönner, das Gerippe ans rat-, tat- und mutlose Volk, welches in seiner Rolle als Steuerzahler aus nackten Knochen wiederum Fleisch zaubern soll. @HRR Danke für die Blumen, war mir wie immer ein Vergnügen. Grüsse kosh Artikel kommentieren
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