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Der aussenpolitische Kampfhund von John McCain PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 10. September 2008
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Der aussenpolitische Kampfhund von John McCain
Seite 2
John McCain sei ein Aussenseiter in seiner Partei, wolle sich von Bushs Politik distanzieren und den Augiasstall in Washington ausmisten, lesen wir über den republikanischen Präsidentschaftsanwärter. Das sind wahrlich noble Ziele. Die Realität sieht anders aus. Ein Blick auf die Vitae seines aussenpolitischen Beraters genügt, um diese Ziele als reine Wahlkampfrethorik zu entlarven.

 
Wladimir Putin sorgte mit seiner Bemerkung im Interview mit dem deutschen Fernsehsender ARD für einen Paukenschlag als er die Amerikaner bezichtigte, den Krieg in Georgien provoziert zu haben, um McCains Wahlkampf Auftrieb zu geben. Was sich wie eine absurde Verschwörungstheorie anhört, bekommt plötzlich Hand und Fuss, wenn man weiss, dass der Berater an der Seite von McCain, Randy Scheunemann, als Lobbyist für den georgischen Präsidenten tätig war.

Andreas Gross, Schweizer Mitglied des Europarates schreibt auf seiner Homepage:

Unter Saakaschwili stieg das Militärbudget Georgiens nach 2003 von 20 Millionen auf 1,5 Milliarden Dollar; das georgische Militär stellte im Irakkrieg mit 2000 Soldaten das drittstärkste nationale Kontingent und die Regierung unter Saakaschwili hat der Lobbyfirma, die vom aussenpolitischen Chefberater von John McCain geleitet wird, seit 2004 900'000 Dollars Honorargelder überwiesen!
Im Jahr 2005, während er registriert war als bezahlter Lobbyist für Georgien, arbeitete er mit McCain an einer Resolution, welche die NATO-Mitgliedschaft Georgiens vorantreiben sollte. Ein Jahr später begleitete Scheunemann McCain auf einer Reise nach Georgien, wo sie sich mit Saakaschwili trafen und seine kriegerische Haltung gegen Russland unterstützten.

Am 17. April 2008 soll McCain mit Saakaschwili über die Probleme mit Russland gesprochen haben, schrieb die Washington Post. Am gleichen Tag veröffentlichte McCain eine Erklärung, in der er Russland verurteilte und seiner Unterstützung für Georgien Ausdruck verlieh. Auch am gleichen Tag unterschrieb Georgien ein Lobbying Vertrag über 200'000 $ mit der Firma von Scheunemann, Orion Strategies. Scheunemann verliess die Firma erst einen Monat später als klar wurde, dass McCain eine Kampagne gegen Lobbyisten führen wollte, um sich von Barack Obama zu unterscheiden.

Daneben war er Direktor des Komitees für die Befreiung des Irak, das vor der Invasion Stimmung für den Krieg machte, Berater von Ex-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und führender Kopf des neokonservativen "Projektes für ein neues amerikanisches Jahrhundert", das George W. Bushs Präsidentschaft maßgeblich beeinflusste. Dies mutet umso komischer an als McCain sagte, dass sich die Welt an Rumsfeld als einen der schlechtesten Verteidigungsminister in der Geschichte der USA erinnern würden. "Wir zahlen einen hohen Preis für das Missmanagement - das ist das freundlichste Wort, das ich über Rumsfeld sagen kann." Tja, und jetzt hat er den gleichen Berater.



 
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