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Denn sie wussten nicht, was sie kauften |
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Freitag, 9. Januar 2009 |
Als ich im vergangenen Juni den Artikel "Grossbanken auf dünnem Eis"
schrieb, dachte ich, dass die dort gewonnen Erkenntnisse den
Führungskräften der Finanzinstitute schon längst bekannt waren,
schliesslich ging es um das Eigenkapital der von ihnen geführten
Finanzinstitute. Die schönfärberischen Botschaften, dass das Schlimmste
bereits hinter uns sei, hielt ich damals für reine Propaganda. Ein
Blick in die Liste der Insidertrades zeigt aber, dass dies nicht für
alle galt. Manche wussten tatsächlich nicht, was sie kauften.
Zuerst ein Rückblick. Damals schrieb ich...
Mit einer erneuten Kapitalerhöhung über 15 Mrd. Fr.
soll die Kapitalisierung der Bank gestärkt werden, hiess es in
einer Pressemitteilung der UBS vom 1. April 2008 um damit
«ihre Stellung als eine der solidesten und best
kapitalisierten Banken der Welt» zu behaupten.
Nach meiner Auslegung war damals die UBS wie jede andere internationale
Grossbank viel zu schwach kapitalisiert, eine im Nachhinein geradezu
prophetische Aussage. Die UBS und die Commerzbank mussten inzwischen
neben vielen anderen Banken Staatshilfe beantragen.
Völlig blind für die Einschätzung der
finanziellen Lage waren damals auch einige Manager und
Verwaltungsräte, wie ein Blick in die Insidertrades zeigt.
So trat der damalige Verwaltungsrat der UBS Peter Spuhler im September
als Aktienkäufer im Gegenwert von mehreren Millionen Franken
auf (Quelle).
Ein Griff ins Klo, wie sich kurze Zeit später zeigen sollte.
Seiner Beliebtheit tat seine Unkenntnis in Finanzfragen aber keinen
Abbruch. Im Dezember - inzwischen hatte er den Verwaltungsratsstuhl
geräumt, wurde er von Wirtschaftsjournalisten zum Schweizer
Unternehmer des Jahres 2008 gekürt.
Doch auch bei der Commerzbank war die wahre Dimension der Finanzkrise
nicht angekommen. Noch Ende August kaufte die kapitalschwache
Commerzbank den Rivalen Dresdner Bank - die falsche Entscheidung zum
falschen Zeitpunkt. Doch die Manager glaubten daran. Die Liste der Insidertrades liest sich wie ein Who is Who der
Teppichetage.
Wie lange wird es wohl noch dauern, bis die Erkenntnis in den
Elfenbeintürmen angekommen ist, dass sich die Sicherheit einer
Bank an ihrem Aktienkapital misst und nicht an irgend welchen Ratios,
die sie - wie wir inzwischen erfahren haben - selbst nicht mehr
verstehen?
Insidertrades der UBS
Insidertrades der Commerzbank
Grossbanken auf dünnem Eis
Spuhler
von Stadler Rail zum Unternehmer des Jahres 2008 gewählt (Trackback)
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