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Das Ungleichgewicht der Macht in den Konzernen |
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Sonntag, 19. Juli 2009 |
HBOS war vor der Krise die viertgrösste Bank in Grossbritannien und hat
mit Hypotheken mehrere Milliarden Pfund der Steuerzahler verbraten.
Soweit ist das nicht wirklich neu. Interessant ist hingegen die
Geschichte des damals in der Verantwortung stehenden CEO Sir James
Crosby und dem Riskmanager, Paul Moore, der 2004 vor zu vielen Risiken
gewarnt hatte und darauf entlassen wurde.
James Crosby war der erste CEO der im Jahre 2001 durch die Fusion von
Halifax und Bank of Scotland entstandenen Bank HBOS und behielt diese
Funktion sieben Jahre lang bei.
Im Januar 2004 wurde Crosby
durch das Finanzministerium zu einem non-Executive Director der
Financial Services Authority FSA gewählt. Die Aufgabe der FSA ist es,
die Finanzinstitute zu überwachen. Crosby überwachte also sich selber
und dies auf Vorschlag des Finanzministeriums. Der Finanzminister
damals hiess Gordon Brown!
Im gleichen Jahr machte der
Riskmanager von HBOS, Paul Moore, die Geschäftsleitung auf die hohen
Risiken der Bank aufmerksam. Er wurde kurz darauf entlassen. Seine
Stelle übernahm eine ehemalige Sales Managerin, die laut Moore zuvor
nie im Riskmanagement gearbeitet hatte. Die Entlassung sei eine direkte
Anweisung des CEOs James Crosby gewesen.
Im Jahr 2005 überprüfte
die Buchprüfungsgesellschaft KPMG die britische Bank und kam zum
Schluss, dass alles in Ordnung sei. Crosby fühlte sich bestätigt.
2006 verliess Crosby die Bank HBOS.
Im
gleichen Jahr erhielt er den Ritterschlag für seine Verdienste für die
Finanzindustrie. 2007 wurde ihm zusätzliche Verantwortung bei der FSA
übertragen.
Tja, und dann begann die Malaise. Weit über 10 Milliarden Pfund an Verlusten wurden allein 2008 ausgewiesen. HBOS wurde von Lloyds übernommen, welche nun selbst am Staatstropf hängt.
Im
Februar 2009 wurde dann ein Memo veröffentlicht, welches der ehemalige
Riskmanager Paul Moore an das Finanzministerium gesandt hatte. Darin
schreibt er, dass er niemanden beschuldigen möchte. Ihm ginge es nur
darum aufzuzeigen, dass die Macht eines CEO zu gross sei und dass sich
daran etwas ändern müsste. Als Beispiel nannte er seine eigenen
Erfahrungen bei HBOS. Noch am gleichen Tag trat James Crosby von der
FSA zurück.
Tja, was nützt ein Riskmanager, wenn seine Warnungen
mit einer Entlassung quittiert werden? Tatsächlich führt es zum
gegenteiligen Effekt. Jeder Riskmanager tut genau das, was der CEO von
ihm zu hören wünscht. Und man braucht nicht viel Phantasie, dass genau
dies überall geschehen ist. Moore sagt, dass ihn seit seiner Entlassung
15 Riskmanager kontaktiert hätten und ihm erzählten, dass sie Angst
hätten auf die finanziellen Probleme in ihrer Bank aufmerksam zu
machen.
Wer sich nun fragt, weshalb Moore so
spät an die Oeffentlichkeit gegangen ist... auch dafür gibt es eine
Antwort. Moore hatte mit HBOS im Jahr 2005 einen Vertrag abgeschlossen,
welcher ihm untersagte an die Oeffentlichkeit zu gehen - gegen
Bezahlung versteht sich.
Was lernen wir nun daraus? Die Geschichte wird sich wiederholen, denn diejenigen, die etwas ändern könnten, sind diejenigen, die an der Macht sind und nichts ändern wollen. Deshalb geht es weiter wie bisher...
CEOs Must Lose ‘Life and Death’ Power, Former HBOS Manager Says
HBOS: The Moore Memo
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Erhalten von: Kommentierte Leseempfehlungen 20.07.09 « Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft , am 21-07-2009 16:29 (PB) [...] Privatisierung ? Deutsche Bahn tauscht Aktien und spart weiter beim Güterverkehr ~~ Das Ungleichgewicht der Macht in den Konzernen ? Interessante Detailansicht am Beispiel der britischen HBOS-Bank über Machtstrukturen und [...] |