Staatsanleihen sind das Instrument, um noch nicht eingezogene Steuern
via Kapitalmarkt vorzufinanzieren. Staatsanleihen gelten als sehr
sicher, da der Schuldner, also der Staat, auch der Gesetzgeber ist, der
die Steuern erhöhen kann. Der Gläubiger braucht sich also keine Sorgen
zu machen. Scheinbar - denn das Problem ist, je stärker die Steuern
steigen, desto weniger hat der Bürger und je weniger er hat, desto
weniger kann er ausgeben. Das wiederum führt zu weniger Konsum und
deshalb zu weniger Steuereinnahmen usw.
Steuererhöhungen an einem Ort können somit zu Steuereinbussen an
einem anderen Ort führen, ausser man erhöht die Besteuerung auf hohen
Vermögen, doch das ist äusserst unpopulär und Kapital bekanntlich
flüchtig.
Doch irgendetwas müssen die Staaten tun, damit die
Staatsverschuldung nicht weiter so rasant steigt. Neueste Zahlen aus
den USA zeigen, dass nicht nur die Ausgaben explodieren, sondern auch
noch die Einnahmen implodieren.
Die Einkommenssteuern sanken in den USA um 22 Prozent, die Körperschaftssteuern um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Dottore). Originaltext . Das ist der grösste Einbruch seit der Grossen Depression.

Das ist aber nur die Sicht auf den Staat. Die einzelnen Bundesstaaten
haben die genau gleichen Probleme, mit Kalifornien als bekanntestem
Beispiel. Gespart wird vor allem im Sozialdienst, während indirekte
Steuern erhöht werden. Dadurch wird die Wirtschaftskrise noch
verschärft. Es wird also spannend sein, wann die Politik zu unpopulären
Massnahmen greift. Präsident Roosevelt hatte in der Grossen Depression
die Steuern auf hohen Einkommen auf 70 Prozent erhöht. Ob Obama auch
diesen Weg beschreiten wird? Zumindest hatte er im Wahlkampf
versprochen, den Mittelstand nicht zu belasten, also genau das, was die
Bundesstaaten reihum bereits tun.
Da es gleich viel Geld wie
Schulden gibt und die Schuldner unter ihrer Last krächzen, wäre die
Besteuerung von denen, die Geld haben, die logischste Lösung für das
aktuelle Problem. Nicht zu letzt deshalb, weil die Geldgeber die
Verschuldung derer erst möglich gemacht haben, die jetzt nicht mehr
bezahlen können. Werden die Steuern aber anderswo eingezogen, wo das
Geld mit Arbeit verdient werden muss, dann sinken die Konsumausgaben,
was wiederum den Schuldendienst für die Gläubiger unsicherer macht.
Egal welche Massnahmen beschlossen werden, eines scheint mir sicher: Auch die
Vermögensblase, also die historisch gesehen extrem einseitige
Verteilung von Geld, wird irgendwie, irgendwann platzen. Entweder durch
Bankrotte oder durch höhere Steuern. Zweiteres wäre sicher die
angenehmere Variante.
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Geschrieben von: eachtradingday , am 04-08-2009 19:27 gerade dieser punkt ist sehr bedenklich! es muss in unmengen geld in die wirtschaft geworfen werden, dass gar nicht da ist. die sinkenden staatseinnahmen auf bundes und staatsebene machen das ganze nicht einfacher. sehe bisher immer noch nur den weg, einen teil der schulden nicht mehr rückzahlen zu wollen/können. gruss eachtradingday Geschrieben von: Pierre Sanft, am 05-08-2009 10:10 Mir ist nicht ganz klar, woher diese "historisch extrem einseitige Verteilung von Geld" kommt, nicht nur bei Dir, sondern generell und bei allen die darüber schreiben. Aber das ist der gleiche Irrtum wie es vor nicht mal ein paar Jahren mit der Immobilienblase, die es bekanntlich nicht gab :-). Stimmt aber nicht. Schon der römische Adel war für seine Orgien bekannt, nicht nur sexuell. Überhaupt gab es immer den Adel, der das Volk im wahrsten Sinne des Wortes ausnahm, während die Bauern und Handwerker verhungerten. Sagen erzählen von Menschen mit unvorstellbaren Reichtum. Im 19 Jh. gab es einen gewissen Herrn Rothschild, gegenüber den ein heutiger Bill Gates oder Sultan von Brunei als Menschen mit mittleren Einkommen gelten. Ich stimme Dir zu, das sich all diese Vermögen irgendwann verflüchtigten - und das finde ich gut so, so haben WIR anderen auch die Chance ein solches Vermögen zu erarbeiten. Aber das das historisch einmalig wären, das sehe ich nicht. Geschrieben von: Mindtrap, am 05-08-2009 17:23 Quote:
...denn das Problem ist, je stärker die Steuern steigen, desto weniger hat der Bürger und je weniger er hat, desto weniger kann er ausgeben. Das wiederum führt zu weniger Konsum und deshalb zu weniger Steuereinnahmen usw. Verallgemeinerungen sind mitunter irreführend. DIE Bürger gibt es nicht. Beispiel D: rund 50% der Einkommensbezieher arbeiten im Monat für Beträge, die komplett wieder in den Konsum fließen. Zum Sparen nichts übrig. 40% sind der Mittelstand und 10% sind jene, bei denen eine zusätzliche Besteuerung beim Lebensstandard nicht auffallen würde. Damit ist die Frage, wo die Besteuerung ansetzen müsste, OHNE Konsumverzicht auszulösen. Oder hab ich da nen denkfehler?Geschrieben von: kosh, am 05-08-2009 17:40 @Sanft Quote:
Ich stimme Dir zu, das sich all diese Vermögen irgendwann verflüchtigten - und das finde ich gut so, so haben WIR anderen auch die Chance ein solches Vermögen zu erarbeiten. Das stille Einverständnis der Unvermögenden ebenso still vorausgesetzt, Euch / uns derartige Unterfangen zu genehmigen. Solange das System Homo sapiens auf diese Art und Weise funktioniert, sehe ich da eigentlich keine Probleme, ausser dass ab und an tabula rasa gemacht wird mit den gerade herrschenden Vermögenden, nur um deren Vermögen selbst zu erarbeiten. bei Lichte betrachtet, sofern man überhaupt von Arbeit sprechen kann bei den üblichen gesellschaftlich sanktionierten oder schlicht verdrängten semi- und kriminellen Methödchen. Auch wenn das niemand von mir erwarten sollte, ausser Sonntagsrednern und sozioökonomischen Träumern, womit eigentlich fast die gesamte Masse beisammen wäre, also erwartet es die Masse ironischerweise doch von mir, dennoch erschliesst sich mir kein rationaler Grund, warum ich für irgend jemand überhaupt noch Mitgefühl oder Verständnis aufbringen sollte, der ein solches System unterstützt - sehenden Auges und von der Evolution mit einem leistungsfähigen Gehirn ausgerüstet. Ausser natürlich jenen Grund, selbst nicht an die nächste Laterne gebaumelt zu werden. Ach, ja, essen muss man schliesslich auch, dann wär da noch die Familie und überhaupt, wir hatten keine Wahl. Nicht zu vergessen die Befehle: aus http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/08/britischer- soldat-sagt-nein-zum.html Quote:
Die Nürnberger Prinzipien sind in die Charta der UNO aufgenommen worden, die von Grossbritannien akzeptiert wurden. Sie sind ein Teil des internationalen sowie des britischen Rechts. Demnach ist es das Recht, ja sogar die Pflicht, von Obgfr. Glenton sich zu weigern an einen Krieg teilzunehmen, den er für ungerecht hält, der wie er sagt, das Leben der Afghanen nicht verbessert, sondern nur Tod und Verwüstung in ihr Land bringt. In einem ähnlichen Fall hat ein anderes Militärgericht eine sehr bedenkliche Interpretation der Nürnberger Prinzipien vorgenommen. Leutnant der Air Force Malcolm Kendall-Smith verteidigte seine Weigerung in den Irak zu gehen auf der Grundlage, dieser Krieg sei illegal. Der oberste Militärstaatsanwalt Jack Bayliss wies dieses Argument ab und sagte, nur Personen die in der Lage sind die Strategie zu gestalten und Exekutivbefehle geben, können für Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht werden. An des Afghanen Schaden sollst Du Dich laben. Quote:
Damit werden die Urteile des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses gegen die Naziführung, SS und Wehrmachtsangehörigen völlig auf den Kopf gestellt, denn dort beriefen sich alle Angeklagten auf die Ausrede, „ich habe nur Befehle befolgt.“ Genau dieses Argument haben die Richter der Alliierten damals NICHT gelten lassen, haben gesagt, die verbrecherischen Befehle hätte man verweigern sollen, und deshalb die Angeklagten verurteilt. Die Amis auf Kurs koshGeschrieben von: kosh, am 05-08-2009 17:49 @Mindtrap Zur Bewertung des Mittelstands in der BRD hat ... -> http://www.jjahnke.net/rundbr60.html#mit ... heute Zahlenmaterial geliefert. Du schreibst: Quote:
Damit ist die Frage, wo die Besteuerung ansetzen müsste, OHNE Konsumverzicht auszulösen. Oder hab ich da nen denkfehler? aus http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/08/japan-lohne -fallen-im-rekordtempo.html Quote:
Wenn es allerdings mit der Schrumpfung von Löhnen so weiter geht werden die grünen Triebe schnell verwelken! Die japanischen Löhne schrumpfen nun schon den 13. Monat in Folge! Das setzt "Maßstäbe" im Kampf um internationale Wettbewerbsfähigkeit! Aber dies wäre nur ein Pyrrhussieg, denn es entwickelt sich gerade der perfekte deflationäre Sturm in Japan, denn auch die Verbraucherpreise sanken im Juni in Japan in einem Rekordtempo, um -1,7% im Vergleich zum Vorjahresmonat! Die Amis auf Kurs Grüsse kosh Artikel kommentieren
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