Zeitenwende.ch        WIRTSCHAFT - geschüttelt statt gerührt
Das Schulden-Dilemma PDF Drucken E-Mail
Freitag, 4. September 2009
Damit die Bürger wohlhabend werden, ist zweierlei nötig: Arbeit und Sparsamkeit, sagte einst Thomas Hobbes. Doch was damals galt, ist heute falsch, denn wo einer spart, muss sich ein anderer verschulden. Das ist der Kern unseres Geldsystems.

Das meiste Geld ist heute Buchgeld und hat nie das Licht der Welt erblickt, weder als Papier noch als Goldmünze, wie zu Zeiten von Thomas Hobbes. Die Krux mit diesem Geld liegt darin, dass es nur durch Schulden entsteht aufgrund eines simplen Buchungssatzes. Beispiel gefällig? Herr Müller geht zur Bank und nimmt einen Kredit auf, um Möbel zu kaufen. Die Bank ist somit Müller gegenüber im Plus, dem Möbelhändler gegenüber im Minus. Zur Rekapitulation:

Zu Beginn lautet bei allen der Kontostand Null. Nach dieser Transaktion hat der Möbelhändler ein Plus, Herr Müller ein Minus und die Bilanz der Bank wurde um genau diese Summe erhöht. Nun kassiert die Bank von Müller Schuldzinsen und gibt diese an den Möbelhändler weiter. Die Differenz dieser Zinssätze ist der Gewinn der Bank. Doch wenn nun Müller pleite geht, dann hat die Bank ein Problem, da sie nicht auf den Möbelhändler zurückgreifen kann. Als Puffer dient ihr das Aktienkapital, über die sie die Netto-Verluste abschreiben muss. Wenn das Aktienkapital nicht reicht, dann ist die Bank bankrott und der Staat greift ein, sofern die Bank als systemrelevant bezeichnet wird.

Was ich mit diesem Beispiel zeigen wollte, ist der Geldschöpfungsvorgang der Geschäftsbanken, der durch Verschuldung möglich wird. Je mehr Menschen oder Institutionen sich verschulden,  desto mehr Geld entsteht. Für die Verschuldung braucht es aber immer zwei. Jemand, der sich verschulden möchte und jemand, der dies zulässt, ob dies nun eine Bank, deren Kunden oder ein Investor ist wie zum Beispiel durch den Kauf von Anleihen.

Die Verantwortung für denVerschuldungsvorgang liegt somit bei beiden Parteien. Doch ungeacht dessen, stehen die Schuldner in der Gesellschaft moralisch immer schlechter da, während die Sparer als vorausschauend und weise bezeichnet werden. Dabei kann es ohne Schuldner gar keine Sparer geben.

Auf einer internationalen Ebene gibt es nun verschiedene Möglichkeiten einer Verschuldung: In eigener Währung oder in einer fremden Währung, gegenüber dem Inland oder gegenüber dem Ausland.

So hat zum Beispiel der japanische Staat international gesehen eine der höchsten Verschuldungen überhaupt. Doch dies ist deshalb bislang kein Problem, da die Schulden in der eigenen Währung gemacht wurden und die Gläubiger die eigenen Bürger sind. Das Ausland hat also keine Machtposition gegenüber Japan. Das Verschuldungsproblem des Staates ist ein innenpolitisches Problem, das theoretisch durch eine massive Vermögenssteuer ruckzuck behoben werden könnte. Ich schreibe theoretisch, weil es politischer Selbstmord wäre. Auch Japans neuer Regierungschef zieht es deshalb vor, die Staatsschulden weiter zu erhöhen als seine vermögenden Bürger durch zusätzliche Steuern zu vergraulen.

Die USA hingegen sind vom Ausland abhängig, ihre Schulden wurden aber in der eigenen Währung gemacht. Lässt nun das Ausland die USA hängen und treten nicht mehr als Gläubiger auf, dann sinkt der US$ und die Gläubiger stehen im Regen. Auch nicht schlecht, umso mehr als die Konsumwut der Amerikaner im Ausland für Millionen von Arbeitsplätzen gesorgt hat. Wollen diese Arbeitsplätze gerettet werden, dann müssen diese Länder auch weiterhin für die Verschuldung der Amerikaner aufkommen. Manche Amerikaner machen deshalb auch die Chinesen für ihre eigene Verschuldung verantwortlich, da diese nicht unwesentlich durch die chinesische Sparwut möglich gemacht wurde.

Wirklich schlecht stehen nur diejenigen Länder da, welche sich in einer fremden Währung und im Ausland verschuldet haben. Das trifft für zahlreiche osteuropäische Staaten wie auch auf Entwicklungsländer zu. Diese Schuldner sind auf Gedeih und Verderb dem Ausland ausgeliefert. Die Gläubiger hingegen können meist auf den IWF zählen, der sie jeweils aus der Bredouille rettet und alles daran setzt, dass die Schuldner durch drastische Massnahmen ihrem Schuldendienst nachkommen.

Doch zurück zum Sparer/Schuldner-Paradox. Wenn wir eine Wirtschaftserholung möchten, dann brauchen wir mehr Schuldner. Doch gerade die zu hohe Verschuldung bei schlechter (wenn auch verschleierter) Bonität hat die Krise erst herbei geführt und der Ausstieg aus der Krise wird vorallem deshalb sehr schwierig werden, weil die Schulden durch die Rettungsmassnahmen immer noch bestehen. In einer wirklich freien Marktwirtschaft hätte der Kollaps der Immobilien die Gläubiger mit in den Abgrund gezogen. Auf einer solchen Basis wäre eine Erholung möglich gewesen. Doch wo soll sie jetzt herkommen? Wo sind die neuen Schuldner und vorallem, wer ist bereit diese zu finanzieren? Wenn da nicht bald etwas völlig Ueberraschendes am Horizont auftaucht, werden die Staaten sich noch weiter verschulden müssen bei ihren eigenen Bürgern. Damit werden dann die Reichen die Sklaven ihres eigenen Staates, wie die chinesischen Gläubiger Sklaven der amerikanischen Verschuldung geworden sind. Wenn sie rausgehen, bricht alles zusammen. Der Reichtum ist also nur auf dem Papier. Machen kann man damit gar nichts. Japan hat darin schon Uebung. Sie gehen diesen Weg schon seit Jahren...

Vielleicht wäre es dann doch die beste Lösung wieder einmal bei Moses Rat zu holen. Er propagierte schon zu Urzeiten alle sieben Jahre eine Schuldenerlass.


Trackback-URL  (Trackback)

Tag it:
Delicious
Furl it!
Spurl
NewsVine
Reddit
YahooMyWeb
Technorati
Mister.Wong

Kommentar-Feld ein/ausblendenArtikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 2952

RSS Kommentare Kommentare (17)

Geschrieben von: Pierre Sanft, am 04-09-2009 12:13
Vielleicht wäre es dann doch die beste Lösung wieder einmal bei Moses Rat zu holen. Er propagierte schon zu Urzeiten alle sieben Jahre eine Schuldenerlass.

Ja aber, in Zeiten von Excel kann sich jeder ausrechnen was für Zinsen er dann verlangen müßte um in den 7 Jahren Kapital und Zinsen zurückzubekommen.

Moses konnte vor ein paar tausend Jahren nicht wissen das Microsoft diese teuflische Software entwickelt. :grin

Geschrieben von: Sven, am 04-09-2009 13:10
>Dabei kann es ohne Schuldner gar keine Sparer geben.

Tschuldigung, aber das ist doch Unsinn. Sparen kann man auch indem man das Geld nur aufbewart, ob in Bar oder in Edelmetallen. Investieren kann man es auch noch, indem man sich Anteile an Geschäften oder Land kauft.
Die hohe Verschuldung nutzt nur den Banken, die Ersparnisse nutzen um massenhaft neues Geld zu schaffen (Fractional Banking). Wenn es weniger Schuldenmacher gäbe, könnte man das zurückfahren. Oder man fährt es zurück damit Geld leihen teurer wird.

Geschrieben von: HRR, am 04-09-2009 16:09
Sparen kann man auch indem man das Geld nur aufbewart, ob in Bar oder in Edelmetallen.

Im Artikel ist von Buchgeld die Rede. Bargeld oder Edelmetalle gehören also nicht dazu. Im Verhältnis zum Buchgeld sind sie auch vernachlässigbar.

Geschrieben von: kosh, am 04-09-2009 16:34
Das grosse Warten auf den Preiszerfall der Tulpenzwiebeln

Quote:


- In einer wirklich freien Marktwirtschaft ...



Aber nur in einer solchen, wie sie von unseren Sonntagrednern gepredigt wurde und wird.

Quote:
... hätte der Kollaps der Immobilien die Gläubiger mit in den Abgrund gezogen.



Ich stelle hier die Hypothese zur Debatte, dass jede Marktwirtschaft frei ist. Auch die unsrige, die wir gerade erleben, stellt keine Ausnahme dar. Diese Hypothese bietet den einmaligen Vorteil innerhalb ein und desselben Gebäudes Erklärungsansätze zu suchen, wie es überhaupt möglich war und ist, dass bestimmte Marktteilnehmer so frei waren und sind, sich selbst am Markt zu bedienen. Im Übrigen erklärt der Ansatz auch, warum wir uns einen Fernseher leisten können, die meisten Menschen in der Dritten Welt aber nicht: Weil wir so frei waren und sind, die Umverteilung zu Lasten der Dritten Welt vorzunehmen. Oder einfacher, weil es möglich war und ist. Und weil es möglich war und ist, geht die Umverteilung von uns auf weitere Marktteilnehmer über. Früher war die Spitze der Umverteilungspyramide adlig, heutzutage sind sie gespalten. Einige hätten wohl auch heute gerne einen Titel, um sich und die Glückpostleser glücklich zu machen, andere sind mit der reinen Machtausübung und einem Umverteilungsszenarium - vor oder hinter den Kulissen, Hauptsache zu ihren Gunsten - zufrieden.

Das System Homo sapiens war noch nie anders und wird es aller Voraussicht auch nie werden. Nur die äussere Form - der Schein - passt sich der Zeit an. Die Inflationierung via Kredite ist nur eine Extremform der Legierung von Goldmünzen. Statt Vergangenheit und Gegenwart nehmen wir halt auch noch die Zukunft mit in die Bilanz, und hauen alles zusammen auf den Kopf.

Die Amis aus Kurs

Grüsse
kosh

Geschrieben von: Bernhard website, am 04-09-2009 17:44
Klasse Darstellung. Hast wohl bei Paul C. Martins Debitismus-Früchten genascht?

Diese ökonomische Grundtatsachte hat außerordentliche Fulminanz. Wenn ich immer mehr auf private AV setze, so geschehen in der BananenRD, muß doch irgendjemand deren Guthaben als Dauerschuldner spiegeln. Ausland fällt flach. Diese immensen Summen kann die Privatwirtschaft nicht aufnehmen, oder wir sehen uns auf Badestränden im Gebirge wieder (Fehlanreize zu billigen Geldes). Also, die Realwirtschaft nimmts net auf. Un nu?

Stichwort Schuldenbremse: In der zur Zeit wahlumkämpften BananenRD kommt die amtierende große Koalition immer noch auf weit über 50% der Stimmen in aktuellen Wahlprognosen. Die FDP spielt mit, weil es ihrem Grundverständnis entgegen kommt. Es herrscht quasi die einvernehmliche Meinung der zuvor genannte Parteienlandschaft vor, eine Schuldenbremse für den Staat festzulegen. Wo sollen auch in guten Jahren die "Gelder" der privaten AV den hin? In den Drogen-, Frauen- oder Waffenhandel vielleicht? Oder legen die, die private AV betreiben, die Gelder vielleicht direkt bei sich selbst an?

--> Merke: Der Staat ist Hauptabnehmer der AV-Kapitalanlagen. Ohne Weiterverschuldung keine AV.

Das mit der Schuldenbremse und der waxhsenden AV, das müssen mir die "Deppenparteien" SPD, CDU, CSU und FDP erst einmal erklären. Wer solche Widersprüche produziert, ist für mich schlicht unwählbar!

Kleine Ergänzung: Zum Thema D-Staatsschulden habe ich ein Schaubild mit etwas Text, ist aber schon ein paar Tage alt: CDU-, SPD- und FDP-Wähler strafen sich selbst ab

Geschrieben von: HRR, am 04-09-2009 17:50
@kosh

Ich stelle hier die Hypothese zur Debatte, dass jede Marktwirtschaft frei ist.

Wenn ich das richtig interpretiert habe, handelt es sich nicht um eine Hypothese sondern einen etwas weiter gesetzten Blickwinkel, der durchaus seinen Charme hat.

Geschrieben von: HRR, am 04-09-2009 17:57
@Bernhard

Das mit der Schuldenbremse und der waxhsenden AV, das müssen mir die "Deppenparteien" SPD, CDU, CSU und FDP erst einmal erklären. Wer solche Widersprüche produziert, ist für mich schlicht unwählbar!

Und wer solche Widersprüche nicht produziert, der wird auch nicht gewählt. Das Volk will betrogen werden, na ja, zumindest die meisten von ihnen ;)

Geschrieben von: kosh, am 04-09-2009 20:33
@HRR

Hypothesen kann man aufstellen, soviel man will. Bis zum Beweis des Gegenteils ist die Bezeichnung "Blickwinkel" durchaus legitim.

Der Vollständigkeit erlaube ich mir zu ergänzen, dass es sich hier nicht um eine Theorie handelt, da ich mir den Luxus erlaube, meine Hypothese nicht im streng wissenschaftlichen Sinn zu überprüfen. Selbst wenn ich das könnte, ich würde es nicht tun, weil es in einem etwas weniger strengen Sinn niemand interessieren würde. Ich erspare mir darum weitere Mühen und konzentriere mich lieber auf das, womit ich keine Zeit verplempere. Solange meine Hypothese stimmig bleibt, resp. einen gewissen Charme nicht verliert, tue ich was ich kann und kann was ich tue.

@Bernhard

Ich bin zwar die meiste Zeit meiner bescheidenen Existenz über diese Phase hinaus, aber in einem Übergangsstadium meiner Ontogenese hätte ich es vielleicht so formuliert: Ich bin zutiefst erschüttert, aber ich kann mich der Antwort von @HRR nicht verschliessen.

Grüsse
kosh

Geschrieben von: Joerg website, am 05-09-2009 00:01
"denn wo einer spart, muss sich ein anderer verschulden"

So ganz stimmt das nicht. Man kann auch sparen ohne das man einem anderen Geld verleiht. Man kann auch Realgüter wie Grundstücke, Immobilien Aktien etc auch direkt erwerben. Normalerweise sollte sich das System über den Zins automatisch regeln. Sind zu viele Sparer vorhanden, tendiert der Zins gegen Null (wo er nach den Notenbanken eigentlich grade ist) und die Sparer müssen sich andere Formen der Geldanlage suchen um eine Rendite zu erzielen. Werden viele Kredite nachgefragt steigt der Zins und das Geld wird wieder gerne verliehen.

Das Problem der jetzigen Krise ist vielmehr ein Vertrauensproblem. Eigentlich müsste der Zins für Kreditnehmer aktuell sehr niedrig sein. Aber niemand traut den Banken mehr und die Banken keinem anderen. So wird ein vielfach zu hoher Zins und Sicherheiten verlangt, allein durch die Angst der Zahlungsausfälle. Erst wenn diese Angst aus dem System wieder heraus ist kann sich das wieder einpendeln.

Geschrieben von: kosh, am 05-09-2009 15:47
@Joerg

Hab ich voher kräftig gespart, braucht mich die Frage nach der Herkunft des Geldes nicht zu kümmern, z.B.:

Kauf ich Immobilien, dann zahl ich mit GELD.
Kauf ich Aktien, dann zahl ich mit GELD.

Aber das verflixte GELD muss ja irgendwann irgendwo aufgetaucht sein, oder? Mein ganz persönlich-privates Geldverdienen und anschliessendes Sparverhalten erzeugt doch kein Geld, oder?

Wenn ich dann etwas belämmert zur Kenntnis nehmen muss, dass auch Immobilien und Aktien an GELD-Wert verlieren, kann ich mich zwar daran festklammern, dass wenigstens die Immos nicht verschwinden können, aber die Aktien sind bestenfalls praktisch durch den Staat und damit die Allgemeinheit, Öffentlichkeit, meine Nachbarn etc. geschützt, denn theoretisch kann sich mein Aktiensparguthaben von einem Tag auf den anderen in Luft auflösen. Das wäre spätestens dann der Fall, wenn mir niemand mehr GELD dafür bezahlen will, GELD das ja irgendwann, irgendwo einmal gezeugt worden sein müsste. Selbst wenn eine Immo am Ende noch da ist, aber keinen GELD-Wert mehr hat, nützt mir das im schlimmsten Augenblick meines Lebens nur für den Fall einer alternativen, positiven Rendite. Z.B. Wohnen, Kartoffeln etc., dem sag ich aber nicht sparen, sondern überleben.

Grüsse
kosh

Geschrieben von: LD website, am 06-09-2009 21:32
Sparer kann es sehr wohl auch ohne Schuldner geben, nur fällt dann der Zins auf Null. Das Problem ist, dass das Geld für die Rückzahlung des Kredits über andere Kredite entsteht. Da aber der Zins in der ursprünglichen Geldmenge nicht enthalten ist, muss das Geld dafür über einen zusätzlichen Kredit geschöpft werden. So funktionieren Schneeballsysteme und unser Geldsystem ist ein solches. Und irgendwann kollabiert die grosse Blase.

Geschrieben von: HRR, am 07-09-2009 00:08
@LD


Sparer kann es sehr wohl auch ohne Schuldner geben, nur fällt dann der Zins auf Null.

Egal ob der Zins bei Null ist oder nicht, mehr Geld sparen kann man nur, wenn die Schulden dafür da sind.

Geschrieben von: martin website, am 07-09-2009 17:04
Sparsamkeit kann man heutzutage aber schwierig erreichen. Die Ausgaben sind zu viel. Danke für diesen Artikel. Für mich war sehr interessant dies zu lesen. Schöne Grüße, Martin

Geschrieben von: FRS, am 07-09-2009 19:00
Erlauben Sie mir folgende Ergänzung:
Da wir ein sog. Fractional Reserve System haben, ist es auch gar nicht möglich die Schulden zurückzuführen:
Ich nehme als einleuchtendes Beispiel Gold - es gibt rund 150 Tausend Tonnen gefördertes und verfügbares Gold (150 TTG). Angenommen, ich besitze alles und bringe es auf die Bank: Die Bank gibt mir einen Zettel, auf dem steht, dass ich 150 TTG zugute habe. Die Bank verleiht nun davon 140 TTG. Die Schuldner gehen nun hin und zahlen ihre Villen und die Fabriken usw.. Die Empfänger nehmen die 140 TTG und bringen sie auf die Bank, welche ihnen einen Zettel gibt, auf dem steht, dass sie 140 TTG zugute haben, das Spiel geht so weiter - 130 TTG, 120 TTG, 110 TTG ... 10 TTG... Schlussendlich hat die Bank Schuldzettel im Umfang von 1200 TTG ausgefüllt, obwohl es gar nicht so viel Gold gibt. Wenn nun die Schuldner der 140 TTG und diejenigen der 10 TTG ihre Schulden bei der Bank zurückzahlen, dann ist wieder alles Gold bei der Bank, aber es gibt keines mehr im Umlauf. Wie also können die übrigen Schuldner (130 TTG, 120 TTG, 110 TTG ... 20 TTG) ihre Schulden zurückzahlen, wo es ja gar kein Gold mehr im Markt gibt, sondern alles Gold in den Tresoren der Bank lagert??? Hmmm???
Es muss sich wieder jemand verschulden (oder ich muss meine 150 TTG von der Bank zurückfordern und sie ausgeben), damit überhaupt wieder Gold im Markt ist! Und alle anderen können ihre Schulden nie und nimmer zurückzahlen, nur immer einige! Auch die Bank kann mir meine 150 TTG nie und nimmer mehr zurückgeben, obwohl sie mir doch einen Zettel gab, dass ich 150 TTG zugute habe... hmmmm...
Tja, da ist etwas faul im Bankenstaat - die Sklaven sind klar definiert: Die Schuldsklaven! Auch wenn wir ein Papiergeldsystem haben, so ändert sich grundsätzlich nichts an obiger Aussage. Und was wäre ohne Schuldsklaven? Natürlich: es gäbe kein Geld.

Geschrieben von: HRR, am 07-09-2009 21:39
@FRS

Schulden können nur getilgt werden, wenn die Vermögenden ihr Geld verlieren via Kollaps, Enteignung oder Revolution. Irgendwann wird dieser Zeitpunkt erreicht sein, da sorgen allein schon die Zinsen dafür speziell bei den Staatsschulden. Nur ob des nächstes Jahr oder in ein paar Jahrzehnten sein wird, darüber darf fröhlich spekuliert werden.

Geschrieben von: physiker, am 09-09-2009 15:18
Mir erschließt sich das so: Das FSR ist vom Prinzip her in Ordnung, denn jeder der ein Guthaben erhält auch Arbeit geleistet hat, er hat das Geld verdient. Das Guthaben ist Bescheinigung für geleitstete Arbeit. Wieviel Geld die Arbeit wert ist wird dadurch bestimmt, wieviel Geld ein andere dafür gibt, ob das dann vorhandenes Geld oder ein neuer Kredit ist, ist die Sorge dessen der für die Arbeit zahlt. Er übernimmt die Verantwortung für eine richtige Bewertung der Arbeit. Derjenige, der für die Arbeit bezahlt wird, ist aus dem Schneider. Man hat somit ein selbstbewertendes System für Arbeit, was verschiedenste Arbeiten miteinander abgleichbar macht. Besonders positiv scheint dabei zu sein, dass man die Bescheinigung für Arbeit weit aus der Vergangenheit auch noch immer einlösen kann, sofern nicht die Dinge des vorangegangen Beitrags von HRR eintreten. Wenn ein Volk eben zu viel Scheiße baut, wie wir zwischen 1939 bis 1945, dann kann es nicht mehr verlangen, dass man ihm die Arbeit aus der Vergangenheit noch anrechnet.
In normalen Zeiten muss die Inflation den Wert der Arbeit der Vergangenheit im Vergleich zu der gegenwärtig geleisteten abwerten. Ob der Markt das auf eine gerechte Art macht, darüber könnte ich mich beim Nachdenken verlieren.
Aber vom Prinzip her ist FSR + Inflation in Ordnung. Die Geldmenge steigt nominell, weil Geld die Bescheinigung für Arbeit, zu welchem Zeitpunkt sie auch immer ausgeführt wurde, ist, und da kommt eben immer mehr zusammen. Dafür dass man Arbeit, die vor 50 Jahren ausgeführt wurde, heute nicht 1 zu 1 umtauschen kann sorgt die Inflation.
Zinsen gleichen den Inflationsverlust aus. Gerade der, der Geld übrig hat kann es durch Anlegen mehr oder weniger retten. Das Geld im Umlauf fällt der Inflation zum Opfer. Der, der zurücklegen kann, verdient wohl auch mehr und sollte höherwertige Arbeiten erbracht haben. Es wäre somit gerechtfertigt, dass sein Geld noch ein bisschen länger hält, da seine Arbeit in irgendeiner Form (z.B. erbrachtes Wissen darum, wie etwas wesentlich leichter zu bewerkstelligen ist) noch heute als Grundlage dient.
Ich denke, wird dieses Grundprinzip verletzt, gibt es Schwierigkeiten und das ist passiert nachdem man Geldverschieben als Arbeit bescheinigt selbst Geld generiert.

Geschrieben von: HRR, am 09-09-2009 18:23
@physiker

Zinsen sind in erster Linie eine Risikoprämie, die jährlich ausbezahlt werden. Dass Anleihen nicht ohne Risiko sind, wissen wir inziwschen. Da die meisten Anleihen dank den Zentralbanken und den Staaten gerettet wurden, führen natürlich die Zinsen resp. Risikoprämien ad absurdum. Das ist das eigentliche Problem. Die Geldmenge so natürlich steigen, wenn die Inhaber von ihrer Verantwortung (Fehlinvestition) gerettet werden.

Hätte man das System einfach machen lassen, dann wäre die bekannte Geschichte des Josephspfennig schnell entlarvt worden.

Doch gerade weil die Vermögen gerettet wurden, halte ich eine höhere Vermögenssteuer im Tausch mit einer tieferen Einkommenssteuer für gerechtfertigt. Dummerweise wird das aber nicht funktionieren, da Kapital leider flüchtig ist. Gerecht oder fair war aber die Rettung des Systems sicher nicht.


Kommentar-Feld ein/ausblendenArtikel kommentieren

AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze

 
< zurück   weiter >

Blog-Verzeichnisse

Schweizer Blog Verzeichnis TopBlogs.de slug.ch Blogs, die hierher linken list.blogug.ch bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis Blogverzeichnis Bloggeramt.de investinformer.de - TOP100 Investment Sites Blogparade