Mario Draghi hat in der vatikanischen Zeitung „L’Osservatore Romano“
seine Gedanken zur Enzyklika Caritas in veritate nieder geschrieben und
kommt dabei zur Erkenntnis "Eine langfristige Entwicklung ist unmöglich
ohne Ethik." Da lässt sich schwer etwas dagegen einwenden. Doch wer ist
Mario Draghi und passen seine öffentlichen Gedanken zu seinem
Lebenslauf?
Von 1984 bis 1990 arbeitete Mario Draghi als Direktor bei der Weltbank.
Kurz darauf wechselte er zur italienischen Zentralbank und blieb dort
bis 2001. Während dieser Zeit machte er sich für die Privatisierung von
Unternehmen stark, die von zahlreichen Korruptionsskandalen
durchgeschüttelt wurden. Unter seiner Aegide wurden Unternehmen im
Gegenwert von 108 Milliarden US$ privatisiert. Deren Einkünfte halfen
Italien die Maastricht-Kriterien zu erfüllen und den Euro einzuführen.
Im
Jahr 2002 wurde Draghi Partner bei Goldman Sachs und blieb dort bis
Januar 2006. Im Februar des gleichen Jahres feierte er ein Comeback bei
der italienischen Zentralbank und im April 2006 wurde er Chef des
Financial Stability Forum, welches zur Ueberwachung der Finanzmärkte
geschaffen wurde.
Im Zusammenhang mit seiner beruflichen Laufbahn ist vorallem folgender Kommentar Draghi's im Osservatore Romano bemerkenswert:
Die Krise decke die Schwäche eines Modells auf, das bei Exzessen nicht eingreife, die dann dessen Scheitern verursachten.
Es
sind die Schwächen des Modells "Draghi". Viel zu viele Personen
wechseln zwischen den Behörden und den Unternehmen hin- und her, bis
sie die kritische Distanz vermissen lassen, auch bekannt als
Drehtüreffekt.
Doch Draghi kommt selbstredend zu einer ganz
anderen Erkenntnis. Er sympathisiert mit einer vom Papst ins Spiel
gebrachten "politischen Weltautorität". Ein Vorschlag in eigener Sache
quasi, denn er selbst ist der Chef des Financial Stability Board und
das strebt im Bereich der Finanzmarktordnung nicht weniger als die
globale Führerschaft an. Geschaffen wurde es bereits 1998 und hatte
bereits damals das Ziel die Stabilität des globalen Finanzsystems zu
erhöhen. Doch Versagen hin oder her, jetzt sollen deren Funktionen noch
ausgebaut werden.
Unmittelbar sei eine Reform des
internationalen Finanzwesens notwendig, um ein besseres Funktionieren
der Märkte zu erzielen. Dieses Ziel sei unauflöslich mit einem
ethischen Profil verbunden, da es im Letzten um den Schutz der
Schwächeren gehe. Während den Jahren des Exzesses war er bei Goldman Sachs, danach bei den Behörden, die für die Ueberwachung zuständig sind. Das hört sich vorallem nach einem in eigener Sache überaus geschickten Wellenreiter an.
Präsident der italienischen Zentralbank: Keine echte Entwicklung ohne Ethik! Ruf nach grenzüberschreitender Regulierung
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Geschrieben von: Jochen Hoff , am 13-07-2009 14:50 Er ist kein Wellenreiter, der müsste wenigstens ein Gefühl für den Untergrund haben. Er hängt lediglich an jedem Zug in der Hoffnung irgendwo hin gebracht zu werden, wo er weiter abzocken und betrügen kann. Geschrieben von: HRR, am 13-07-2009 14:59 ...was gemäss Adam Smith zu allgemeinem Wohlstand führt. Du weisst schon, der Eigennutz ist letztlich gut für alle.  Artikel kommentieren
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