Es vergeht kaum eine Woche in den USA, ohne dass eine Bank ihre Türen
schliessen muss. Für deren Kunden geht dieser Prozess meist glimpflich
über die Bühne, da die FDIC für deren Einlagen garantiert. Bei den
Grossbanken hingegen, wäre selbst die FDIC machtlos, weshalb die
Regierung alles daran setzt, den Finanzinstituten vorsorglich unter die
Arme zu greifen. Die grossen Verlieren in dieser Entwicklung sind neben
dem Steuerzahler jene Banken, die wirtschaftlich alles richtig gemacht
haben, wie das Beispiel von DeMotte zeigt.
DeMotte ist eine Bank mit elf Filialen im Bundesstaat Indiana. Von
diesen kleinen und mittelgrossen Finanzinstituten gibt es in den USA
ein paar Tausend. Die meisten von ihnen haben in den letzten Jahren
solide gewirtschaftet, den raketenhaft steigenden Immobilienpreisen
misstraut und oft sogar noch ihre Kunden gewarnt. Doch jetzt werden sie
gleich mehrfach bestraft.
In der Oeffentlichkeit werden alle
Banker in den gleichen Topf geschmissen, unabhängig davon, wie sie
gearbeitet haben. Nicht zu den Gewinnern der vergangenen Jahre zu
gehören und jetzt auch als Prügelknabe den Kopf hinhalten zu müssen ist
wahrlich nicht leicht zu verdauen. Doch es geht nicht nur um
Psychologie. Die Ungerechtigkeit hat auch wirtschaftliche Folgen.
Laut
dem Chef von DeMotte ist die Versicherungsprämie zugunsten der Federal
Deposit Insurance Corporation innerhalb Jahresfrist um mehr als das
Zehnfache gestiegen. Jetzt werden also die Vorsichtigen zugunsten der
Gierigen bestraft, statt dass sie jetzt von der Vergangenheit
profitieren könnten. Die Kleinen sind jetzt sauer, können aber nicht
viel mehr tun als die Faust im Sack.
Was hier DeMotte erlebt,
können wir überall beobachten. Die Grossen werden gerettet, weil sie zu
gross sind, um sie zusammen brechen lassen zu können. Die Kleinen
hingegen lässt man bankrott gehen, wenn sie schlecht gewirtschaftet
haben und wenn sie gut gewirtschaftet haben, dann müssen sie
solidarisch für die Grossen aufkommen.
Ein schlechter Deal für
die Kleinen. Das gilt nicht nur in der Bankenszene, sondern für
Unternehmen generell. Kein KMU hat die Möglichkeiten, die ein Grosser
hat. Jetzt haben selbst jene, die wirtschaftlich solide da stehen,
schlechtere Bedingungen als zum Beispiel General Electric, welche
massiv überschuldet sind, aber billiges Geld dank staatlich
garantierten Anleihen beziehen können.
Auf diese Weise drücken
die Grossen die Kleinen an die Wand, unabhängig von ihrer Leistung. Es
ist leicht abzusehen, dass abgesehen von Nischenplayern die Wirtschaft
in Zukunft noch mehr als heute von wenigen grossen Playern dominiert
sein wird.
Buchtipp: Der gekaufte Staat
Quellenangaben:
We’re Dull, Small Banks Say, but Have Profits How the Bailouts Screw Smaller Banks Failed Bank List (Trackback)
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Geschrieben von: kosh, am 13-05-2009 18:33 Saletti HRR Die Dekadenz geht zum Brunnen, bis sie bricht. Erst wenn die Grossen sich selbst via Wirtschaft UND Politik ad absurdum geführt haben, erst dann ist das System reif für den Selbstzusammenbruch. Aber das kann noch Jahrzehnte so weitergehen. Zuschauen und staunen: Wer wie der Homo sapiens hehren Sonntagsreden fröhnt und kurzfristig Regeln für die Theorie aufstellt, aber als Masse mittelfristig alles tut um sie praktisch zu torpedieren, der wird langfristig von einem Regelwerk höherer Ordnung zurechtgestutzt. Die welche sich selbst ihre Mitschuld nicht eingestehen können oder wollen nennen dieses Regelwerk göttlich, andere nennen es evolutionär. So oder so, Blut ist rot, die Amis auf Kurs kosh Artikel kommentieren
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