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Das Gesetz der Grösse PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 13. Mai 2009
Es vergeht kaum eine Woche in den USA, ohne dass eine Bank ihre Türen schliessen muss. Für deren Kunden geht dieser Prozess meist glimpflich über die Bühne, da die FDIC für deren Einlagen garantiert. Bei den Grossbanken hingegen, wäre selbst die FDIC machtlos, weshalb die Regierung alles daran setzt, den Finanzinstituten vorsorglich unter die Arme zu greifen. Die grossen Verlieren in dieser Entwicklung sind neben dem Steuerzahler jene Banken, die wirtschaftlich alles richtig gemacht haben, wie das Beispiel von DeMotte zeigt.

DeMotte ist eine Bank mit elf Filialen im Bundesstaat Indiana. Von diesen kleinen und mittelgrossen Finanzinstituten gibt es in den USA ein paar Tausend. Die meisten von ihnen haben in den letzten Jahren solide gewirtschaftet, den raketenhaft steigenden Immobilienpreisen misstraut und oft sogar noch ihre Kunden gewarnt. Doch jetzt werden sie gleich mehrfach bestraft.

In der Oeffentlichkeit werden alle Banker in den gleichen Topf geschmissen, unabhängig davon, wie sie gearbeitet haben. Nicht zu den Gewinnern der vergangenen Jahre zu gehören und jetzt auch als Prügelknabe den Kopf hinhalten zu müssen ist wahrlich nicht leicht zu verdauen. Doch es geht nicht nur um Psychologie. Die Ungerechtigkeit hat auch wirtschaftliche Folgen.

Laut dem Chef von DeMotte ist die Versicherungsprämie zugunsten der Federal Deposit Insurance Corporation innerhalb Jahresfrist um mehr als das Zehnfache gestiegen. Jetzt werden also die Vorsichtigen zugunsten der Gierigen bestraft, statt dass sie jetzt von der Vergangenheit profitieren könnten. Die Kleinen sind jetzt sauer, können aber nicht viel mehr tun als die Faust im Sack.

Was hier DeMotte erlebt, können wir überall beobachten. Die Grossen werden gerettet, weil sie zu gross sind, um sie zusammen brechen lassen zu können. Die Kleinen hingegen lässt man bankrott gehen, wenn sie schlecht gewirtschaftet haben und wenn sie gut gewirtschaftet haben, dann müssen sie solidarisch für die Grossen aufkommen.

Ein schlechter Deal für die Kleinen. Das gilt nicht nur in der Bankenszene, sondern für Unternehmen generell. Kein KMU hat die Möglichkeiten, die ein Grosser hat. Jetzt haben selbst jene, die wirtschaftlich solide da stehen, schlechtere Bedingungen als zum Beispiel General Electric, welche massiv überschuldet sind, aber billiges Geld dank staatlich garantierten Anleihen beziehen können.

Auf diese Weise drücken die Grossen die Kleinen an die Wand, unabhängig von ihrer Leistung. Es ist leicht abzusehen, dass abgesehen von Nischenplayern die Wirtschaft in Zukunft noch mehr als heute von wenigen grossen Playern dominiert sein wird.

Buchtipp: Der gekaufte Staat

Quellenangaben:

We’re Dull, Small Banks Say, but Have Profits
How the Bailouts Screw Smaller Banks
Failed Bank List

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: kosh, am 13-05-2009 18:33
Saletti HRR

Die Dekadenz geht zum Brunnen, bis sie bricht. Erst wenn die Grossen sich selbst via Wirtschaft UND Politik ad absurdum geführt haben, erst dann ist das System reif für den Selbstzusammenbruch. Aber das kann noch Jahrzehnte so weitergehen. Zuschauen und staunen: Wer wie der Homo sapiens hehren Sonntagsreden fröhnt und kurzfristig Regeln für die Theorie aufstellt, aber als Masse mittelfristig alles tut um sie praktisch zu torpedieren, der wird langfristig von einem Regelwerk höherer Ordnung zurechtgestutzt. Die welche sich selbst ihre Mitschuld nicht eingestehen können oder wollen nennen dieses Regelwerk göttlich, andere nennen es evolutionär.

So oder so, Blut ist rot, die Amis auf Kurs
kosh


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