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Das Geschäft mit der Steuermoral |
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Freitag, 27. März 2009 |
Der heftige Sturm, welcher nun über die Steueroasen hinweg fegt, ist in
erster Linie aus der Not geboren. Die Moralgeschichten nur der Motor,
welcher die Luft zum Wirbeln bringt. Und so zeigt jeder mit dem Finger
auf den anderen, ob am Ende sich aber wirklich etwas ändert, steht auf
einem ganz anderen Blatt geschrieben. Allzu viel sollte man in dieser
Hinsicht vom G20 nicht erwarten oder befürchten, je nach Ausgangslage.
Die Schweizer Indianer schrien auf, als der deutsche Finanzminister
effektvoll die Peitsche schwang. Von mangelndem Anstand war die Rede
und das Bild des hässlichen Deutschen an die Oberfläche gezerrt. Die
Eidgenossen hatten sich über die Form aufgeregt, getroffen wurden sie
aber vom Inhalt, der in Steinbrücks undiplomatischer Botschaft steckte
und da sind die Schweizer verletzlich.
Doch zu befürchten hat
die Schweiz wenig und die Medien müssen ihre voreiligen Begräbnisreden
zum Bankgeheimnis wieder entsorgen. Richard Murphy, der mehr als 20
Jahre als Steuerprüfer in der City of London arbeitete und heute das
Informationszentrum Tax Research leitet:
Es werden hübsche
Verträge über bilateralen Informationsaustausch ausgehandelt und
unterzeichnet. Diese Schriftstücke sind das Papier nicht wert, auf dem
sie stehen.
So wird es also kommen. Weder Grossbritannien noch
die USA haben ein Interesse Standards einzuführen, welche von der
Schweiz eingefordert werden. Mit Deutschland und Frankreich hätte sich
dies vielleicht ändern können. Doch wenn es um London geht, dann sind
die zwei Moralapostel auffällig ruhig.
Gordon Brown hat in
seinen zehn Jahren als Finanzminister den Zufluss schmutziger Gelder in
die City of London ermutigt. Er hat die Einführung sogenannter «Blind
trusts» zugelassen und ermöglicht, dass Ausländer hier jahrelang keine
Steuern bezahlten. Das ist ein klarer Missstand, auf den andere Staaten
viel deutlicher hinweisen sollten. Aber Brown war dies egal: Die Banken
zahlten trotz aller Steuervermeidung immer noch genug Geld, damit sich
die Sache lohnte.
Inzwischen wurde Grossbritannien auch noch von
einem Steuerskandal um Grosskonzerne heimgesucht. Zwei Tage dauerte das
Rascheln im Blätterwald und dann war der Spuk vorbei. Aus
Interessensgründen ist das Thema wieder in der Versenkung verschwunden.
Die Moral ... ach was für ein lästiges Ding, man hält sie nur hoch, wenn man dabei etwas gewinnen kann.
Steuerskandal in Grossbritannien Interview mit Richard Murphy
UPDATE
Scheinfirma gegründet – in 45 Minuten
Wie das britische Magazin «Economist» berichtet, versuchte Sharman
zunächst in den USA, mit Hilfe von 10'000 Dollar und einem
Internetanschluss Firmen zu gründen, ohne die Inhaber, den
Geschäftszweck oder sonstige Einzelheiten zu nennen. Mit besonderem
Erfolg im Bundesstaat Nevada: Die offizielle Webseite warb mit einer
«begrenzten Anforderungen» zur Berichterstattung gegenüber den Behörden
– und einem flotten Ein-Stunden-Service für Firmengründungen.
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Geschrieben von: kloe , am 30-03-2009 12:24 Also ich nehme mir schon heraus mit dem Finger auf andere zu Zeigen. Ich kann ja der Bank nicht wirklich sagen, wie sie mein/ihr Geld verwalt soll. Ausserdem, solange das Steuerrecht solche Dinge zu lässt, ist es eh umsonst. Und, dass die Banken sich wenig um andere Sorgen machen sieht man ja auch. Die verlangen dann sogar noch mehr Geld. Artikel kommentieren
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