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Das Flations-Durcheinander PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 16. April 2009
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Das Flations-Durcheinander
Seite 2


Wenn die Nachfrage wegbricht, dann müssten auch die Preise sinken, heisst es in der Theorie. Wir stehen nun der Frage gegenüber, ob uns das US-Ministerium einen Bären aufbinden will oder die Theorie neu geschrieben werden muss. Suchen Sie es sich aus oder lesen Sie den Bericht über die Kunst der Inflationsmessung. Derweil lotet auch das Wachstum in China neue Tiefen aus:
Die chinesische Wirtschaft wächst so langsam wie seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr. Im ersten Quartal des Jahres stieg das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben des nationalen Statistikbüros in Peking nur um 6,1 Prozent. Während die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua die Zahl als das "schlechteste Wachstum der vergangenen zehn Jahre" bezeichnete, sprach die US-Bank Goldman Sachs vom niedrigsten Wert seit Beginn der Quartalsveröffentlichungen im Jahr 1992. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte die chinesische Wirtschaft noch um 10,6 Prozent zugelegt.
Dass weniger Nachfrage auch zu tieferen Preisen führt, wird gerne widerlegt mit dem Argument, dass die Zentralbanken die Märkte fluten. Das heisst, das "Mehr" an Geld via Staatsverschuldung übertrifft das "Weniger" an Gütern. Dies wäre insofern richtig, wenn nur die Zentralbanken Geld schaffen könnten. Doch das ist mitnichten so. Für das Schuldenwachstum (Geld!) sind hauptsächlich die Banken zuständig und die sind daran, die Billionenindustrie an verbrieften Krediten zu entsorgen, die hauptsächlich fern jeder Oeffentlichkeit in Zweckgesellschaften schlummerten. Hier wird also Geld via Staatsverschuldung entsorgt. Unter dem Strich ein Nullsummenspiel.

Die Deflation wirklich verhindern könnten nur echte Konjunkturprogramme. Davon ist trotz aller Ankündigungen noch nicht viel zu sehen. Doch es gibt noch einen anderen Grund, welches das deflationäre Szenario favorisiert: Der Blick nach Japan.

Japan hatte nach seinem Immobiliencrash anfangs der 90er Jahre die Banken genau so wie jetzt der Westen via Staatsverschuldung gerettet. Im Nachhinein spricht man vom verlorenen Jahrzehnt im Land der aufgehenden Sonne. Die Inflation kam trotz aller Unkenrufe nie ins Laufen, da die Staatsgelder in der Wirtschaft nicht wirksam wurden. Wenn der Konsument schlapp macht, dann geht eben gar nichts mehr und daran ändert sich auch nichts, in dem man die Bankschulden auf den Staat umbucht.

Chinas Wirtschaftswachstum verlangsamt sich auf Rekordtief
So wird das nix mit der US-Deflation
US-Preise fallen erstmals seit 1955

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: kosh, am 16-04-2009 11:13
@HRR

Quote:


Wenn die Nachfrage wegbricht, dann müssten auch die Preise sinken, heisst es in der Theorie.



Die Theorie taugt nicht für die Praxis, erst recht nicht wenn diese sich ausbedungen hat, auf die Theorie zu verzichten. Ein Freier Marktteilnehmer der Freien Marktwirtschaft hat nämlich beschlossen, die Freiheiten des Marktes nach Bedarf zu kreieren, noch bevor die bisher als solche beschwätzten Freien Marktfkräfte ihr Potential entfalten konnten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Inzwischen regelt der Freie Markt sich noch weniger selbst, dementsprechend wird er ge(mass)regelt, was der offiziellen Theorie - aber nicht meiner :-) - schon in den Ansätzen widerspricht. Und so kann mich z.B. auch nicht erstaunen, dass die einen sparen, indem sie in Zeltstädte umziehen, damit genug übrig bleibt um an Tankstellen ge(mass)regelte Benzinpreise und in Supermärkten ge(mass)regelte Lebensmittelpreise zu bezahlen.

Die Meldung ist Dir bestimmt nicht entgangen:

aus http://www.therealestatebloggers.com/2009/04/10/one-in-nine- homes-are-vacant-in-the-united-states/
Quote:
One in Nine Homes Are Vacant in the United States



Es ist noch Suppe da. Will heissen, 1 Haus steht zwar leer, aber 8 sind nach wie vor voll. Umgekehrt, wenn die Deflation einsetzt ist das ein Zeichen dafür, dass die Suppe knapp wird.

Die Amis auf Kurs

Grüsse
kosh

PS: Ein eher berüchtigtes Bsp. aus der Arbeitslosenstatistik, wo Existenzen schlicht aus den Statistiken rausgekippt werden. Danach gibt es sie nicht mehr, weder als Arbeitnehmer noch als Arbeitslose. Obwohl also die tatsächliche Zahl Arbeitsloser zunehmen kann, ist es möglich, dass die Statistiken weniger Arbeitslose ausweisen. Alles wird GUT. Für unser Gesellschaftssystem heisst das nichts anderes als "aus den Augen aus dem Sinn" und wir basteln eine uns genehme Flation für den Multimedia-Zirkus.


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