|
Seite 2 von 2
Wenn die
Nachfrage wegbricht, dann müssten auch die Preise sinken, heisst es in
der Theorie. Wir stehen nun der Frage gegenüber, ob uns das
US-Ministerium einen Bären aufbinden will oder die Theorie neu
geschrieben werden muss. Suchen Sie es sich aus oder lesen Sie den
Bericht über die Kunst der Inflationsmessung. Derweil lotet auch das
Wachstum in China neue Tiefen aus:
Die chinesische Wirtschaft
wächst so langsam wie seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr. Im
ersten Quartal des Jahres stieg das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben
des nationalen Statistikbüros in Peking nur um 6,1 Prozent. Während die
staatliche Nachrichtenagentur Xinhua die Zahl als das "schlechteste
Wachstum der vergangenen zehn Jahre" bezeichnete, sprach die US-Bank
Goldman Sachs vom niedrigsten Wert seit Beginn der
Quartalsveröffentlichungen im Jahr 1992. Im gleichen Zeitraum des
Vorjahres hatte die chinesische Wirtschaft noch um 10,6 Prozent
zugelegt. Dass weniger Nachfrage auch zu tieferen Preisen führt,
wird gerne widerlegt mit dem Argument, dass die Zentralbanken die
Märkte fluten. Das heisst, das "Mehr" an Geld via Staatsverschuldung
übertrifft das "Weniger" an Gütern. Dies wäre insofern richtig, wenn
nur die Zentralbanken Geld schaffen könnten. Doch das ist mitnichten
so. Für das Schuldenwachstum (Geld!) sind hauptsächlich die Banken
zuständig und die sind daran, die Billionenindustrie an verbrieften
Krediten zu entsorgen, die hauptsächlich fern jeder Oeffentlichkeit in
Zweckgesellschaften schlummerten. Hier wird also Geld via
Staatsverschuldung entsorgt. Unter dem Strich ein Nullsummenspiel.
Die
Deflation wirklich verhindern könnten nur echte Konjunkturprogramme.
Davon ist trotz aller Ankündigungen noch nicht viel zu sehen. Doch es
gibt noch einen anderen Grund, welches das deflationäre Szenario
favorisiert: Der Blick nach Japan.
Japan hatte nach seinem
Immobiliencrash anfangs der 90er Jahre die Banken genau so wie jetzt
der Westen via Staatsverschuldung gerettet. Im Nachhinein spricht man
vom verlorenen Jahrzehnt im Land der aufgehenden Sonne. Die Inflation
kam trotz aller Unkenrufe nie ins Laufen, da die Staatsgelder in der
Wirtschaft nicht wirksam wurden. Wenn der Konsument schlapp macht, dann
geht eben gar nichts mehr und daran ändert sich auch nichts, in dem man
die Bankschulden auf den Staat umbucht.
Chinas Wirtschaftswachstum verlangsamt sich auf Rekordtief So wird das nix mit der US-Deflation US-Preise fallen erstmals seit 1955
(Trackback)
Artikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 2927
Geschrieben von: kosh, am 16-04-2009 11:13 @HRR Quote:
Wenn die Nachfrage wegbricht, dann müssten auch die Preise sinken, heisst es in der Theorie. Die Theorie taugt nicht für die Praxis, erst recht nicht wenn diese sich ausbedungen hat, auf die Theorie zu verzichten. Ein Freier Marktteilnehmer der Freien Marktwirtschaft hat nämlich beschlossen, die Freiheiten des Marktes nach Bedarf zu kreieren, noch bevor die bisher als solche beschwätzten Freien Marktfkräfte ihr Potential entfalten konnten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Inzwischen regelt der Freie Markt sich noch weniger selbst, dementsprechend wird er ge(mass)regelt, was der offiziellen Theorie - aber nicht meiner :-) - schon in den Ansätzen widerspricht. Und so kann mich z.B. auch nicht erstaunen, dass die einen sparen, indem sie in Zeltstädte umziehen, damit genug übrig bleibt um an Tankstellen ge(mass)regelte Benzinpreise und in Supermärkten ge(mass)regelte Lebensmittelpreise zu bezahlen. Die Meldung ist Dir bestimmt nicht entgangen: aus http://www.therealestatebloggers.com/2009/04/10/one-in-nine- homes-are-vacant-in-the-united-states/ Quote:
One in Nine Homes Are Vacant in the United States Es ist noch Suppe da. Will heissen, 1 Haus steht zwar leer, aber 8 sind nach wie vor voll. Umgekehrt, wenn die Deflation einsetzt ist das ein Zeichen dafür, dass die Suppe knapp wird. Die Amis auf Kurs Grüsse kosh PS: Ein eher berüchtigtes Bsp. aus der Arbeitslosenstatistik, wo Existenzen schlicht aus den Statistiken rausgekippt werden. Danach gibt es sie nicht mehr, weder als Arbeitnehmer noch als Arbeitslose. Obwohl also die tatsächliche Zahl Arbeitsloser zunehmen kann, ist es möglich, dass die Statistiken weniger Arbeitslose ausweisen. Alles wird GUT. Für unser Gesellschaftssystem heisst das nichts anderes als "aus den Augen aus dem Sinn" und wir basteln eine uns genehme Flation für den Multimedia-Zirkus. Artikel kommentieren
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze
Erhalten von: Totontli » Geldschöpfung durch private Geschäftsbanken , am 16-04-2009 21:35 (PB) [...] denn jetzt: Inflation, Deflation, gar Disinflation? Zur Zeit wird zu viel herumorakelt, ob denn jetzt die Preise bald steigen oder bereits fallen, wie [...] Erhalten von: Blick Log » Presseschau: Die Blicke in die Wirtschaft am 17. April 2009 , am 17-04-2009 06:55 (PB) [...] Zeitenwende: Das Flations-Durcheinander [...]
|