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Das Flations-Durcheinander |
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Donnerstag, 16. April 2009 |
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Seite 1 von 2 Inflation, Deflation, Stagflation, Disinflation - die Begriffe für die
Preisentwicklung vermehren sich immer schneller. Jeder bastelt sich
seine Welt, wie sie ihm gefällt. Neu angestossen wurde die Debatte
durch die Meldung, dass die US-Verbraucherpreise erstmals seit fast 54
Jahren gesunken sind.
Die Preise fielen um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie
das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Das war der
erste Rückgang seit August 1955. Also ein klarer Fall für Deflation,
könnte man meinen. Doch ohne Energie- und Lebensmittelpreise wären die
Lebenshaltungskosten um 1,8 Prozent gestiegen. Das heisst, dass der
Rückgang des Oelpreises der Hauptverursacher für die Preisentwicklung
war. Experten nennen das nun Disinflation.
Aufgrund der
offiziellen Zahlen in den USA braucht man sich somit keine Sorgen über
eine deflationäre Entwicklung zu machen, wenn man diesen Zahlen auch
tatsächlich trauen könnte. Denn wirklich glaubwürdig sind sie nicht,
meint die FTD:
Seit dem offiziellen Beginn der US-Rezession im
Dezember 2007 sind die Einzelhandelsumsätze um 9,6 Prozent gefallen,
hat die Industrieproduktion um 13,4 Prozent abgenommen, ist die
Kapazitätsauslastung in der Industrie um 11,3 Prozentpunkte gepurzelt,
ist die Arbeitslosenquote um 3,6 Prozentpunkte nach oben geschnellt und
hat der Dollar um 13,4 Prozent zugelegt. Dennoch ist die
Kerninflationsrate, also jene ohne Energie und Nahrungsmittel, der ach
so flexiblen US-Volkswirtschaft in dieser Zeit gerade mal von 2,4 auf
1,8 Prozent gesunken. Im Vorjahresvergleich. Tja, wo sind sie
nur geblieben, die berühmten Rabattschlachten? In der offiziellen
Statistik sucht man sie vergebens. Das ist erstaunlich, wenn man sich
den Verlauf der US-Einhandelsumsätze anschaut (Chart via Querschuss):

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