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Das Ende des Bärenmarktrallys PDF Drucken E-Mail
Montag, 20. April 2009
Eine schwache Wirtschaft wird durch eine starke Börse ad absurdum geführt. Wer liegt richtig? Sind wir bereits am Beginn eines neuen Aufschwungs oder am Ende eines Bärenmarktrallys? Ein bunter Strauss sich widersprechender Meldungen...

Stützt man seine Beobachtungen auf Moodys, dann stehen die Banken noch vor grossen Herausforderungen:

In Europa rechnet die Ratingagentur Moody's damit, dass jeder fünfte Kredit von Schuldnern schwacher Bonität ausfallen kann. Solche Werte wurden zuletzt in der Großen Depression erreicht.

Doch die Bankaktien waren jene, die in den letzten Wochen am meisten anstiegen. Allerdings relativiert sich das Bild im folgenden Chart.

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Noch relativer wird das Bild, wenn man berücksichtigt, dass die Banken von einer gigantischen Staatshilfe profitierten. Von neuen Bewertungen in den Bilanzen, über Steuermilliarden oder Aufkäufe durch die Zentralbanken. Man sollte sich also hüten, aus der Entwicklung der Bankaktienkurse eine Aufhellung der Wirtschaft abzuleiten.

Seit dem Jahr 1980 hat sich die globale Geldmenge beinahe verzehnfacht, hat Andreas Rees, Chefvolkswirt bei Unicredit, ausgerechnet. Die globale Wertschöpfung hat sich in dieser Zeit nur versechsfacht, womit die überschüssige Liquidität auf rund 65 Prozent der Weltwirtschaftsleistung gestiegen ist. "Neue empirische Untersuchungen belegen, dass diese Größe eine der treibenden Kräfte für Weltwirtschaft und Finanzmärkte ist", sagt Rees.

Genau, die Finanzmärkte profitierten vom Schuldenwachstum (= Liquidität). Ob dies aber so bleiben wird, hängt davon ab, ob die Schulden weiter steigen. Vorsichtig werden schon mal die Kreditkartenunternehmen und streichen die Limiten ihrer Kunden zusammen. Es kommt somit wie bereits öfters erwähnt darauf an, ob die staatlichen Interventionen diesen Wegfall neuer Schulden bei Unternehmen, Banken und Konsumenten kompensieren können.

Aktuell sind am global mit Abstand größten Geldmarkt in den USA noch etwa 3,8 Bill. Dollar geparkt, die Zahl schrumpfte zuletzt jedoch im Wochenturnus um 20 bis 40 Mrd. Dollar. Meist wandern diese Summen in den Aktien- oder Devisenhandel.

Futter für künftige Aktienkäufe ist ohne Frage da, aber dann fehlt es im Geldmarkt, der von der Fed bereits jetzt gestützt wird.

"Die Investoren scheinen in der Kombination aus vereinzelt positiven Frühindikatoren, Stützungsgeldern vom Internationalen Währungsfonds, weltweiten Konjunktur- und Bankstabilisierungsprogrammen Wachstumspotenzial zu sehen", sagt Christian Preussner, Aktienstratege bei JP Morgan Asset Management in Frankfurt. Der Informationsdienst Bloomberg hat zudem in einer Umfrage unter seinen Nutzern herausbekommen, dass deren Vertrauen in die weltweite Wirtschaft im April auf den höchsten Stand seit elf Monaten gestiegen ist.

Bestätigt wird dies durch eine Umfrage von Merrill Lynch:

26 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Weltwirtschaft in den nächsten 12 Monaten verstärken wird. Dies ist ein starker Anstieg gegenüber minus 24 Prozent im Januar.

Wie realistisch dies ist, mag jeder für sich selbst beantworten. Ich glaube mangels zusätzlicher Verschuldungsmöglichkeiten der Konsumenten nicht daran.

China bleibt auch weiter der Hoffnungsträger der Weltwirtschaft. Portfoliomanager waren zuletzt 2003 hinsichtlich eines Wachstums in China so optimistisch wie jetzt. Saldierte 26 Prozent der Befragten glauben, dass sich das Wirtschaftswachstum in China über die nächsten 12 Monate hinweg beschleunigen wird. Noch im November hatten 85 Prozent einen Rückgang erwartet. „Investoren, die von der globalen Erholung profitieren wollen, setzen eher auf China und Schwellenmärkte, als auf Europa und Japan", so Hartnett.

Nach 2003 kam der Aufschwung an den Immobilienmärkten, die zur Cash Cow für den Konsum wurden. Jetzt fehlt aber diese Verschuldungsmöglichkeit für den Konsumenten. Profitiert hatte davon vorallem China. Nach meiner Ansicht dürfte China deshalb noch stärker unter der aktuellen Krise leiden als der Westen.

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: Marc website, am 22-04-2009 09:04
Ich habe zum Thema am gleichen Tag einen guten Artikel gefunden, der die Bärenmarktrallye auch auslaufen sieht in diesen Tagen. Fünf Gründe, die der Autor dafür anbringt...

http://seekingalpha.com/article/131737-five-ways-this-bubble-may-end


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