Eine schwache Wirtschaft wird durch eine starke Börse ad absurdum
geführt. Wer liegt richtig? Sind wir bereits am Beginn eines neuen
Aufschwungs oder am Ende eines Bärenmarktrallys? Ein bunter Strauss
sich widersprechender Meldungen...
Stützt man seine Beobachtungen auf Moodys, dann stehen die Banken noch vor grossen Herausforderungen:
In
Europa rechnet die Ratingagentur Moody's damit, dass jeder fünfte
Kredit von Schuldnern schwacher Bonität ausfallen kann. Solche Werte
wurden zuletzt in der Großen Depression erreicht.
Doch
die Bankaktien waren jene, die in den letzten Wochen am meisten
anstiegen. Allerdings relativiert sich das Bild im folgenden Chart.

Noch relativer wird das Bild, wenn man berücksichtigt, dass die Banken
von einer gigantischen Staatshilfe profitierten. Von neuen Bewertungen
in den Bilanzen, über Steuermilliarden oder Aufkäufe durch die
Zentralbanken. Man sollte sich also hüten, aus der Entwicklung der
Bankaktienkurse eine Aufhellung der Wirtschaft abzuleiten.
Seit
dem Jahr 1980 hat sich die globale Geldmenge beinahe verzehnfacht, hat
Andreas Rees, Chefvolkswirt bei Unicredit, ausgerechnet. Die globale
Wertschöpfung hat sich in dieser Zeit nur versechsfacht, womit die
überschüssige Liquidität auf rund 65 Prozent der
Weltwirtschaftsleistung gestiegen ist. "Neue empirische Untersuchungen
belegen, dass diese Größe eine der treibenden Kräfte für Weltwirtschaft
und Finanzmärkte ist", sagt Rees.
Genau, die Finanzmärkte
profitierten vom Schuldenwachstum (= Liquidität). Ob dies aber so
bleiben wird, hängt davon ab, ob die Schulden weiter steigen.
Vorsichtig werden schon mal die Kreditkartenunternehmen und streichen
die Limiten ihrer Kunden zusammen. Es kommt somit wie bereits öfters
erwähnt darauf an, ob die staatlichen Interventionen diesen Wegfall
neuer Schulden bei Unternehmen, Banken und Konsumenten kompensieren
können.
Aktuell sind am
global mit Abstand größten Geldmarkt in den USA noch etwa 3,8 Bill.
Dollar geparkt, die Zahl schrumpfte zuletzt jedoch im Wochenturnus um
20 bis 40 Mrd. Dollar. Meist wandern diese Summen in den Aktien- oder
Devisenhandel.
Futter für künftige Aktienkäufe ist ohne Frage da, aber dann fehlt es im Geldmarkt, der von der Fed bereits jetzt gestützt wird.
"Die
Investoren scheinen in der Kombination aus vereinzelt positiven
Frühindikatoren, Stützungsgeldern vom Internationalen Währungsfonds,
weltweiten Konjunktur- und Bankstabilisierungsprogrammen
Wachstumspotenzial zu sehen", sagt Christian Preussner, Aktienstratege
bei JP Morgan Asset Management in Frankfurt. Der Informationsdienst
Bloomberg hat zudem in einer Umfrage unter seinen Nutzern
herausbekommen, dass deren Vertrauen in die weltweite Wirtschaft im
April auf den höchsten Stand seit elf Monaten gestiegen ist.
Bestätigt wird dies durch eine Umfrage von Merrill Lynch:
26
Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Weltwirtschaft in den
nächsten 12 Monaten verstärken wird. Dies ist ein starker Anstieg
gegenüber minus 24 Prozent im Januar.
Wie realistisch dies ist,
mag jeder für sich selbst beantworten. Ich glaube mangels zusätzlicher
Verschuldungsmöglichkeiten der Konsumenten nicht daran.
China
bleibt auch weiter der Hoffnungsträger der Weltwirtschaft.
Portfoliomanager waren zuletzt 2003 hinsichtlich eines Wachstums in
China so optimistisch wie jetzt. Saldierte 26 Prozent der Befragten
glauben, dass sich das Wirtschaftswachstum in China über die nächsten
12 Monate hinweg beschleunigen wird. Noch im November hatten 85 Prozent
einen Rückgang erwartet. „Investoren, die von der globalen Erholung
profitieren wollen, setzen eher auf China und Schwellenmärkte, als auf
Europa und Japan", so Hartnett.
Nach 2003 kam der
Aufschwung an den Immobilienmärkten, die zur Cash Cow für den Konsum
wurden. Jetzt fehlt aber diese Verschuldungsmöglichkeit für den
Konsumenten. Profitiert hatte davon vorallem China. Nach meiner Ansicht
dürfte China deshalb noch stärker unter der aktuellen Krise leiden als
der Westen.
Großinvestoren trauen sich wieder in Aktien Frühling an den Finanzmärkten? Meryll Lynch-Umfrage – die Risikobereitschaft kehrt zurück
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Geschrieben von: Marc , am 22-04-2009 09:04 Ich habe zum Thema am gleichen Tag einen guten Artikel gefunden, der die Bärenmarktrallye auch auslaufen sieht in diesen Tagen. Fünf Gründe, die der Autor dafür anbringt... http://seekingalpha.com/article/131737-five-ways-this-bubble-may-end Artikel kommentieren
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