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Das Deutsche-Bank-Modell heisst Leverage PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 27. Mai 2009
Als wäre nichts geschehen, verteidigt Joe Ackermann auch weiterhin eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent. Die Deutsche Bank erreiche diese nicht, "wie manche behaupten, weil wir übermässige Risiken eingehen. Wir erreichen diese Rendite, weil wir ein überzeugendes Geschäftsmodell haben." Tja, und dieses Modell heisst Leverage.

Während sich die Journalisten an der Personalie von Aufsichtsratschef Clemens Börsig (Quelle) abarbeiten, geht der Blick für das Wesentliche völlig verloren. Wie toll schauts denn nun wirklich aus bei der Deutschen Bank?

Per Ende des 1. Quartals hatte die DB ein Eigenkapital von 33.7 Milliarden Euro und eine Bilanzsumme von 2'103 Milliarden Euro. Das macht nach Adam Riese einen Hebel von 60 oder eine Eigenkapitalunterlegung von 1.65 Prozent. Hier stehts

Doch das sehen die Aktionäre - also die Eigentümer! - offenbar nicht.

Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung institutioneller Privatanleger: "Wir sind stolz, auch auf diesen Vorstand." Das gesamte Gremium habe eine Finanz- und eine Vertrauenskrise durchgestanden, wenn auch mit blauen Flecken. "Die Deutsche Bank ist mit das Beste, was Deutschland hat", sagte er

Während Herr Buhlmann sich von den Sonntagsreden beeindrucken liess, habe ich mir den Basel II Säule 3 Bericht der Deutschen Bank angesehen. Dabei wurde schnell klar, dass jeglicher ausgewiesener Gewinn ein Zufallsprodukt ist. Wie könnte es auch anders sein, wenn die Märkte verrückt spielen und niemand mehr weiss, was wieviel wert ist. Es macht somit überhaupt keinen Sinn, die offiziellen Gewinnzahlen zu kommentieren. Die DB hätte auch einen Verlust von 20 Milliarden machen können - es ist alles eine Frage der Bewertung - nach Massstäben der Deutschen Bank notabene.

Auf Seite 26 des Berichts taucht unter Marktwert der Derivate das nette Sümmchen von 1'224'492'000'000 auf. Nach "Netting und Sicherungsvereinbarungen" werden dann daraus 114'018'000'000.

Mit ein bisschen Phantasie und nach Konsultation des untenstehenden Textes kann man sich leicht vorstellen, wie gross die Versuchung sein muss in schlechten Zeiten ein bisschen an den Parametern zu schrauben, um die Zahlen passend zu machen. Aber ich bin mir ganz sicher, dass die DB dieser Versuchung ganz feste widerstanden hatWink

Für Risikopositionen aus Derivate- und Wertpapierfinanzierungsgeschäften wendet der Konzern die sogenannte Interne Modelle-Methode nach §§ 222 ff. SolvV an. In diesem Zusammenhang umfassen Wertpapierfinanzierungsgeschäfte Pensionsgeschäfte, Ausleihung und Beleihung von Wertpapieren oder Rohwaren sowie vergleichbare Wertpapierdarlehen (einschließlich Prime-Brokerage-Geschäfte). Die IMM ist ein differenzierterer Ansatz zur Berechnung der Positionswerte für Derivate- und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte und erfordert die Genehmigung durch die BaFin vor dessen Anwendung. Im Rahmen dieses Ansatzes basiert die Berechnung des Positionswerts auf einer Monte Carlo-Simulation zukünftiger Marktwerte der jeweiligen Risikopositionen. Innerhalb solch einer Simulation werden zunächst mithilfe stochastischer Prozesse Zins- und Wechselkurssätze, Credit Spreads sowie Aktien- und Warenpreise modelliert, um anschließend jedes Derivate- und Wertpapierfinanzierungsgeschäft zu jedem Zeitpunkt einer vordefinierten Zeitskala durch die intern genehmigten Bewertungsverfahren neu zu bewerten. Als Ergebnis dieses Prozesses entsteht eine Verteilung zukünftiger Marktwerte für jede Transaktion zu jedem Punkt der Zeitskala. Von diesen Verteilungen werden unter Berücksichtigung geeigneter Netting- und Sicherheitenvereinbarungen die Positionswertmessgrößen Potential Future Exposure („PFE“), Average Expected Exposure („AEE“) und Expected Positive Exposure („EPE“), wie im Kapitel 5.6 „Adressenausfallrisiko aus Derivaten“ erwähnt, abgeleitet. Die Messgröße EPE bestimmt unter Anwendung aufsichtsrechtlich anerkannter Nettingvereinbarungen den IRBA-Positionswert für Derivate- und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte innerhalb der Berechnung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen des Konzerns für den Großteil dieser Geschäfte. Für die kleine Anzahl an Transaktionen, bei der eine Simulation nicht durchgeführt werden kann, wird der Positionswert innerhalb der IMM von der Marktbewertungsmethode abgeleitet.

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RSS Kommentare Kommentare (6)

Geschrieben von: Time Traveller, am 27-05-2009 05:34
Danke für die "Aufheiterung".

Im Rahmen dieses Ansatzes basiert die Berechnung des Positionswerts auf einer Monte Carlo-Simulation zukünftiger Marktwerte der jeweiligen Risikopositionen. = Spielcasino oder Formel 1?

Geschrieben von: HRR, am 27-05-2009 08:18
Beides. Wenn falsch gewürfelt wird, kommts zum Totalschaden :grin

Geschrieben von: geri website, am 27-05-2009 12:12
hir die DB charttechnischnull

Geschrieben von: Bernhard (aus Frankfurt) website, am 27-05-2009 21:11
1,95% Eigenkapital. Bei den Schwankungen auf die Bilanzsumme mit einer Ungenauigkeit von vielleicht 2% würde ich meinen, dass die Deutsche Bank zwischendurch öfters mal ohne Eigenkapital dasteht oder ein negatives EK aufweist. Reale Unternehmer ohne EK, ohne Sicherheiten, müssen Insolvenz anmelden. Nicht aber...

Meine Meinung: Zockerbude. Weil man das weiß, wird die Postbank absorbiert. Grund: Mehr Kunden bedeutet eine viel bessere Staatserpressungsmöglichkeit für den Fall der Fälle. Das für die Um-die-Ecke-Denker.

Gruß
Bernhard



Ackermann ist ein Cleverle.

Geschrieben von: Daniel website, am 15-06-2009 11:53
Das Problem der Banken liegt ganz woanders.....das Vertrauen ist weg. Viele legen sich nun das Geld lieber unters Kopfkissen anstatt es zur Bank zu bringen.

Auffällig ist, dass selbst nach neun Monaten heißer Finanz- und mittlerweile Wirtschaftskrise die öffentliche Darstellung der Banken mit ganz wenigen Ausnahmen weiter im Nebel verharrt. Eine echte Neupositionierung traditioneller Institute und Geschäftsfelder bleibt entweder einer breiteren Öffentlichkeit verborgen oder findet gar nicht statt. Immerhin wird in Fachkreisen intensiver über eine Neuausrichtung diskutiert. Aber aus Gesprächen mit Bankern höre ich weiterhin eine relativ große Zurückhaltung, neue Wege zu gehen. Vielfach ist man mit der Stabilisierung gegenwärtiger Geschäftsmodelle beschäftigt.

Zu den ständig wiederholten Vorschlägen aus Politik und Banksektor gehört die Anforderung, das Vertrauen wieder herzustellen und dies durch mehr Transparenz zu erreichen. Dabei bleibt es meist bei dieser gut klingenden Forderung, die mittlerweile zu einer inhaltsleeren Floskel verkommen ist, weil sie nicht einmal in Ansätzen erfüllt wird.

Hier noch mehr:

Vertrauenskrise XXL

Geschrieben von: HRR, am 15-06-2009 13:38
Viele legen sich nun das Geld lieber unters Kopfkissen anstatt es zur Bank zu bringen.

Meinst du das wirklich ernst? :eek


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Erhalten von: Margenwahnsinn der Banken - Erfahrungsberichte, Tipps und Tricks, Probleme trackback-website, am 27-05-2009 14:50 (TB)
Margenwahnsinn der Banken

Nachdem Ackermann gerade auf der HV eine Marge von 25% fr das laufende Geschftsjahr avisiert hat, mchte die auf Staatskrcken humpelnde Commerzbank sogar 30% erreichen...

Erhalten von: mentalnet news » Ich-lass-Euch-nicht-im Stich-Rhetorik pingback-website, am 02-06-2009 15:17 (PB)
[...] Auf Seite 26 des Berichts taucht unter Marktwert der Derivate das nette Sümmchen von 1′224′492′000′000 auf. Nach “Netting und Sicherungsvereinbarungen” werden dann daraus 114′018′000′000….” (von Zeitenwende.ch) [...]

Erhalten von: Deutschland fest im Griff der Weltwirtschaftskrise - blog von mattin pingback-website, am 03-06-2009 12:31 (PB)
[...] den hochgerechneten Jahresrückgang des Bruttoinlandsproduktes um 15,2 Prozent, während die Zeitenwende noch einmal deutlich macht, dass die Deutsche Bank ihre Gewinne nur durch Leverage, also [...]

Erhalten von: Deutschland fest im Griff der Weltwirtschaftskrise >> Quellenachweis, Bildnachweis, Prozent, Deutsche, Bank, Deutschland, Milliarden, Natürlich >> Womblog [Worte oder mehr] pingback-website, am 04-06-2009 09:44 (PB)
[...] hochgerechneten Jahresrückgang des Bruttoinlandsproduktes um 15,2 Prozent, während die Zeitenwende noch einmal deutlich macht, dass die Deutsche Bank ihre Gewinne nur durch Leverage, also [...]

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[...] genau zu den Bankern, die es laut Hanoun “nicht kapieren”: die ihren Kunden weiterhin mehr als 20% Rendite versprechen und vor keinem Risiko zurückschrecken. vor keinem Risiko zurück schrecken, Artikel [...]

Erhalten von: Die Blicke in die Wirtschaft am 28. Mai 2009 « Blick Log pingback-website, am 25-01-2010 10:33 (PB)
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