Die FAZ hat zu meinem gestrigen Gedankengang, dass die Commercial
Papers für den Aktienkursanstieg verantwortlich seien, noch einen
passenden Chart zusammengestellt und der ist ziemlich eindrücklich.
In den vergangenen Tagen ist die Fed dazu übergegangen, sogenannte
Commercial Paper, mit deren Emission sich Unternehmen kurzfristig
refinanzieren können, zu kaufen. Das Volumen der emittierten Papiere
mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen ist in jüngster Zeit förmlich
durch die Decke geschossen. Die Renditen beziehungsweise die Zinssätze
sind dagegen leicht gefallen.

Genau das dürfte nach Ansicht von Experten dazu beigetragen haben, dass die Aktienkurse am Dienstag nach oben schossen.
Yep, so sehe ich das auch: Die FED sorgt für Glücksgefühle am Aktienmarkt
Die
Geld- und Finanzpolitiken wurden regelmäßig gelockert, wenn es
wirtschaftlich harzte. Diese Kombination hat zu kreditgetriebenem
Wachstum geführt, das sich langfristig jedoch nicht durchhalten lässt,
da die Verschuldung das tragbare Maß überschreitet. Aufgrund der nun
verfolgten Rettungsstrategien steigen die Staatsschulden weltweit
deutlich an. Das alleine schon belastet künftige Generationen
finanziell und schränkt auf diese Weise ihren wirtschaftlichen
Handlungsspielraum ein.
Ueber die künftigen Generationen
brauchen wir uns erstmal keine Sorgen zu machen. Die Staatskrise wird
schneller kommen, als sich die FAZ das heute vorstellen kann.
Gleichzeitig
ist nicht klar, ob die verschiedenen Staaten in der Lage oder gar
politisch willens sind, die Bilanzen der verstaatlichten
Finanzunternehmen zu bereinigen und den Finanzsektor auf ein
vernünftiges Maß zu stutzen. Es besteht die Gefahr, dass die Risiken in
den Bilanzen verbleiben und nur in die Zukunft übertragen werden.
Alleine schon die Lockerung der Bilanzierungsregeln gibt
Finanzunternehmen die Möglichkeit, Schieflagen in ihren Bilanzen
unkorrigiert stehen zu lassen.
Nicht nur das, die Tricksereien werden sogar noch ausgedehnt, trotz dem medialen Geplapper über Transparenz.
Nach
den bisherigen Regeln mussten die Anlagen zum angemessenen Preis
bewertet und bei Preisänderungen im Markt die Bewertungen entsprechend
angepasst werden. Das hat während der Finanzkrise hohe Abschreibungen
zur Folge gehabt.
So soll es auch sein. Wofür brauchen wir sonst eine Bilanz?
Anfangs
Oktober hatte die US-Börsenaufsicht eine flexiblere Interpretation
dieser Regeln vorgenommen. Die EU will nun nachziehen. Damit soll
verhindert werden, dass ihre Banken gegenüber US-Konkurrenten ins
Hintertreffen geraten.
Das hört sich wie ein Rattenrennen der grössten Schummler an. Ob das wohl Vertrauen schafft...?
Amerikanische Zentralbank kauft Wertpapiere in großem Stil Asmussen: Bilanzierungsregeln schnell modifizieren
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Geschrieben von: egghat , am 29-10-2008 17:15 Ich bleibe bei meiner Meinung, dass es Vorfreude auf die Leitzinssenkung war. Werden wir heute Abend sehen. Geschrieben von: HRR, am 29-10-2008 17:59 Verstehe ich nicht ganz. Die letzte Zinsänderung hatte keinen Einfluss auf die Märkte und ich war auch nicht überrascht, weil die Zinssenkungen bei den Kreditnehmern nicht mehr ankommen. Das neue FED-Programm hingegen kommt direkt da an, wo die Liquidität fehlt und hat somit einen direkten Einfluss auf die Märkte. Geschrieben von: kosh, am 29-10-2008 19:13 @egghat Wenn die Vorfreude 10% plus durchs Band bringt, warum spiegelt der Chart im DJ oder Nasdaq nach der de facto Zinssenkung heute auf 1% statt konsolidierter Freude die pure Ambivalenz? Nach meiner Meinung können sich die Jungs und Mädels an der Krisenfront nicht recht entscheiden, ob das Eingeständnis der Zinssenkung nun eine gute oder eine schlechte Nachricht gewesen sein soll. Wenn ich es auf den Punkt bringen soll, kein Feuerwerk tageweise rauf oder runter, nein dieses Mal produzieren sie die Volatilität gleich intraminute, die Kurse zittern wie die Nadel auf der Richterskala. Die Amis auf Kurs kosh Geschrieben von: martin r, am 29-10-2008 19:52 Ich glaube, dass die schnelle Liquidität den Ausschlag gab - die langfristige Erwartung durch Zinssenkungen spielt bei der gegenwärtigen Volatilität keine Rolle mehr. Schneller Cash ist gefragt bei den Zockern. Geschrieben von: BB, am 29-10-2008 20:02 Jede Zinssenkung der Zentralbanken unter 2,5% ist gefährlich und unsinnig, weil sie Geschäftsmodelle ermöglicht, die nicht auf Arbeit basieren. Der Zinssatz sollte immer oberhalb der Produktivitätsentwicklung sein und die ist im Gegensatz zum Wirtschaftswachstum erstaunlich konstant seit 150 Jahren. Die jährliche Produktivitätssteigerung beträgt nämlich fast immer zwischen 2 bis 3 Prozent und spiegelt den technischen Fortschritt wieder. Wenn sich also jemand Geld für mehr als 2,5% Zinsen leiht, muss er und alle anderen insgesamt mit diesem Geld auf jeden Fall in technischen Fortschritt investieren, um das Geld zurückzahlen zu können und das ist gut für den Fortschritt. Wer sich Geld für weniger ausleiht, kann auch spekulativ agieren, um sein Geld zurückzahlen zu können. Ist er gut darin, wird er sich als Hedge-Fond-Manager mit einer "Ich-scheiß-auf-Euch-Alle"-Attitüde irgendwann zur Ruhe setzen können, hat aber keine Werte in seiner Laufbahn geschaffen. Ist er schlecht darin, bezahlen halt andere den Schaden und müssen dafür einen Teil ehrlich erarbeiteter Renditen aus echten Produktivitätssteigerung abgeben. Die meisten Geschäfte, die mit dem billigen Geld aus Japan und den USA gemacht wurden, zielten nie auf echte Produktivitätssteigerungen sondern auf Zerschlagung und spekulative Verwertung der vorhandenen Substanz. Das war nur mit em viel zu billigem Geld möglich. Artikel kommentieren
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