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Brauchen wir einen Mittelstand? PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Das wissen wir spätestens seit die Wirtschafts-Nobelpreisträger Scholes und Merton ein Jahr nach der Verleihung mit dem Scheitern ihres LTCM-Fonds die Finanzmärkte an die Klippe führten. Theoretisch mag auch der neueste Blogeintrag von Neo-Nobelpreisträger Krugman richtig sein, praktisch schreibt er einfach nur Unsinn.

Die weitherum unbestrittene These, dass ohne starken Mittelstand eine Wirtschaft nicht rund laufen kann, entgegnet der Herr Professor, dass dies im streng ökonomischen Sinne falsch sei. Als Beispiel führt er New York City in den letzten zehn Jahren an. Dort habe die Wirtschaft sehr gut von hochbezahlten Typen an der Wall Street gelebt. Das sei eine Demonstration gewesen wie die Ausgaben von wenigen Priviliegierten für 200-$-Diners und luxuriöse Hotels massenhaft Jobs kreierten.

Ich habe keine Ahnung, wie Paul Krugman Oekonomie definiert, meine Definition ist es auf jeden Fall nicht. Okay, ich bin auch kein Nobelpreisträger, aber sicher näher beim Mittelstand als der renommierte Pauli. Seine These, die sich offensichtlich nur an Zahlenmodellen orientiert, widerspricht allem, was wir von den Sozialwissenschaften her kennen. Dort wurde schon längst bewiesen, dass Reichtum, Glück und Zufriedenheit eine relative Grösse sind, relativ im Vergleich zu den Mitmenschen.

Je grösser also der Mittelstand, desto mehr Menschen gibt es, die relativ gesehen zufrieden sein können. Beim New Yorker-Modell von Krugman dient die grosse Masse als Zulieferer für eine Feudalwirtschaft. Sie sieht sich im Vergleich als Verlierer. Was daraus entstehen kann, erleben wir aktuell in Griechenland. Die Angst vor solchen Krawallen macht aber auch die Privilegierten nicht glücklich. Deshalb ist die weitherum unbestrittene These, dass ein starker Mittelstand auch gut für die Wirtschaft sei, richtig. Auch wenn man Krugman heisst, muss man das Rad nicht neu erfinden.

Do we need the middle class?
Die Tretmühlen des Glücks  

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RSS Kommentare Kommentare (6)

Geschrieben von: Brunnenkrug, am 18-12-2008 05:16
Dieser Krugman geht mir schon lange auf den Keks mit seinen "Weisheiten" :upset . Endlich mal jemand, der wenigstens etwas von all seinem Stuss, den er laufend verbreitet, kritisiert.

Geschrieben von: martin r, am 18-12-2008 06:55
"Dort habe die Wirtschaft sehr gut von hochbezahlten Typen an der Wall Street gelebt."
Das ist ein perfide Lüge !
Diese Blutsauger haben im Gegenteil von der Wirtschaft gelebt : so schaut's aus.

Geschrieben von: Holsten, am 18-12-2008 10:11
>dass ein starker Mittelstand auch gut für die Wirtschaft sei, richtigokratie nicht gut für das System wären, sondern eine faschistische Diktatur viel besser, wäre es nicht dann mal an der Zeit das System zu hinterfragen ?

Geschrieben von: kosh, am 18-12-2008 14:06
Der liebe Onkel Lug- und Trugman

Ein gutes Bsp. steht repräsentativ für ein Muster. Man greift also mit Vorteil rund um den Mittelwert irgendein Bsp. heraus und erklärt in etwa was man erklären wollte.

AAAAber, kennt jemand noch ein anderes New York? Ich nicht! Es gab und gibt exakt ein einziges New York mit exakt einer einzigen Wallstreet mit exakt einer einzigen Dominanz, die ihresgleichen vergeblich suchte. Nicht weniger, aber auch nicht ein Jota mehr. Und so braucht man absolut überhaupt nichts von Wirtschaft zu verstehen um zu beurteilen, dass Lug- und Trugmans Aussage exakt null ökonomischen, dafür aber umso mehr politischen Wert beinhaltet. Von einer anfänglichen Alternative in Ermangelung "fähiger" Wirtschafts-"Wissenschaftler" entwickelt sich dieser Schleimer zu einer ausgewachsenen Propagandasäule seiner Zunft. Da nützt auch der Verweis auf ...

- ... im streng ökonomischen Sinne falsch ...

... nicht aus der Bredouille, denn streng ökonomisch betrachtet ist so manches falsch, und doch liesse sich auch für das Gegenteil im streng ökonomischen Sinne ein Argumentarium aufbauen:

aus http://de.wikipedia.org/wiki/Krugman
- Sein Vater war Versicherungsmanager, sein Großvater ein jüdischer Einwanderer ...

Ich habe bislang davon abgesehen, ihn mir Lichte von Mearsheimer & Walt vorzustellen, aber er macht es mir beileibe nicht einfach. Wieder einmal hat sich ein überkommen geglaubtes finanzpolitisches Muster bestätigt. Leider! Auf die Art wird dieses Volk den Mythos nie aus der Welt schaffen können, erst recht nicht, wenn einer der Ihren durch den Pseudo-Nobelpreis geadelt derart elitär daherschwafelt, dass er jedes Klischee im Nu bedient. Nun denn, bilden wir uns eben kollektiv ein, der Typ sei ein iranischer Mullah und murmeln gebetsmühlenartig "Terrorist", dann ist das auch politisch korrekt. Im Ernst, ich lese regelmässig Texte von sehr gebildeten Juden, denen ein Lug- und Trugman absolut nicht gerecht werden kann, die aber genauso darunter leiden werden, wenn sich die Geschichte des Auserwählten Volks fortsetzt.

Die Amis auf Kurs

Grüsse
kosh

Geschrieben von: Mittelständer, am 18-12-2008 20:12
Was wir definitiv nicht brauchen, sind die Pseudowissenschaftler ala Krugman.

Geschrieben von: willi, am 19-12-2008 10:20
Die Realitätsferne scheint symptomatisch für die Branche zu sein: Im phylosophischen Quartett ging es neulich um die Finanzkrise und der "Aktien"-Mann sprach davon, dass alles kein Problem sei und im Moment nur Wertberichtigungen nötig seien. Koschorke -sein Gegnüber- sprach darauf etwas entsetzt von von Jobs die verloren gehen und Existenzen die bedroht seien. Die Kamera zeiget daraufhin das Gesicht von Rosens in Grossaufnahmen, das sein Gegnüber etwas ungläubig anstarrte, als hätte er zu ersten Mal von der Existenz einer Realwirtschaftaft gehört, in der es Menschen gibt, die von Arbeit leben und nicht vom Jonglieren mit Finanzprodukten.


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