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Bonjour Tristesse - die Steuergerechtigkeit wird abnehmen PDF Drucken E-Mail
Freitag, 29. Mai 2009
Die globale Steuergerechtigkeit wird nicht zu-, sondern abnehmen, schreibt Daniel Binswanger in einem Magazin Bericht über den Genfer Finanzplatz. Damit stösst er ins gleiche Horn wie ich. Die ganzen Attacken auf den Finanzplatz Schweiz werden ihr Ziel verfehlen, wobei ich bezweifle, dass Steuergerechtigkeit je das Ziel dieser Attacken war. Es ging einfach darum, einen Konkurrenten zu schwächen. Die Gewinner heissen USA und Grossbritannien.

Die Anlageform, die die besten Chancen hat, eines Tages das in Bedrängnis geratene Offshore-Konto zu ersetzen, ist der im angelsächsischen Raum verbreitete Trust. Ein Anleger, der sein Vermögen in einen Trust einzahlt, kann zum Beispiel verfügen, dass er selber zum Begünstigten der Kapitalerträge wird. Zugleich kann er als Kapitalgeber jedoch anonym bleiben: Das Vermögen kann dem Stifter nicht zugerechnet und aus diesem Grund auch nicht besteuert werden. Der Trust erfüllt damit eine ähnliche Funktion wie das Bankgeheimnis.

Auch die Schweizer Banken integrieren schon lange amerikanische, englische oder karibische Trusts in ihre Steuervermeidungsstrategien, und sie haben sich auf deren zunehmende Bedeutung vorbereitet. Bereits 2007 hat die Schweiz das Haager Trust-Übereinkommen ratifiziert, womit es einfacher wurde, von der Schweiz aus Vermögenswerte in ausländischen Trusts zu verwalten. Der Umstieg auf das Trustmodell wurde bereits vor der Krise vorbereitet, denn letztlich war schon länger klar, dass sich das Bankgeheimnis nicht würde halten können. Überraschend war nur die plötzliche Beschleunigung der Entwicklung durch die Finanzkrise.

Zwar müssten, wenn die OECD-Standards wirklich flächendeckend umgesetzt werden sollten, auch anonyme Trusts der Vergangenheit angehören. Fraglich ist allerdings, welche politische Macht dieser Welt diese Änderung durchsetzen soll. Allein in den USA sind geschätzte 4000 Milliarden in Trusts parkiert. Die grossen südamerikanischen Vermögen sind alle auf diese Weise organisiert, im Nahen Osten ist das Modell ebenfalls verbreitet. In Singapur dürfte das Volumen der Trustvermögen dasjenige der Offshore-Konten deutlich übersteigen. Es ist durchaus möglich, dass Steuervermeidung in Zukunft einfach die Rechtsform ändern wird. Sie wird aufwendiger werden, weil die Organisation eines Trusts kostenintensiver ist als ein Offshore-Konto. Künftig wird man vermutlich noch reicher sein müssen, um auf sein Vermögen keine Steuern zu bezahlen.

Quelle: Die Zitadelle

Der ultimative Lesestoff zur Finanzkrise

Das Geschäft mit der Steuermoral

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RSS Kommentare Kommentare (3)

Geschrieben von: sakura, am 29-05-2009 09:10
sofern eines tages tatsächlich vermögenssteuern durchgesetzt werden wäre physisches edelmetall ein guter hafen.
langfristig denke ich werden wir genau durch diese dunkle gasse gehen. wie soll der staat sich sonst noch finanzieren wenn die leichten einnahmen der letzten boomjahre wegfallen und nicht so schnell wiederkehren?
leider ist EM kein für alle gangbarer weg.
allerdings wurde die schönwetterperiode ungenutzt verschlafen und in krisen nahm die gerechtigkeit noch nie zu. es ist auch logisch nur den besonders reichen ein schlupfloch zu lassen. die steuerlast kann nur vom weniger flexiblen mittelstand getragen werden.

Geschrieben von: kosh, am 03-06-2009 09:27
Nicht nur die Steuer-Gerächtigkeit, auch am Steuer der Gerächtigkeit wird kräftig gedreht.

In unserem beschaulichen Land hat sich einer seiner mythischen Gründer - Obwalden - lehrbeispielhaft aufgemacht, das Steuer der Steuergerächtigkeit an sich und herum zu reissen, um bottom up dem top-down-Bedürfnis nachzukommen, freiwillig-masochistisch wie es sich gehört für die Achse der GUTEN Untertanen. Statt sich über wiederaufflackernde Apfelschuss-Moden zu empören, proben diese abgestandenen Ureidgenossen und Habsburgeranpinkler das Obligatoriische ins eigene Knie, indem sie der sonntagsredlichen Gleichheit aller Bürger den herzergreifenden Wunsch nach Gesslerräumen gegenüber stellen. Garantierte Elite-Ghettos für Führer hinter Burggräben, virtuelle vorerst versteht sich, was sich angesichts eventueller Bedrohungslagen jedoch schnell ändern liesse. Ob der Pöpel dannzumal ebenfalls dermassen kriecherisch zu Kreuze kriecht? Wer weiss, vielleicht ist Wilhelm Tell überhaupt kein Gründermythos, sondern ein in Bälde sich bewahrheitender vierwaldstättischer Geissen-Nostradamus live aus der hohlen Gasse.

Die Amis auf Kurs

Grüsse
kosh

Geschrieben von: Sandra website, am 21-01-2010 11:50
ja ein chat unter http://www.coldtube.com


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