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Beruhigungspillen PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 16. September 2008
Es ist ein absurdes Schauspiel. Die Börsianer zerbrechen sich die Köpfe, ob die FED die Zinsen senkt, der Staat bei AIG, Washington Mutual, General Motors und dergleichen einschreitet und wo die Ratingagenturen das Messer ansetzen. Damit verlassen sich auf die Deutungshoheit genau der gleichen Behörden, welche das Desaster verursacht haben.

Beruhigungspillen da, Schreckensnachrichten dort, jedes Mikrofon sucht sich einen Experten. Die meisten von ihnen haben die Kreditkrise zwar nicht kommen sehen, aber sie tun so, als wüssten sie genau, wie es jetzt weiter geht. Dabei ist das alles Entscheidende das Momentum. Wie werden sich die Anleger verhalten? Werten sie ein Eingreifen des Staates als positiv oder merken dann die Letzten, wie schlimm es wirklich um die Wirtschaft steht - aller Nebelkerzen zum Trotz? Kann eine Senkung des Leitzinssatzes zur Beruhigung beitragen, wenn die tiefen Zinsen nicht bei denen ankommen, die dringend darauf angewiesen wären?

Nun, ich weiss nicht, wie die Börsen sich verhalten werden, wenn die Emotionen wie verrückt zwischen Angst und Gier hin- und herrasen. Klar aber ist, dass sich die Wirtschaft nicht so schnell erholen wird, solange nicht klar ist, woher der Aufschwung denn kommen soll. Die letzten zwei Jahrzehnte waren getrieben vom Technologieboom, Mauerfall, Globalisierung, Konsum- und Immobilienboom. Trotz dieser Hochkonjunktur haben es die öffentlichen Haushalte nicht geschafft, ihre Schulden zu reduzieren.

Noch schlimmer haben die Banken gehandelt, welche über Jahre hinweg ihr Eigenkapital reduzierten und die Bilanzen ausdehnten (Zur Erinnerung: Grossbanken auf dünnem Eis). Heute stehen die Grössten der Branche mit abgesägten Hosen da. Mit einem Eigenkapital im tiefen einstelligen Bereich, kombiniert mit Wertschriften, deren Wert niemand kennt, kann niemand, egal wie er auch heissen mag, sagen, wie lange die Krise noch dauern wird. 

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RSS Kommentare Kommentare (6)

Geschrieben von: Nanuk, am 16-09-2008 14:53
So lange die Idioten Treasurys kaufen ist das System nicht am ende egal was die Weisen aus dem Abendland erzählen...

Geschrieben von: HRR, am 16-09-2008 14:58
Das System wird schon nicht zu Boden gehen, da haben diejenigen die Geld haben kein Interesse daran und werden es auch zu vermeiden wissen. Egal wie...

Für die Wirtschaft generell - die besteht ja nicht nur aus Börse 8) sieht es aber zappenduster aus, das wird sich kaum vermeiden lassen. :cry

Geschrieben von: Nanuk, am 16-09-2008 15:03
Joa ist halt System Immanent...
Die Kleinen hängt man die Grossen läst man laufen...
Wer das jetzt nicht kapiert hat sollte mal seine Wahrnehmung überprüfen. ;)

Da hilft eine quasi öffentliche Hinrichtung von Zumwinkel auch nicht um die Illusion aufrecht zu erhalten.

Geschrieben von: HRR, am 16-09-2008 15:07
Zumwinkel musste aus ganz anderen Gründen über die Klinge springen. Deshalb gab es auch keine Nachfolger trotz grosser Ankündigungen.

So isses halt, das System :upset

Geschrieben von: Nanuk, am 16-09-2008 15:12
Ich rauch mir erstmal eine und höre nessun dorma...
:sigh

Dann cover ich meine shorts und gehe ne runde spazieren...

Geschrieben von: Mathematiker, am 16-09-2008 17:19
Kennen Sie Arithmetik?
OK. Dann los...
Herr X druckt Papierchen mit eigenem Siegel. Dann verteilt er diese bunte und schöne Papierchen zwischen 15 Idioten – jeder kriegt 100. Die Idioten sollen diese Papiere als Geld verwenden und natürlich Herrn X Zinsen zahlen, aber nicht viel, nur 2% - das ist ja kein Problem!!! Also...ein Jahr ist vorbei, die Idioten haben gut gearbeitet, aber... sie können nicht die Schulden zahlen. Was? Na ja, jemand vielleicht kann das machen, aber zusammen schaffen sie das nicht. Wieso? Der Trick ist einfach (und Herr X kennt ihn gut, deswegen ist er HERR und man hat viel Respekt vor ihm): Die Menge der Papierchen, die die Idioten bekommen haben war 1500 (15 mal 100), und die Menge, die sie zusammen zurückzahlen müssen ist 1500 mal 2% macht 1530. Aber diese 30 existieren einfach nicht...die Idioten wussten das auch nicht (darum sind sie Idioten). Was können die Idioten jetzt machen? Jemand von ihnen geht wieder zu Herrn X, nimmt die Papierchen (auf Zinsen) und verspricht Herrn X dieses Mal besser zu arbeiten, Steuern zu erhöhen usw. So läuft das Geschäft weiter...
Raten Sie jetzt – wer ist Herr X und wer sind die Idioten?


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