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Beim Barte des Propheten PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Schluss mit Horrorszenarien, fordert der Präsident des deutschen Instituts für Wirtschaftförderung Klaus Zimmermann. Der Forscher befürchtet sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Die Vergangenheit aber beweist uns das Gegenteil. Die viel zu optimistischen Prognosen vor einem Jahr haben den Kollaps nicht verhindert.

Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts versprühte im August 2007 noch Optimismus:

Die Krise an den Finanzmärkten hat nach Einschätzung des Weltwirtschaftsinstituts in Hamburg keine Auswirkungen auf die Konjunktur in Deutschland. Institutsdirektor Thomas Straubhaar schrieb in einem Beitrag für "Bild am Sonntag": "Jetzt erfolgte eine Korrektur, kein Crash. Schon gar nicht für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland."

Die deutsche Wirtschaft werde übers ganze Jahr gerechnet immer noch um gut 2,5 Prozent wachsen. Dank der stark gestiegenen Beschäftigtenzahl werde in der zweiten Jahreshälfte auch der Konsum stärker anspringen.

"Wir haben keine weltweite Wirtschaftskrise", betonte der Experte. Es handle sich vielmehr um einen Immobiliencrash in den USA sowie Kurseinbrüche und Japan und Südostasien.


An seinen Prognosen kann es somit nicht gelegen haben, dass es dann ganz anders kam. Wenn schon, dann müsste es viel eher - um der Zimmermann'schen Logik zu folgen - an Skeptikern wie mir gelegen haben, denn optimistisch war ich definitiv nicht: Zitat vom 17. August 07

Es ist erst drei Tage her, seit EZB-Präsident Trichet von "Entwarnung" gesprochen hat. Mich erinnert dies fatalerweise an die Aussagen von Bush auf dem Flugzeugträger "Abraham Lincoln" im Mai 2003, als er das weitgehende Ende der Kampfhandlungen im Irak verkündete. Das war Wunschdenken und ich befürchte, auch Trichets Aussagen zielen an der Realität vorbei.


Und genau so wars. Da aber Prof. Straubhaar und fast alle anderen bekannten Wirtschaftsexperten eine ungleich bessere Medienplatform für sich beanspruchen können, kann man getrost die These von Herrn Zimmermann der sich selbst erfüllenden Prophezeihung als unwissenschaftlich im Rundordner ablegen. Wir erleben schlicht und einfach die Kehrseite der Kreditpyramide, die sich jetzt im Dominoeffekt zurückspult. Daran ändern auch Prognosen nichts. (Uups, war das jetzt eine Prognose ... na, dann soll es so sein)

DIW-Präsident fordert Konjunkturprognosen-Stopp
"Weltwirtschaftskrise" wird in Abrede gestellt

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RSS Kommentare Kommentare (3)

Geschrieben von: kosh, am 18-12-2008 14:31
Unser lieber Prof. Haarsträub

Dank Typen wie ihm kann es mit Swissmade eigentlich nur noch abwärts gehen, wenn da nicht die nicht minder minderwertige Konkurrenz wäre. Dass einer blöken darf ist eine, dass er dies als Professor seines Fachs ohne Gefahr jeglicher Konsequenzen tut eine andere Geschichte.

- "Wir haben im Kanzleramt darüber gesprochen, dass Ökonomen alle verwirren, wenn sie ständig neue Zahlen in die Welt setzen", sagte Klaus Zimmermann der "Financial Times Deutschland". Zimmermann sagte dem Blatt zufolge, dass man sich vorstellen könne, eine Zeit lang keine Prognosen vorzulegen. "Das ist eine Frage der intellektuellen Redlichkeit."

Intellektuell? Redlich? Beides Zusammen und Zimmermann? Weder noch!!!

- In den meisten Modellen, die Ökonomen für ihre Vorhersagen nutzen würden, kämen schließlich keine Finanzkrisen vor. "Und wenn sie vorkommen, dann ist diese Krise so spezifisch, dass wir sie nicht erfassen können. Wir können sagen, da passiert was Schlimmes, aber wie schlimm es wird, können wir nicht sagen."

Intellektuell redlich wäre demnach, der Ökomomie den Status einer Wissenschaft vollkommen abzusprechen, denn die Geschichte der Finanzen ist eine Geschichte der Krisen. Wer glaubt, ein ökonomisches Modell habe lediglich den Ansprüchen von Giacomo Positivo zu genügen, der sollte sich auch während Schönwetterphasen von der Materie verabschieden. Oder, um wenigstens halbwegs seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und ehrlich (redlich) zugeben, dass er aufgrund seines eigenen Versagens nur schliessen kann, dass er weder im Kanzleramt noch sonstwo, weder auf wissenschaftlicher noch auf intellektueller Ebene legitimiert ist, überhaupt einen anderen Kommentar dazu abzugeben als: Adios muchachos.

Wie mir scheint, hat man sich auch im "Wissenschafts"-Betrieb daran gewöhnt, offensichtliche Inkompetenzen auszusitzen.

Die Amis auf Kurs
kosh

Geschrieben von: petronius, am 18-12-2008 15:03
Welcher altmodische, längst überholte Prophet war das doch gleich, der gesagt haben soll: "Um vernünftig Wirtschaft zu betreiben genügen die vier Grundrechenarten und die zehn Gebote." Man könnte das glatt mit den 14 heiligen Nothelfern verwechseln.
Übrigens: Früher ritten die Weisen auf Eseln durchs Land.
Heute reiten die Esel auf Pferden und die Weisen gehen zu Fuß. Von denen hier die Rede ist sind allerdings keine Weisen sondern Weißmacher und die sind für kosmetische Effekte zuständig - für sonst nichts.

Geschrieben von: DCWorld, am 18-12-2008 21:03
noch mehr Optimismus von verschiedenen Experten:

im Januar:
Die Helaba sieht eine Abschwächung, aber keinen Rückgang der US-Wirtschaft. Nach ihrer Ansicht ist die Kreditkrise bald verdaut, und im zweiten Halbjahr nimmt die weltgrößte Volkswirtschaft wieder Fahrt auf.

im März:
Und wieder beruhigen die Experten die Anleger, in diesem Fall Standard & Poor's (S&P). Die Ratingagentur deutet an, dass die Abschreibungen großer Finanzinstitute im Zusammenhang mit schlecht besicherten Krediten (Subprime) bald ein Ende haben könnten.

im Mai:
Die größte deutsche Fondsgesellschaft DWS erklärt die Krise als beendet. Das war bei 7.156 DAX Punkten. Kurz darauf kam es zu einem scharfen Einbruch.

im Juni:
In diesem Fall JPMorgan. Die Bank gibt Kommentare über ein allmählich absehbares Ende der Krise ab: in der Finanzbranche wächst die Hoffnung auf ein Ende der Krise.

Quelle: http://www.start-trading.de/2008.htm


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