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Dienstag, 2. Juni 2009 |
"Wir sollten über eine gesonderte Behandlung der Schulden nachdenken,
die derzeit als Folge der Krise entstehen", sagte Frankreichs
Wirtschaftsministerin Christine Lagarde der FTD. Mit "gesonderte
Behandlung" meint die Politikern die Etikettierung. Krisenbedingte
Defizite seien keine strukturellen Defizite. Als ob das eine Rolle
spielen würde. Unter dem Strich sind und bleiben es Schulden.
Diese krisenbedingten Defizite, die auch zu krisenbedingten
Schuldenständen führen, sollten meiner Meinung nach gesondert behandelt
werden.
Man ahnt es schon, auch wenn es noch nicht
ausgesprochen wird, dass es hier um eine Aufweichung der
Maastricht-Kriterien geht. Das lässt sich am besten verkaufen, wenn
Schulden nicht gleich Schulden sind. Also müssen die einen Schulden,
also die aktuellen einen speziellen Namen bekommen, wie zum Beispiel
krisenbedingte Schulden. Dann schaut die Lage auf dem Flipchart schon
viel besser aus. Solche Zahlenspielereien kenn wir schon von den
Bankbilanzen. Am Schluss weiss keiner mehr, was wirklich Sache ist.
Als
Ergebnis der milliardenschweren Steuerausfälle und Konjunkturprogramme
explodieren die Fehlbeträge. Die EU-Kommission erwartet, dass 13 der 16
Euro-Staaten 2009 und 2010 die Defizitgrenzen reißen. Für Deutschland
prognostiziert Brüssel kommendes Jahr 5,7 Prozent Defizit, für
Frankreich 7,0, für Spanien 9,8 und für Irland 15,6 Prozent. Die
Behörde geht davon aus, dass der durchschnittliche Schuldenstand im
Währungsraum 2010 auf 83,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
hochschnellt.
Damit steigt die Staatsverschuldung der EU im
Gleichschritt mit den USA. Zumindest für den Dollar sind das frohe
Aussichten. Mit der Budgetdisziplin sieht es auf beiden Seiten des
Atlantiks gleich schlecht aus.
Quelle: Paris will Staatsdefizite schönrechnen (Trackback)
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Geschrieben von: Stefan, am 02-06-2009 13:31 Finde ich garnichtmal sooo schlecht. Immerhin wäre es dann ein leichtes, zwischen krisenbedingten und "einfachso"-Krediten zu unterscheiden. Damit könnte man viel einfacher eine echte keynesianische Politik verfolgen. "Einfachso"-Kredite würden geahndet werden (zB mit hohen Zinsen an die EU), während Krisenkredite keine Ahndung haben. Artikel kommentieren
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