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Montag, 14. Dezember 2009 |
Eine der wichtigsten Figuren auf dem Finanzparkett hat an einer
Konferenz für einflussreiche Banker denselbigen die Leviten gelesen:
Paul Volcker. Der ehemalige Vorsitzende der FED wurde dabei äusserst
deutlich und nahm kein Blatt vor den Mund "Wachen Sie auf, Gentlemen,
eure Antwort war inadäquat!"
Als die Banker monierten, dass neue Regeln die Innovation nicht
behindern sollten, antwortete der sichtlich irritierte Volcker, die
grösste Innovation der Finanzindustrie in den letzten 20 Jahren war der
Bancomat und weiter "Ich wünschte, irgendeiner könnte mir einen Beweis
dafür liefern, dass Finanzinnovationen zu Wirtschaftswachstum geführt
haben - nur ein kleines Stück eines Beweises."
Tatsächlich habe
sich der Anteil der Finanzdienstleistungen am Wirtschaftswachstum von 2
auf 6.5 Prozent erhöht, aber ist das das Resultat der Innovationen oder
nur das Resultat dessen, wie die Banker dafür bezahlt wurden?
Laut
Volcker waren die Finanzdienstleistungen "so innovativ", dass selbst
die Teppichetagen sie nicht mehr verstanden haben. "Die Chance, dass
ein Verwaltungsrat diese Produkte versteht, welche ihnen aufgetischt
werden, ist - offen gesagt - null."
Zur Boni-Debatte "Wo waren die Führungsfiguren, welche sagten, dass die Bezahlung exzessive ist?"
Eine
weitere überraschende Stellungnahme kam von Sir Deryck Maughan, ein
Partner von der Privat Equity Firma Kohlberg Kravis Roberts. Er warnte
die Delegierten, dass zahlreiche der gescheiterten Mathematik-Modelle,
welche die Risiken völlig falsch einschätzten, von den Banken
nachwievor verwendet werden.
Wer sich das vor Augen führen möchte, braucht nur die Stellenanzeigen durch zu lesen.
Bei Josef Ackermann aber sind diese Voten noch nicht angekommen.
"In den neunziger Jahren schlug das Pendel zugunsten der
wirtschaftlichen Freiheit aus. Heute schlägt das Pendel ins andere
Extrem: in Richtung interventionistischer Politik." Wenn man nun "zu
weit" gehe mit den Reformen, koste dies Wachstum.
Vielleicht
zeigt sich schon bald, dass Ackermann mit seinen Sprüchen zu weit geht.
Inzwischen schreibt auch die Sueddeutsche, der Tonfall werde härter.
Dies sei offenbar kein akademischer Diskurs über das Verhältnis von
Markt und Staat mehr, es sein ein Kampf um Macht und Geld zwischen
Regierungen und Banken.
Tja, sag ich doch schon lange. Nach der Bankenkrise kommt die Staatskrise. Der gerade ausgebrochene Machtkampf zwischen Finanzindustrie und Politik ist das Hors d'Oeuvre zum finalen Showdown. Wohl bekomms...
Ackermann greift die Politik an ‘Wake up, gentlemen’, world’s top bankers warned by former Fed chairman Volcker Volcker: We Need to Think More Boldly
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Erhalten von: Obama wettert knackig gegen Wall Street und auch Ackermann steckt ein « Blick Log , am 14-12-2009 18:30 (PB) [...] passt auch der Beitrag, den Hansruedie Ramsauer am 14.12. auf Zeitenwende veröffentlicht hat. In Aufwachen Gentlemen berichtet er u.a. von der Schelte von Paul Volcker, dem ehemaligen FED-Chef und jetzigen Beraters [...] |