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Wall-Street plant Notfall-Fonds PDF Drucken E-Mail
Montag, 15. Oktober 2007
ImageSeit ein paar Finanzinstitute ein paar Milliarden US Dollars abgeschrieben haben, lacht wieder die Sonne über den Finanzmärkten. Bis jetzt wissen wir aber noch nicht, wo die prognostizierten 500 Milliarden USD Verluste, welche die amerikanische Immobilienkrise an die Oberfläche gespült hat und noch spülen wird, auftauchen werden. So heiter wie uns dies die Aktienmärkte glauben machen wollen, ist das Wetter nicht und wenn es noch eines Beweises bedurft hatte, die Giganten der Wall Street haben ihn nun geliefert.

Führende amerikanische Banken planen offenbar die Schaffung eines Notfallfonds in Höhe von bis zu 100 Milliarden Dollar, um zu vermeiden, dass Turbulenzen an den Finanzmärkten zu einer wirtschaftlich gefährlichen Kreditklemme führen. Wie es am Wochenende hieß, führen unter anderen Citigroup, J.P. Morgan Chase und Bank of America Gespräche darüber, wie ein Austrocknen des Kreditgeschäfts verhindert werden kann, falls Banken hohe Verluste aus riskanten Geschäften erleiden, etwa aus zweitklassigen Hypothekendarlehen an Schuldner mit schlechter Bonität. Das Finanzministerium in Washington unter Führung des langjährigen Investmentbankers Henry Paulson moderiert die Diskussion der Kreditwirtschaft. (Quelle: FAZ)

ImageOffensichtlich ist das Vertrauen in die Herren von FED, Citigroup, usw. grenzenlos, wie sonst lassen sich Aktienkurse zu Höchstpreisen mit einer drohenden Finanzkrise unter einen Hut bringen?

Der Vorschlag, einen Notfall-Fonds zu schaffen, geht auf ein Gespräch zurück, dass das Finanzministerium vor vier Wochen mit 10 Banken geführt hat. In diesem Gespräch wurde deutlich, dass die Risiken von den SIV (Structured Invesment Vehicles) ausgehen. Das sind unabhängige Geschäftseinheiten großer Banken, die sich zu günstigen Konditionen verschulden und dieses Geld in höher verzinsliche und damit meist riskantere Anleihen, die z.B. mit Hypothen besichert sind, anlegen.

Diese SIV gehen übrigens auf die beiden Cititgroup Banker Nicholas J. Sossidis und Stephen Patridge-Hicks zurück, die sich diese Vorgehensweise in den späten 80igern in London ausgedacht hatten. Kein Wunder also, dass die Citigroup Bank mehr SIV als andere Banken hat und damit auch am Meisten betroffen ist. Man spricht davon, dass sie ca. 25 % der SIV hält und mit mindesten 400 Mio. Dollar in diese SIV investiert hat. Einige Marktkenner bezeichnen deshalb den aufzulegenden 100 Mrd. Dollar Fonds als ein Citigroup Hilfsprojekt.

Auf den ersten Blick scheint der Fonds eine gute Idee zu sein. Man packt einfach die ganzen notleidenden Anleihen in einen Sack, schnürt ihn zu und macht ihn erst wieder auf, wenn die Luft rein ist, d.h. die Krise sich im Hypothekenbereich gelegt hat. Der Vorteil: die Banken müssen keine Abschreibungen vornehmen und die Liquidität kommt wieder zurück. Und damit dem Sack nichts passiert, stellt der Staat Bodyguards aus dem Finanzministerium ab, die auf ihn aufpassen. (Quelle:
Stockworld)


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Das riecht gewaltig nach kreativer Buchführung im Stile Enrons und erst noch staatlich legitimiert. Dazu nochmals Norbert Lohrke von Stockworld:

 
Die Marktwirtschaft kennt den Markteintritt, aber auch den Marktaustritt. Nur so kann Sie existieren und sich selbst reinigen. Wenn eines von beiden – aus welchen Gründen auch immer – geschlossen oder nur verengt wird, ist das gesamte System in Gefahr.

Und bei allem Respekt, die Investmentbanker sind es wirklich nicht wert, dass man eine solche für sie eingeht.

Allerdings gebe es Widerstände anderer großer Banken gegen den Plan, schreibt das Wall Street Journal. Die Banken argumentierten, die Citigroup wolle Dritte zur Rettung ihrer Töchter bitten. Industrieweit sei ein solcher Schritt dagegen aber gar nicht notwendig. (Quelle Finanztreff)

Ich muss zugeben, dass immer wenn ich Banken, Finanzministerium und die FED in einem Satz zu lesen bekomme befürchte, dass die eh schon dürftige Transparenz noch mehr Schaden nimmt...
Quelle: Immobilienblasen

Ich werde das dumme Gefühl einfach nicht los, dass an der Spitze der Pyramide Sozialismus und Kapitalismus schon längst eine Fusion eingegangen sind zum Ziele des Machterhalts.

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