Die Ankündigungen der Zentralbanken der USA, des Euro-Raums, von Grossbritannien, Kanada und der Schweiz, gemeinsam das Finanzsystem mit 200 Milliarden $ zu fluten, hat die Börsen am charttechnischen Abgrund wieder auf sicherers Parkett zurückgeführt. Das mag die Investoren kurzfristig erfreuen, zeigt aber auch, wie krank der Patient wirklich ist.
Homöopathische Dosen reichen - wenig überraschend - nicht mehr. Bislang unbekannte Medikamente wurden dieses Mal benutzt, um die Symptome wieder in den Griff zu kriegen.
Weshalb die Zentralbanken gerade gestern die Märkte gesund spritzten, darüber herrscht noch wenig Einigkeit. Gründe hätte es viele gegeben und das macht nicht gerade zuversichtlich. Waren es die Charts, die nach unten durchzubrechen drohten oder waren es die quasi staatlichen Hypothekenfinanzinstitute Fannie Mae und Freddy Mac, deren Aktien im freien Fall waren oder brannte das Feuer bei Bear Stearns doch stärker, wie manche US-Blogger vermuten oder, oder oder...
Wenn es zu viele Symptome gibt, dann greift der Onkel Doktor schon mal tief in die Tasche und holt Medikamente hervor, die eigentlich verboten sein müssten, wie die neu gegründete „Term Securities Lending Facility“. Dieses im Rahmen einer Ausweitung der Offenmarktgeschäfte geschaffene neue Instrument - kurz TSLF - nimmt verbriefte Hypotheken im Austausch mit Staatsanleihen im 28 Tages-Rhytmus entgegen.
Das ist nun völlig absurd, weil die FED auch Anleihen entgegen nimmt, die von den Anleihenversicherern garantiert werden, die selbst am Abgrund stehen und für deren finanzielle Fütterung Banken gesucht werden, die selber kein Geld haben. Falls Sie das jetzt nicht verstehen ... ich verstehs auch nicht.
Aber dennoch eine tolle Sache für die Banken, gegen Schrott gibt es jetzt Staatsanleihen auf Zeit. Das hilft kurzfristig gegen die Kreditklemme, ändert aber nichts am Problem. Der freudige Hüpfer an den Börsen mag durchaus jetzt ein wenig anhalten, blenden lassen sollte man sich aber nicht. Den klammen Immobilienbesitzern geht es deswegen nicht besser und die Konsumenten werden den Preis über eine liquditätsgetriebene Inflation bezahlen müssen.
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Geschrieben von: eigen, am 12-03-2008 08:13 Es läuft doch alles prima. Der aufgeweckte Bürger kann sich billig mit richtigem Geld (Gold/Silber) versorgen und das FED Bankensystem, bzw. deren Eigentümer sitzen am Ende auf einem Berg wertlosen Papiers und sind schlieslich selber bankrott. Die Falle schnappt jetzt zu. http://www.verschwoerungen.info/wiki/FED  Geschrieben von: ts, am 12-03-2008 08:48 Alles läuft prima...? Schon möglich, bis auf die Kleinigkeit, dass man Gold/Silber nicht essen kann. In dieser Falle sitzen wir wohl alle. Geschrieben von: eigen, am 13-03-2008 15:34 Das kommt immer darauf an in was für einem Umfeld Du lebst. Wir können hier den Schnaps noch selber brennen und ebenso nen Tabak anbauen. In der einen oder anderen Großstadt wird es natürlich eng werden. So muss eben jeder seinen perönlichen Umständen nach Vorsorge treffen. http://www.hartgeld.com/filesadmin/pdf/Spannbauer_Finanzkrise-wie-sage-ich-es.pdf Geschrieben von: delu, am 12-03-2008 11:42 Ich verstehe nicht, wie die Berechnung von 200 Milliarden $ zustande kommt. Wird das Geld über die Leitzinsen in die Märkte abgegeben? Falls ja, wie kann durch die Senkung der Zinsen die Geldmenge so exakt angegeben werden? Geschrieben von: HRR, am 12-03-2008 13:11 Die Banken (primary dealers) bekommen gegen der Herausgabe von Anleihen (Qualität siehe oben) Staatsanleihen (Treasury) von der Fed auf Zeit. Wieviele Treasuries die Fed ausleihen will und zu welchen Konditionen bestimmt sie selbst. Laut Bloomberg hat die Fed 713 Milliarden Treasuries in der Bilanz. Artikel kommentieren
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