Was soll und kann man noch glauben? Eine Frage, die nicht nur aber ganz besonders in einer Vertrauens- ergo Kreditkrise interessiert. Mein ganz persönlicher Kompass in dieser Frage ist folgender: Steht der Absender der Information in einem Konflikt, sich zwischen Profit und Ethik entscheiden zu müssen, dann ist der Gehalt der Information mit Vorsicht zu geniessen.
Kann ich also der Information eines Bankchefs vertrauen, wenn er sagt, die Bank sei grundsolide? Lässt er sich bei dieser Information von Partikularinteressen leiten oder von der tatsächlichen Situation? Steht ihm die Oeffentlichkeit, die Aktionäre näher als sein persönliches finanzielles Ueberleben?
Da ist natürlich beides möglich und nicht alle handeln gleich. Grundvoraussetzung aber ist, wer der Wahrheit auf die Spur kommen will, darf sich nicht von Wunschdenken leiten lassen, sondern muss den Absendern von Informationen auf die Finger schauen. Ein Beispiel:
Wenn sich der Vorstand einer Bank Boni auszahlt, selbst wenn die Bank Verluste schreibt, dann steigert das nicht das Vertrauen, dass die Vorstände im Interesse des Unternehmens handeln. Die Vorstände von kriselnden Investmentbanken hätten viel Vertrauen zurück gewinnen können, wenn sie auf Boni verzichtet hätten. Dass es die meisten unterlassen haben zeigt, dass im Zweifelsfalle nicht das Ueberleben des Unternehmens das vordergründige Ziel ihrer Interessen ist, sondern ihr eigenes Ueberleben.
Dies gilt natürlich nicht nur für die Vorstände von Investmentbanken. Auch Politiker haben immer wieder bewiesen, dass ihre Aussagen mit Vorsicht zu geniessen sind. Insbesondere die Ereignisse des 11. Septembers 2001 zeigen im Nachhinein deutlich auf, dass nicht die Wahrheit das oberste Gebot bei gemachten Aussagen war.
Mit solchen Fragen beschäftigt sich der Historiker Daniele Ganser, Autor des Buches Nato-Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung Im Gespräch mit Klaus J. Stöhlker macht er interessante Aussagen, Aussagen die auch im Zusammenhang mit der Finanzkrise von Interesse sind, wie zum Beispiele diese: Alle Wissenschaftler sind abhängig, es gibt keine freie Wissenschaft, was aber nicht heisst, dass alle Wissenschaftler gekauft sind.
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Geschrieben von: Robert , am 25-03-2008 02:25 Die Frage ist absolut berechtigt und wird leider gerade in den großen Medien meines Wissens kaum gestellt. Staatliche Banken verzocken Milliarden, keiner haftet, nur die Boni sind dieses Jahr weniger. Politiker verzocken sich in Lichtenstein für 1 Mio (bei 5-10 Mio Jahresgehalt). Usw. Eigentlich sollte diese Hinterfragerei doch Sache der Medien sein. In Deutschland zahlen wir (meines Erachtens recht hohe) Gebühren dafür, dass wir uns einen unabhängigen Mediensektor leisten können. Leider mekrt man davon genau bei solchen Fragen recht wenig. Den gedanklichen Sprung zur Wissenschaft macht man aber nicht so leicht (außer bei Finanzthemen - Provisionen). Danke für das Video und den Buchhinweis, schön wäre wenn es sowas auch für andere Themen wie Krieg gäbe. Geschrieben von: Nanuk, am 25-03-2008 07:14 "Die Idee sitzt gleichsam als Brille auf unserer Nase, und was wir ansehen, sehen wir durch sie. Wir kommen gar nicht auf den Gedanken, sie abzunehmen." Ludwig Wittgenstein  Geschrieben von: Nanuk, am 25-03-2008 08:30 "Den gedanklichen Sprung zur Wissenschaft macht man aber nicht so leicht (außer bei Finanzthemen - Provisionen). " Wie recht Wittgenstein doch hat....  Artikel kommentieren
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