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Die Salami-Taktik PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 23. Januar 2008
Image Der Dirigent der amerikanischen Zentralbank hat gestern überraschend den Taktstock in die Hand genommen und damit das Orchester überrumpelt. Ein paar Takte spielten die Musikanten mit, um sich kurz darauf schon wieder zu verabschieden. Die Noten passen einfach nicht zur Stimmung im Publikum. Schlecht für Bernanke, schlecht aber auch für alle Experten, die sich pflichtschuldigst dem Fed-Chef an die Brust geworfen haben.

Trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten sieht Bundesbank-Chef Axel Weber in der Bundesrepublik keine Gefahr einer Kreditklemme.

Er sieht sie nicht, thematisiert sie aber trotzdem. Ueberzeugend wirkt das nicht.

"Deswegen sehe ich jegliche Diskussion um Rezessions- oder Stagnationsszenarien eigentlich zur Zeit generell am Thema vorbeigeschrieben."

Was meint er denn nun - eigentlich, zur Zeit oder generell?

"Banken müssen die bisherige Salamitaktik bei der Offenbarung ihrer finanziellen Belastungen beenden und eine weitreichende Transparenz herstellen."

Kann es sein, dass Axel Weber das Finanzgeschäft nicht versteht? Die finanziellen Belastungen verändern sich tagtäglich. Selbst wenn alle Banken bis dato alles offen gelegt hätten - was Axel Weber offensichtlich nicht glaubt, ist noch immer offen, was alles noch kommen wird. Die Märkte, ganz speziell die Finanz- und Immobilienmärkte stehen nicht still und deshalb kann auch niemand wissen, wieviel Salami uns in den nächsten Monaten noch aufgetischt werden wird.

Bei der Investmentbank Merrill Lynch sieht Analyst David Rosenberg im Bereich der Hauspreise in den USA über die kommenden drei Jahre die Möglichkeit für weitere Rückgänge um 25-30 Prozent. Jene Prognose sehe auf den ersten Blick düster aus, aber stelle nur eine Korrektur zu einer beispiellosen Preisrally zwischen den Jahren 2000 und 2006 dar.

Hoffentlich liegt er damit nicht richtig, das wäre ziemlich viel Salami.

Der ehemalige Präsident des schweizerischen AHV-Ausgleichsfonds im Tages-Anzeiger: "Ich selber sehe keine Informationen, dass der Tiefpunkt bereits erreicht ist." Und was rät er den Anlegern? "Tendenziell sollten sie jetzt Mut haben und sich sagen: Ich sitze still und warte."

Dazu fällt mir gar nichts mehr ein....

"Das Fonds-Prinzip ist für mich sehr gefährlich. Alle Fonds, deren einziges Ziel es ist, koste es, was es wolle, die grösstmögliche Rendite zu erzielen, üben in den Firmen, in die sie investieren, direkt oder indirekt einen nicht immer positiven Einfluss auf ein schwaches Management aus. Langfristige Wachstumsstrategien werden dadurch zugunsten kurzfristiger Gewinnmaximierung zur Seite geschoben." Swatch-Gründer Nicolas G. Hayek im BLICK

Danke, das hat meinen Tag gerettet!

P.S. In Zürich gibt es jetzt die erste Walk-in-Praxis für Botox. Am meisten gefragt ist das Entfernen von Stirnfalten und der so genannten Zornesfalten, die sich senkrecht zwischen den Augenbrauen bildet. Die Leute wollen so aussehen, wie sie sich fühlen, sagt der Inhaber. Ich habe eher das Gefühl, dass sie nicht zeigen wollen, wie sie sich fühlen und deshalb spritzen, ganz wie Bernanke. Damit man von aussen nicht sieht, was innen gerade abläuft.

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RSS Kommentare Kommentare (1)

Geschrieben von: Michael, am 23-01-2008 15:34
Unser Bundesbank - Chef hat Recht. Bei uns wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine Rezession geben. Ich gehe noch weiter und behaupte, der bisher höchstens verkündete Aufschwung von Frau Kanzlerin wird ankommen. Ich sehe lauter Fragezeichen ? Nun, wir brauchen für das BIP-Wachstum kaum unsere global player. Das BIP-Wachstum ist durch die Steuererhöhungen abgesichert. Sollte sogar der Dollar wider Erwarten aufwerten, sehen wir eine echte Binnenkonjunktur. Aber nicht bei Aktien, die in den vergangenen Jahren ein Kontrawohlfühlfaktor waren. Da muß etwas in die richtige Richtung gedreht werden. Das passiert jetzt. Nur beeindruckend heftig und volatil, wie immer in Baissen. Legen wir schon mal cash bereit, in ein paar Wochen geht es auf Bärenjagd.


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