Wenn Banker Vorschläge machen, wie man die Investoren vor Verlusten schützen soll, kommt mir das immer mehr so vor, wie wenn man Katzen fragen würde, wie man Mäuse in Sicherheit wiegen kann: Die Voraussetzungen sind zwar nicht die gleichen, die Resultate ähneln sich aber immer mehr. Für die Katzen ist das Leben ohne Mäuse genau so hart wie es für die Banken ohne Investoren ist. Deshalb wird auch immer wieder versucht, die Mäuse ... sorry die Investoren zu beruhigen. Das neueste Kapitel...
Der Internationale Bankenverband IIF geht in die Offensive und will eine Taskforce gegen Finanzkrisen schaffen. IIF-Präsident Josef Ackermann will damit eine stärkere staatliche Regulierung verhindern.
Die Katzen sind über den schwindenden Mäusebestand besorgt.
Aus der nicht enden wollenden Flut von schlechten Nachrichten resultiere ein riesiger Vertrauensverlust für die gesamte Finanzindustrie, stellte Ackermann fest.
Katerstimmung - die Mäuse kommen nicht mehr aus den Löchern hervor.
Vor allem müsse die Transparenz erhöht werden, so dass Investoren überhaupt verstehen könnten, welch hochkomplexe Produkte sie kaufen und welche Risiken sie damit eingehen.
Die Produkte waren und sind immer noch so komplex, dass selbst die Katzen die Uebersicht verloren haben.
Um nicht wieder unvorbereitet in eine weltweite Krise zu geraten, plant der IIF gemäss Ackermann die Gründung eines übergeordneten Expertengremiums (Market Monitoring Group) mit 10 bis 20 hoch angesehenen Finanzfachleuten.
Gibt es noch soviele angesehene Finanzfachleute - mir kommt spontan niemand in den Sinn.
Diese Taskforce soll als eine Art Frühwarnsystem wirken, das die Branche «vor tatsächlichen und potenziellen Gefahren» warnen solle.
Warnungen gab es mehr als genug, aber die Katzen können das Mausen eben nicht lassen.
Weiter forderte Ackermann, dass die Banken dem Risikomanagement mehr Gewicht beimessen und diesen Geschäftsbereich auf höchster Ebene ansiedeln.
Auf welcher Ebene war das Risikomanagement denn vorher?
Weiter fordern die Banken die mächtigen Ratingagenturen auf, ihre Bewertungsmethoden zu überprüfen.
Und was machen denn Bankanalysten den ganzen Tag, dass sie auf Ratingagenturen zurück greifen müssen?
Die Anreizsysteme für Mitarbeiter müssten sich künftig vermehrt an den langfristigen Zielen der Unternehmen orientieren, heisst es im Bericht.
Wer Boni fürs Mäuse fangen auszahlt, darf sich nicht wundern, wenn die Mäuse plötzlich weg sind.
Banken wollen Krise selbst lösen (Trackback)
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Geschrieben von: kosh, am 10-04-2008 17:40 So macht die Krise Spass :-) Ich denk, wenn wir uns etwas anstrengen, werden wir im Tierreich noch einige Parallelen entdecken. Grüsse kosh Geschrieben von: egghat , am 10-04-2008 20:42 Ja, gut erkannzt. Das Problem sind nicht die Mäuse, sondern die Katzen. Und genau die sollen jetzt die Krise lösen bzw. in Zukunft verhindern? Nah. Geschrieben von: Nanuk, am 11-04-2008 06:26 Miau...  Geschrieben von: Nanuk, am 11-04-2008 09:54 Die wichtigste Forderung ist die ,nach ausweitung der Notenbank fähigen Sicherheiten.Sollte die EZB da nicht mitspielen ist die zweite möglichkeit das der Bund den Schrott in Staatsanleihen tauscht.Also der Bund den Schrott kauft und die Banken dann von dem Geld Staatsanleihen kaufen können die sie wiederum bei der EZB hinterlegen können.Dann würde die Kreditmaschine wieder anlaufen.Ich habe das Gefühl das genau aus dem Grund überall von Systemkrise geredet wird damit der Druck grösser wird.In den USA ist genau das passiert indem Fanny und Freddy am Hypotheken Markt agieren und ihre Bilanzregeln so verändert wurden das sie mehr Debt in ihre Bilanz nehmen können. Schönes Wochenende Geschrieben von: Anette , am 15-04-2008 15:38 Toll, Ihr Beitrag gefällt mir. Ich bewege ich erst seit kurzem auf Finanz- und Wirtschaftspfaden und habe mir einen wohl denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht, mich näher damit zu beschäftigen... Ihr Text ist verständlich, informativ, scharfsinnig und nicht zuletzt scharfzüngig. Glückwunsch.  Geschrieben von: MicDie, am 15-04-2008 20:07 @Anette Der Zeitpunkt ist wirklich nicht optimal. Man "verliert" zwar ein paar Prozent, wenn man erst einsteigt, wenn die FED den Zins anhebt, aber kann bis dahin ruhig schlafen. Mir ging es 2001-2003 auch so. Artikel kommentieren
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