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Das mexikanische Statistikwunder |
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Dienstag, 15. Mai 2007 |
Was man mit Statistik alles machen kann zeigt das folgende Beispiel, welches ich auf meiner Festplatte wieder entdeckt habe. Lesen und staunen Sie selbst:
Die zweispurigen Autobahnen Mexikos reichten hinten und vorne nicht, um dem Verkehr gerecht zu werden. Nun hatten die Behörden die famose Idee, die Highways zu verbreitern – um jeweils eine Spur pro Fahrtrichtung. Die Sache hatte nur einen Haken: Das kostet. Und Geld ist überall knapp. Aber es gibt ja noch Farbe.
So wurden die bestehenden vier Spuren neu eingeteilt – in sechs – was einer Steigerung von 50 Prozent entspricht. Ein enormer Erfolg, gegen den nur eines sprach: die normale Breite eines Autos. Es krachte ohne Unterlass. Deshalb wurde schon ein knappes Jahr nach der beherzten Massnahme die Ausbauaktion wieder zurückgenommen. Man pinselte die Fahrspuren wieder um, von sechs auf vier. Das hatte zwei Effekte: Die Unfallzahlen sanken wieder auf das alte Niveau, und das Verkehrsministerium konnte einen ordentlichen Erfolg für sich verbuchen. Denn von sechs auf vier Spuren zurück – das ergibt zweifelsohne eine Reduktion von nur 33 Prozent. Und weil man, ein Jahr beziehungsweise zwei Mal-Perioden zuvor, die Spuranzahl um 50 Prozent erhöht hatte, blieben ansehnliche 17 Prozent Differenz übrig, also 17 Prozent mehr Kapazität. Toll!
Das Tollste daran aber ist nicht die Verve, mit der mexikanische Beamte – wie überall und so auch hier – mit Zahlen tricksen, tarnen und täuschen, sondern dass kaum jemand den rechnerischen Ueberschlag bemerkt hat. Erst Jahre später, die Welt glaubte das mexikanische Autobahnwunder längst, rechnete ein Reporter des „Economist“ nach – und staunte.
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