UBS kannst du blind kaufen, erklärte mir vor einer Woche ein UBS Banker. Die Vehemenz mit der er diese Aussage vorgetragen hatte, liess keinen Widerspruch zu. Die anderen Anwesenden nickten zustimmend, während ich meinen Blick nichtssagend durchs Fenster richtete. Meine Augen hätten mich sonst sicher verraten Die Aktie hat seit diesem Zeitpunkt bereits wieder mehr als zehn Prozent verloren. Ob nach den Blinden jetzt die Sehenden zugreifen?
Aber Schwierigkeiten mit dem Timing hat nicht nur der Banker. So gaben die G7-Finanzminister bei ihrem Treffen in Tokio ihrer Ueberzeugung Ausdruck, dass die Grundlagen der Weltwirtschaft weiterhin solide seien und dass sie nicht damit rechnen, dass die USA dieses Jahr in eine Rezession abgleiten werden. Ob diese von offizieller Seite verabreichte Beruhigungspille noch eine Wirkung hat, ist fraglich. Zu oft lagen die Beamten "behind the curve".
Nouriel Roubini, Blogger und Wirtschaftsprofessor, fragt sich derweil nicht mehr, ob die USA in einer Rezession ist, sondern wie weich oder hart die Landung ausfallen wird. Nichtsdestotrotz wäre ein erfolgreicher Start in die Börsenwoche nicht überraschend gewesen, nachdem der Dow Jones letzte Woche noch 4.4 Prozent verloren hatte. Doch die technische Korrektur fiel nur zaghaft aus. Der weltgrösste Versicherer AIG machte den Bullen einen Strich durch die Rechnung. Der Grund:
"So-called credit-default swaps issued by AIG, which protect fixed-income investors against losses, declined by $4.88 billion in value in October and November, four times more than previously disclosed, the company said today in a regulatory filing. AIG's auditors found ``material weakness'' in its accounting for the contracts, and the firm doesn't know what they were worth at the end of 2007, the filing said." ( Quelle) "Material weakness" ist ein neuer Begriff in meinem Börsenvokabular. Den kannte ich noch nicht und ich bin damit sicher nicht alleine. Das hört sich mal wieder sehr schwammig an, in etwa so wie die Prognosen der G7-Finanzminister. Niemand kann damit etwas anfangen und Unsicherheit ist bekanntlich Gift für die Börsen. Eine Unsicherheit, die AIG 11.7 Prozent seines Börsenwertes gekostet haben.
Ob auf einer solchen Basis eine kurzfristige Trendwende beginnen kann, Zeit dafür wäre es eigentlich, aber die Fakten sind irgendwie nicht so stimmig...
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Geschrieben von: Oli G., am 12-02-2008 16:05 Hmmm... Waren da jetzt die Beamten "behind the curve" - oder ists nicht vielmehr die Rezession, die bereits "um die Ecke" war...?  Geschrieben von: HRR, am 12-02-2008 17:00 Also wenn du die heutige Erholung an den Börsen ansprichst, ist das vielleicht etwas zu kurz gedacht. Auch Warren Buffett's Einsatz für die Anleihenversicherer macht noch keinen Börsensommer, für eine Verschnaufpause war die Meldung aber gut genug. Ich warte noch immer darauf, dass mir irgend jemand sagt, wer den amerikanischen Konsumenten ersetzen soll oder wie er wieder auf die Beine kommt. Hast du darauf vielleicht eine Antwort?  Geschrieben von: Nanuk, am 12-02-2008 18:11 @HRR Das frage ich mich auch wer soll den ganzen Schrott kaufen den die Welt Produziert??? Ich kenne kein Volk auf diesem Planeten was so Konsumgeil ist... Zu dem Anleiheversicherer das was Buffet da kaufen will hätte ich wenn ich Amerikaner wäre auch gekauft. Kein Währungsrisiko und ein paar Millionen Amerikaner die einem die Rente Zahlen...  Artikel kommentieren
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