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UBS: Es muss spekuliert werden PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 30. Oktober 2007
Image Was rauf geht, geht auch runter. Diese Erkenntnis erfährt jetzt auch die UBS. Angetrieben vom Wunsch zum erlauchten Club der Top-Wall-Street-Investmentbanken zu gehören ist sie zu grosse Risiken eingegangen. Nicht zum ersten Mal – 1998 brachte sie das LTCM-Debakel an den Rand des Abgrundes. Wie weit sie dieses Mal davon entfernt ist, weiss sie selbst nicht so genau.

Die NZZ schreibt dazu: In diese ungemütliche Lage ist die Bank geraten, weil sie sich über alle vernünftigen Masse auf Vorrat – und damit auf eigenes Risiko – mit Produkten eingedeckt hat, die sie zu einem späteren Zeitpunkt, neu zusammengestellt und neu verpackt, weiterverkaufen wollte. Hätte die bis dahin als risikoscheu wahrgenommene UBS dieses Geschäft nicht als Lagerist und Veredler, sondern als reiner Intermediär betrieben, der für seine Kunden gegen Kommission die gewünschten Produkte beschafft, wäre sie von der Subprime-Krise in weitaus geringerem Mass in Mitleidenschaft gezogen worden.

Da es bis dato keinen Markt für einen grossen Teil der hypothekarisch gedeckten US-Anleihen gibt, weiss die Bank nicht, wie viel ihr Portfolio tatsächlich wert ist. Die bis jetzt bekannten Verluste beruhen auf Annahmen und es ist selbstverständlich auch nur eine Annahme resp. ein frommer Wunsch, dass die UBS im vierten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückkehren wird.

Die UBS in ihrer Medienmitteilung: Wie am 1. Oktober 2007 angekündigt, enthalten die Ergebnisse des dritten Quartals umfangreiche Verluste und Abschreibungen auf Handelsbeständen von hypothekarisch gesicherten Wertschriften im US-Subprime-Markt für Wohnliegenschaften (Residential Mortage-Backed Securities). Dies führte im Bereich Fixed Income, Currencies and Commodities der Investment Bank zu einem negativen Erfolgsbeitrag von CHF 4,2 Milliarden. Die weitere Marktentwicklung bleibt ungewiss, doch ausgehend von der aktuellen Situation sollte UBS im vierten Quartal 2007 wieder profitabel sein.


Vorschlag zum Unwort des Jahres 2007: negativer Erfolgsbeitrag
 
Weiter schreibt die UBS: Der US-Immobilienmarkt blieb im Berichtsquartal geschwächt, was UBS bei der Bewertung ihrer Bestände an hypothekarisch gesicherten Wertpapieren per Ende September berücksichtigt hat. Nicht berücksichtigt hat sie vermutlich die folgende Meldung, die natürlich auch nur eine Annahme ist.

Goldman Sachs geht laut einem Bericht vom 21. Oktober davon aus, dass gemäss ihren Preismodellen die Immobilienpreise in Kalifornien immer noch 35-40 % und in ganz Amerika 13-14 % überbewertet sind.

Was das Eintreffen dieser Prognose wohl für das Portfolio der UBS heissen würde? Es darf spekuliert werden.

Die Mühen der UBS mit unverkäuflichen Lagerbeständen
UBS Medienmitteilung
Californian home prices are over-valued by 35-40 %
LTCM und die UBS

Ein Lagebericht aus Kalifornien

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