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Katerstimmung an der Wall Street PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 8. November 2007
Image Wenn der Dollar sinkt, sollte man die Zinsen anheben. Wenn die Kreditvergabe einbricht, dann sollte man die Zinsen senken. Wenn beides gleichzeitig eintrifft, dann kann man nur noch beten.

Die Finanzmärkte stecken fest im Sumpf und die üblichen Massnahmen verpuffen wirkungslos. Jetzt kann die FED den Plan B aus der Schublade holen, sofern sie einen Plan B hat. Wenn nicht, dann nimmt das Dominospiel seinen gewohnten Verlauf. Ein Stein fällt nach dem anderen. Eine kurze Uebersicht über den gestrigen „Spielverlauf“:

Die weltgrösste Versicherung American International Group AIG berichtete über einen Gewinneinbruch von 27 Prozent, ausgelöst durch die Immobilienkrise.

Die Aktien der grössten Spar- und Leihkasse der USA, Washington Mutual, verzeichneten den grössten Rückschlag in zwanzig Jahren (minus 17 Prozent), nach dem der New Yorker Anwalt Andrew Cuomo sagte: "There is a pattern of collusion in the bank’s home-loan appraisals.“

Cuomo verlangt von den zwei amerikanischen Riesen im Hypothekargeschäft – Fannie Mae und Freddie Mac – detaillierte Auskünfte über Kredite, welche die zwei Firmen unter anderem von Washington Mutual aufkauften. Er vermutet, dass regelmässig die Werte von Immobilien auf illegale Weise zu hoch eingeschätzt wurden. Fannie Mae sackte um 10 Prozent und Freddie Mac um 9 Prozent ab.

Abgesehen davon glaubt Washington Mutual, dass die Immobilienpreise auch nächstes Jahr weiter sinken werden.

Capital One Financial Corp verlor 16 Prozent, nachdem das grösste unabhängige Kreditkartenunternehmen der USA verkündete, dass die Kosten für schlechte Kredite im Zusammenhang mit Hypotheken und Kreditkarten schlimmer sein werden als prognostiziert. Die Abschreibungen belaufen sich auf 4.9 bis 5.5 Milliarden US Dollar. Die Aktien weiterer Kreditkartenunternehmen gingen nach dieser Meldung gleich solidarisch mit in den Keller.

Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat einen Tag vor Bekanntgabe seiner Quartalsbilanz Sonderbelastungen im zweistelliger Milliardenhöhe angekündigt. Das Unternehmen muss aus steuerlichen Gründen im dritten Quartal 39 Milliarden Dollar abschreiben.

Und um den amerikanischen Alptraum noch zu verstärken verkündete die chinesische Zentralbank, dass der US Dollar seinen Status als Weltwährung verliere. Da nützte auch ein Plunge Protection Team nichts mehr. Die amerikanischen Indizes verloren zwischen 2.5 bis 3 Prozent.

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