|
Greenspan verriet seine Taktik |
|
|
|
|
Sonntag, 3. Juni 2007 |
Ich habe die Angewohnheit dumme Fragen zu stellen, wenn jemand mit Floskeln und Fremdwörtern gespickte Sätze von sich gibt. Die meisten Zuhörer <em>intelligenter</em> Reden - so meine Erfahrung - trauen sich aber nicht, Fragen zu stellen, wenn sie etwas nicht verstanden haben, weil sie nicht dumm dastehen wollen. Diesen Umstand hat sich auch der ehemalige Finanzminister der USA zu Nutze gemacht und wurde berühmt mit seinen verschachtelten Sätzen.
Wenn ich etwas gefragt wurde, worauf ich nicht antworten konnte oder wollte, bin ich in krude Satzkonstruktionen verfallen sagte der als «Sphinx der Fed» bekannte 81-Jährige am Freitag. Seine Zuhörer hätten dann gedacht, er habe etwas unglaublich Tiefsinniges gesagt und damit ihre Frage beantwortet, erklärte Greenspan, der mehr als 18 Jahre lang an der Spitze der US-Notenbank stand.
Selbst seine Frau habe wegen der als «Greenspeak» bekannt gewordenen, gewundenden Sprache einen Heiratsantrag erst beim fünften Mal verstanden, scherzte er.
Früher sprachen die Mächtigen Latein, damit es das Volk nicht verstand und heute sprechen sie Experten-Kauderwelsch. Deshalb lohnt es sich immer dumme Fragen zu stellen, denn meistens zeigt sich daran, ob der Experte den Wald vor lauter Bäumen überhaupt noch sieht.
(Trackback)
Artikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 985
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze |