Die US-Investmentbank Goldman Sachs plant, rund 1500 Mitarbeiter zu entlassen. Es ist die Bank, die oekonomisch gesehen alles richtig gemacht hat. Sie verkaufte Hypotheken-Anleihen im vergangenen Jahr munter weiter, während sie sich gleichzeitig gegen die Positionen in den eigenen Büchern absicherte. Die Folge war ein Rekordgewinn und dennoch kommt es jetzt zu Entlassungen. Da tauchen Fragen auf...
Hatten nicht die grossen Investment-Banken trotz Milliarden-Verlusten behauptet, dass sie ihren Mitarbeitern weiterhin Boni zahlen müssen, weil sie sonst abgeworben würden? Dieses Argument scheint äusserst fragwürdig, wenn sogar Goldman Sachs zu diesem frühen Zeitpunkt auf 1500 Mitarbeiter verzichten kann.
Der "war of talent" findet nicht in wirtschaftlich schlechten Zeiten statt und die Zeiten sind schlecht für die Investment-Banken. Viel logischer erscheint mir, dass diejenigen welche über die Boni entscheiden, dieses Argument aus der Schublade gezogen haben, weil sie auf ihren eigenen Bonus nicht verzichten wollten. Das macht zumindest oekonomisch Sinn aus Sicht der Banker. Wenig Sinn macht es für die Aktionäre, aber die wurden auch nicht gefragt.
Fragwürdig sind unter diesem Aspekt aber auch die Empfehlungen, Bankaktien zu kaufen, weil sie doch so billig seien. Billig sind die Bankaktien aber nur, wenn sie an die alten Umsatzzahlen anknüpfen können. Doch die Entlassungen bei Goldman Sachs weisen in eine andere Richtung. Das Geschäft mit Immobilien, Firmenübernahmen und Hedge Fonds hat gelitten und wird sich auch nicht so schnell wieder erholen. Wir sprechen hier über wichtige Umsatzpfeiler des Investment Banking. Ansonsten würden die Massnahmen von Goldman Sachs keinen Sinn machen.
Dass die Krise bei den Banken noch lange nicht vorbei ist, zeigt auch ein Bericht von Barclays. Die Analysten von Barclays gehen davon aus, dass die Banken weitere 143 Milliarden Dollar brauchen, um die Folgen der Krise auszugleichen. Diese Summe werde möglicherweise benötigt, damit Verluste kompensiert werden könnten, die durch Fehlspekulationen auf dem Anleihemarkt angefallen seien. (Banks May Need $143 Billion for Insurer Downgrades)
Dazu kommen noch Gerüchte über ING und Fortis. Die ING-Aktien gingen mit einem Minus von fünf Prozent, Fortis sogar mit beinahe elf Prozent ins Wochenende. Fortis konnte sich den Kursrückgang nicht erklären. ING wollte die Gerüchte über eine Gewinnwarnung nicht kommentieren.
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Geschrieben von: Michael, am 26-01-2008 15:14 Finanztitel sind nicht nur Bankaktien, billig ist absolut nichts davon, weil wegen der Milliardenabschreibungen wohl massenhaft neue Aktien in den Markt kommen. Aber auch sonst sind und waren Aktien nicht billig. Ein aus dem Median der Dividendenrendite und 50 % Gewinnausschüttung an die Aktioäre auf Basis heutiger Kurse und 2007-er Dividenden ergäbe für den HDAX KGV 26,7, FTSE100 16,6, SP100 28,2 (in $), Nikkei 225 (€) 37,6 und SMI zum Vergleich 19,5 (in €). Die immer mal umgereichten KGV von 15 und tiefer basieren nicht ganz selten auf veränderten Bilanzierungsrichtlinien. Aktien sind auf Basis der KGV für Otto Normalbürger ganz klar auch jetzt nicht "billig", wobei das KGV Unfug ist, man kann mit Unternehmen, die keinen Gewinn machen, nach einer Baisse gekauft entschieden bessere Gewinne machen. Aber nach der Hausse ist vor der Baiss und vor der nächsten Hausse. Ich würde aber in so einen Markt nicht einen cent stecken bzw. habe im Dezember 2007 die Reste verkauft. Dieser volatile Zirkus ist keine Aktienzeit, ab und an kann man zum Optionsschein greifen, sollte aber wissen, was man da macht. Noch erscheinen nicht massenhaft hochverzinste Aktienanleihen. Also kann der Bär ruhig noch auf der glühenden Herdplatte tanzen. Es ist an der Zeit, daß einigen Freunden der Globalisierung klar wird, daß die Existenz des heutigen Papiergeldsystems zwingend mit sozialer Verantwortung verbunden ist. Die Heuschreckenmentalität ist das Ende für das fiat money. Das verstehen die vielleicht noch. Zum Beispiel wenn HeliBen Dollars verrieselt und der Schuldenminister (völlig schlüssig) Steuergeschenke ausreicht. Womit bedauerlicherweise der Dollarwert etwas nachgibt. Dann hat der $-Millionär leider nur knappe 700000 €, vor 5 Jahren wären es 1,1 Mill. € gewesen.  Artikel kommentieren
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Erhalten von: Goldman Sachs tritt aus internationalem Bankenverband IIF aus » Beitrag » Investments und Geldanlagen - Blog , am 10-07-2008 02:17 (PB) [...] bekannt wurde. Einen interessanten Bericht dazu kann man auf der Schweizer Wirtschaftsseite www.zeitenwende.ch [...] |