|
Der clevere Schachzug der Blackstone-Gründer |
|
|
|
|
Mittwoch, 14. November 2007 |
Er ist der König unter den Finanzjongleuren – Stephen Schwarzman. Seit er mit seiner Firma Blackstone an die Börse ging, gehört er zu den reichsten Amerikanern. Das wird ihm nicht mehr zu nehmen sein. Den Investoren blieb hingegen das Nachsehen. Sie haben sich heftig die Finger verbrannt. Heiss erwischt hat es auch den chinesischen Staatsfonds.
Der ehemalige Lehman-Brothers-Manager Schwarzman, von „Fortune“ als „Wall Street's hottest hand“ bezeichnet, war bis in den Sommer hinein der König der florierenden Privat-Equity-Branche. Noch zu seinem 60. Geburtstag lud der Blackstone-Gründer im Februar dieses Jahres 1500 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur in ein altes Zeughaus an der Park Avenue ein - zur wohl größten Sause, die Manhattan seit Jahrzehnten gesehen hat.
Unter den erlauchten Gästen der angeblich 3,5 Millionen Dollar teuren Party waren der amerikanische Finanzminister Hank Paulson, der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und der Kosmetik-Milliardär Leonard Lauder. Selbst die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice gab sich die Ehre. Der schottische Popbarde Rod Stewart sang gar für eine Stunde ein Geburtstagsständchen.
 Das Feld war bestellt für den Börsengang. Die Beteiligungsgesellschaft Blackstone nahm Ende Juni beim Gang aufs Parkett 4,13 Mrd. $ ein und schaffte es damit unter die Top Ten der größten Neuemissionen der US-Geschichte. Für die Gründer Stephen Schwarzman und Peter G. Peterson sollen insgesamt rund 2,33 Milliarden Dollar reserviert gewesen sein.
Glück oder Cleverness – Schwarzman hatte damit seine Schäfchen gerade noch vor der Finanzkrise ins Trockene gebracht, nass wurden aber die Investoren. Prominent dabei war der chinesische Staatsfonds. Er machte 3 Milliarden Dollar locker, um sich bei Blackstone zu beteiligen. Dies war bis dato eine schlechte Investition. Die Aktie hat seit der Erstnotierung 50 Prozent eingebüsst und im 3. Quartal rote Zahlen geschrieben.
Zwar stieg der Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 461,1 Millionen auf 526,7 Millionen US-Dollar, unter dem Strich steht jedoch ein Nettoverlust von 113,2 Millionen US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Blackstone noch einen Gewinn von 372,5 Millionen US-Dollar ausgewiesen.
Grund für den Fehlbetrag seien unter anderem Sonderbelastungen in Höhe von 802,5 Millionen US-Dollar wegen Aktienvergütungen von Mitarbeitern gewesen, teilte das Unternehmen am heutigen Montag in New York mit.
800 Millionen Dollar bei etwas mehr als 400 Mitarbeitern und trotz Nettoverlust, den Blackstone-Gründern muss man das Geldverdienen nicht mehr beibringen – die Chinesen haben da noch etwas Nachholbedarf.
Blackstone's Black Hole
(Trackback)
Artikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 2261
AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze |